Wenn der Staat nichts unternimmt

Asunción: Der Abasto Markt ist das Verteilerzentrum für Obst und Gemüse in der Hauptstadt. Lokale Tomaten und Paprika-Bauern versperrten die Zufahrten um Schmuggelware zu verbieten.

Wer in Paraguay Gemüse anbaut und vom regelmäßigen Absatz leben will bzw. muss, hat es schwer. Lokale Ware ist nur dann gefragt und gut genug, wenn Gemüse aus Argentinien oder Brasilien nicht zu haben oder unerschwinglich ist. Da das meiste davon jedoch geschmuggelt ins Land kommt, protestierten seit dem Abendstunden des gestrigen Donnerstages Bauern und versperrten die Zufahrten. Sie plädieren für eine Kontrolle der Ware am Eingang des Großmarktes. Die Reaktionen der Händler und der Lieferer kann man sich vorstellen. Beide Parteien begannen gewaltsam auf einander zuzugehen, obwohl die Senave, der Zoll und die Polizei mit Wasserwerfern vor Ort waren.

Würde der Zoll seine Arbeit an der Grenze tun und nicht für jeden durchgewinkten Lkw ein Umschlag bekommen, wären solche Probleme nicht aufgetreten. Den Zollbeamten gefällt es anscheinend auf beiden Seiten einen guten Eindruck zu hinterlassen.

„Wir sind echte Bauern die Gemüse anbauen und davon leben wollen, wir kommen hier nicht als bezahlte Gruppe um Lärm zu machen. Argentinische und brasilianische Produkte werden hierher geliefert, obwohl der Import derselben verboten ist“, erläuterte Francisco Mesa, Präsident der Vereinigung der Gemüseproduzenten Paraguays.

Wochenblatt / Última Hora

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9 Kommentare zu “Wenn der Staat nichts unternimmt

  1. Dieses Schmuggelproblem ist doch seit „ewigen Zeiten“ bekannt. Wenn von seiten der Politik dennoch nichts dagegen unternommen wird, kann man dann der Logik nach daraus schließen, daß die Politik das NICHT unterbinden will? Und weiter der Logik nach, könnte dann daraus gefolgert werden, daß die Politik (wer auch immer konkret) die Hände im Spiel hat und daran mit verdient? Oder als Alternative: Ist die Politik und die Justiz einfach komplett unfähig? Viel mehr Möglichkeiten gibt es ja nicht.

  2. Wie können Obst und Gemüse aus Brasilien in ASU billiger sein als einheimisch produziertes Gemüse?

    Ich habe dafür nur eine Erklärung. Die „billigere“ Produktion, mit der man am Ende mit seiner Gesundheit teuer bezahlt.

    1. Das siehst Du eventuell falsch, das hier produzierte Gemüse oder Obst, ist zum größten Teil, komplett überdüngt, da ein Abkommen besteht, nichts einzuführen. Also warum sollten die Bauern hier, sich die Mühe machen, brauchbares Obst und Gemüse zu produzieren? Sie sind doch von der Politik geschützt und als einzige Lieferanten für das Volk.

  3. Mir fällt da nur ein Wort aus DDR Zeiten ein.“ Konsum“. Auf Deutsch, „kaufe ohne Nachdenken schnell unseren Mist.“

  4. Der Artikel ist zwar schon älter,
    https://wochenblatt.cc/die-tomaten-werden-gold-wert/
    „Die Erzeuger in Paraguay bieten uns minderwertige Qualität an und diese auch nur in geringen Mengen. Wir sind gezwungen, Schmuggelware zu kaufen, denn die Nachfrage von unseren Kunden ist hoch. Es sollte von der Regierung eine neue Regelung bei den Einfuhren erfolgen. Das kommt auch den Verbrauchern zugute“, sagte Jhony Cabral, der Restaurants beliefert.
    Fazit Importverbot schützt minderwertige Qualität
    geringe Mengen ermöglichen die dafür verlangten überhöhten Preise
    Deshalb Importverbot beibehalten, noch weniger anbauen / anbieten ergibt weniger Arbeit und noch höhere Preise.

  5. Frage? Wieso hat die Mehrheit ANR gewaehlt?
    Alles Schmuggler oder koennen nicht lesen um sich eine eigene Meinung zu bilden?

    1. @Hans
      Hat es nicht auch seine Ursachen warum die Preise so hoch gehen!
      Warum die Importe oder schwarz Ware billiger sind als welche aus Paraguay.
      Hier stimmt doch was nicht und das sind die Anbaumethoden, zu wenig Produktivität,zu Teuer!
      Mit Kunstdünger und Pestiziden ist man Paraguay auch nicht gerade sparsam.
      Die Ausländer müssen auch mit den Arsch an die Wand kommen um zu leben. Es geht doch bei denen!

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