Vor dem Aus

Saltos del Guairá: 30 t venezolanisches Bargeld, ein Verhafteter und mehrere Personen auf der Flucht. Dies war der Sachstand vom vergangenen Dienstagmorgen. Der Hauptverdächtige ist frei, keiner hat etwas gesehen und der Richter redet sich raus.

Bruno José da Costa Amaral, in wessen Haus die 30 t venezolanisches Bargeld gefunden wurden, war bisher in Untersuchungshaft. Als Ehemann einer Colorado Stadträtin wurde ihm von dem befreundeten Richter Claudio Martínez Hausarrest verpasst. „Dies“, so der Richter, „wäre trotz der Schwere der Tat des Beschuldigten in Ordnung, da er genügend Familie hier habe und somit keine Fluchtgefahr besteht“.

Richter Martínez soll dem Staatsanwalt Julio Cesár Yegros seine Absichten bekundet haben, worauf keine Kritik folgte. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass Staatsanwalt Yegros am vergangenen Dienstag den ganzen Tag im Gerichtssaal war und somit nicht erreichbar sein konnte. Der Antrag auf Überprüfung der verhängten Strafe, in diesem Fall Untersuchungshaft, kam zu einem Zeitpunkt, der für die Verteidigung besser hätte nicht sein können.

Diese Umwandlung der Untersuchungshaft in Hausarrest ermöglicht es den anderen Verdächtigen ebenso die gleiche Maßnahme zu beantragen. Der muss auch stattgegeben werden.

Im vergangenen Februar fand die Polizei im Grundstück von Da Costa Amaral venezolanische Geldnoten die noch bis 20. März gültig waren. Er und seine Helfer boten sie auf dem Schwarzmarkt für 3 Millionen US-Dollar an. Die Ermittler aus dem Fall gehen davon aus, dass die Zentralbank des Karibiklandes selbst die Banknoten ins Ausland schaffte um an bitter notwendige Devisen zu kommen. In Brasilien wurden zwischen 2015 und 2016 immerhin 150 Millionen Bolivares beschlagnahmt.

Wochenblatt / Abc Color

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4 Kommentare zu “Vor dem Aus

  1. Das ist Comedy pur!

    Der kleine Mann wird drangsaliert und schikaniert, man will wissen wo Kleinstbetraege aus dem Ausland herkommen um alle moeglichen Arten von Geldwaesche, Veruntreuung, Schmuggel und sonstige Sachen zu unterbinden.

    Und 30 t Banknoten mit dem LKW einbringen, lagern und verkaufen wollen – und das auch noch leugnen – das ist alles in Ordnung.
    Es ist nicht zu glauben, wie hier das „Recht“ ausgelegt wird.

  2. Wenn die Ermittler wirklich denken sollten, dass die Zentralbank selbst die Noten ins Ausland verkauft hat, dann sollten die mal etwas recherchieren und danach ihren Blödsinn korrigieren.

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