Wasserkrise: 36 Stunden Trinkwasser und dann 36 Stunden eine Unterbrechung

Asunción: Sollte sich die Wasserkrise weiter zuspitzen, warnte der Präsident der Sanitärgesellschaft Essap, dass Situationen wie in anderen Städten eintreten könnten. Dann wäre eine Versorgung mit Trinkwasser nur 36 Stunden möglich, gefolgt von einer Unterbrechung in demselben Zeitraum.

Der Chef der Essap, Natalicio Chase, wies darauf hin, dass die Dürre und niedrige Flusspegel die rationelle Nutzung von fließendem Wasser erzwingen.
Er betonte, dass der Bevölkerung bewusstwerden müsse, dass die verschwendete lebenswichtige Flüssigkeit den dringendsten Bedürfnissen der Bevölkerung mit Versorgungsproblemen entspreche.

Um den Missbrauch von Wasser grafisch darzustellen, verwies Chase auf den Fall San Bernardino, wo viele Menschen einen großen Teil des Wasserverbrauchs für die Gartenbewässerung verwenden.

„In San Bernardino haben wir Berichte, die besagen, dass 49 % des Wasserverbrauchs für die Bewässerung von Pflanzen bestimmt sind”, sagte Chase.

Er betonte weiter, dass das Wasser, das ohne Nutzen verschwendet werde, dem Bedarf anderer Bevölkerungsgruppen entspreche.

„Das Gebiet des Chacos befindet sich in einer kritischen Situation. In den drei Städten Loma Plata, Neuland und Filadelfia, verteilen täglich 400 bis 700 Tanklastwagen Wasser, um die Zisternen der Haushalte zu füllen“, sagte Chase.

Übermäßiges Gießen von Pflanzen, das Waschen von Autos und die Verwendung von Trinkwasser zu anderen nicht vorrangigen Zwecken, argumentierte Chase, führe dazu, dass die knappe Versorgung mit der lebenswichtigen Flüssigkeit jeden Tag verschlimmert werde.

„Alles, was wir nicht verschwenden, trägt zu den Gemeinden bei, die unter einer Wassernot leiden. Hier herrscht eine schlechte Angewohnheit, Wasser sinnlos zu verschwenden, was in anderen Ländern ausgeschlossen ist. Wasser in unserem Land ist das billigste in der Region“, sagte Chase.

Er warnte davor, dass wir bei anhaltendem Wassermissbrauch Situationen erreichen können, die in Städten wie Curitiba (Brasilien) oder Salta (Argentinien) bereits existieren. In der brasilianischen Stadt, erklärte er, werde ein “Wasserstrahl” angewendet, was 36 Stunden Versorgung mit der lebenswichtigen Flüssigkeit bedeute, gefolgt von 36 Stunden Unterbrechung der Zufuhr.

Wochenblatt / ADN Paraguayo / Beitragsbild Archiv

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1 Kommentar zu “Wasserkrise: 36 Stunden Trinkwasser und dann 36 Stunden eine Unterbrechung

  1. Huldreich Ritter von Geilfus

    Ich bade mich schon am Sonntag nicht mehr um Wasser zu sparen. Beim Duschen schraub ich die Dusche soweit auf dass es gerademal ein Rinnsal gibt.
    Im Chaco ist es sowieso nicht Brauch auch nur einen Tropfen Wasser fuer Pflanzen zu verschwenden – geht ein was eingeht und bleibt Leben was Leben bleibt.
    Die Zitrusbaeume sind in den meisten Stellen des Chaco in der Ueberschwemmung vor einigen Jahren eingegangen. Es lohnt nicht diese wieder anzupflanzen.
    Die Leute werden muessen mit Trockenheit umgehen lernen.
    Und trotzdem gibt die Regierung Abdo Rekordernten in Ostparaguay bekannt. Da ist wohl ein Oxymoron irgendwo versteckt denn es kann keine Rekordernten geben und zugleich Duerre.
    Gegen die Trockenheit hilft meist die Gruendung eines neuen Munizips – das loest auf einen Schlag alle Probleme der Welt und Jesus braucht dann nicht mal mehr wiederkommen…
    Bei Duerren opferten die Azteken immer mehr Indianer bis Tenochtitlan sich in einen Strom von Blut verwandelte – und das ging so weiter bis es regnete.
    Curitiba liegt ja fast an der Kueste am Meer und sollte eigentlich genug Regen erhalten vom Meer her. Da sich der Amazonas Regenwald aber immer weiter ab von Curitiba unfreiwillig wegbegibt, so generieren die Baeume wohl nicht mehr genuegend Regenwolken die dann ueber Curitiba abregnen koennen. Salta liegt wohl in dem Gebiet das Argentinien Bolivien mal wegnahm.

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