Was als norwegische Kolonie gedacht war

Fram: Im Februar 1889 kaufte der norwegische Geschäftsmann und Diplomat Peter Christophersen zusammen mit Hugo A. Bunge 68.000 ha Land vom paraguayischen Staat und hatten Großes vor.

Zu Beginn dachten sich die beiden Männer, die in Buenos Aires lebten, dass es Sinn machen würde den kompletten Baumbestand der Zone zu fällen und nach Argentinien bzw. nach Europa zu exportieren. Allerdings änderte sich einiges in der Gesellschaft bis Christophersen alleiniger Eigentümer von 42.000 ha war.

Auf seinen Wunsch benannte man damals die Stadt in Carmen del Paraná um, nach Carmen Delia de Alvear, Christophersen’s zweiter Ehefrau. Das heutige Fram hieß damals noch “Campos de Carmen del Paraná“ und erstreckte sich bis hin nach La Paz. Der Name Fram wurde dem Ort ab 1920 vergeben, da Christophersen’s Freund und Ozeanologe Fridtjof Nansen ein Schiff mit dem gleichen Namen hatte.

Nachdem die Grundidee verworfen wurde ließ Christophersen das Land vermessen und in Parzellen aufteilen. Da Paraguayer kein Geld hatten um sich dieses zu kaufen unterzeichnete er eine Übereinkunft mit dem polnischen Konsul in Carmen del Paraná, woraufhin die ersten Bewohner Polen waren. Da Christophersen 1933 starb übernahmen seine Erben den Aufbau der Kolonie ab 1935.

Ab 1937 wurden erstmals Weizensamen aus Argentinien importiert, womit der Anbau des Getreides seinen Anfang fand. Im Folgejahr errichteten zwei Tschechen eine Mühle, welche über 30 Jahre lang im Betrieb war und hunderten Anwohnern Arbeit gab. Ab 1940 wurde zudem ein Sägewerk eingeweiht, wodurch die Kolonie weiter wuchs und immer mehr Geschäfte entstanden. Erst um 1950 kamen die ersten Russen, Ukrainer und Asiaten, und der Stadtkern von Fram wurde als solcher aufgebaut.

Die Administration wechselte ihren Hauptsitz von Carmen del Paraná nach Fram und auch staatliche Institutionen wie Polizei, Justiz, Gesundheitsposten, Copaco, Post und andere eröffneten ihre Büros. Ab 1958 machte sich Fram als Distrikt von Carmen del Paraná unabhängig. Im Jahr 1984 wurde es zur Stadt und im Folgejahr trennte es sich von La Paz, was ebenso das Stadtrecht verliehen bekam.

Peter Christophersen plante jedoch zu Beginn, dass nach Fram Norweger kommen und nicht Ukrainer, Belgier, Schweden, Tschechen, Russen oder Polen. Heute ist Fram eine landwirtschaftliche Ikone in der Kornkammer des Landes.

Wochenblatt / Itapúa Noticias / Wikipedia

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1 Kommentar zu “Was als norwegische Kolonie gedacht war

  1. Wieder ein Beispiel, was die „besserwissenden“ Europäer so auf die Reihe bekommen haben.
    Sich ein Beispiel daran zu nehmen, verbiedet sich selbstverständlich von selbst, weil das etwas mit Fleiß und Ausdauer zu tun hat.

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