Wenn ein Gefangener aus gesundheitlichen Gründen jeden Tag Wein trinken will

Asunción: Während seiner Anhörung zur Überprüfung der Haftmaßnahmen forderte der Politiker Paraguayo Cubas den Richter auf, ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht den täglichen Weinkonsum zu verbieten. Der Richter entschied nicht über diesen Antrag und bestätigte seine Untersuchungshaft.

Cubas richtete während seiner Anhörung eine bemerkenswerte Bitte an Richter Julián López, die Maßnahmen zu überprüfen. Er hatte seine Freilassung beantragt, die Staatsanwaltschaft lehnte dies jedoch ab und der Richter bestätigte daraufhin seine Untersuchungshaft.

Der Politiker beantragte vor Gericht, ihm den täglichen Konsum von Rotwein nicht zu verbieten, mit der Begründung, dass die Bestandteile des besagten alkoholischen Getränks gesundheitsfördernd seien und ihm dies von seinem behandelnden Arzt empfohlen worden sei.

„Obwohl es banal erscheint, bitte ich darum, dass mir nicht verboten wird, jeden Tag Rotwein in irgendeiner Form oder Menge zu trinken, unter Berücksichtigung der darin enthaltenen Bestandteile, die mir von meinem Kardiologen, Dr. Gwyn, wärmstens empfohlen wurden, nachdem er mich operierte und drei Bypässe einsetzte“, sagte Cubas während der Anhörung im Einklang mit dem endgültigen Beschluss des Richters.

Allerdings entschied López in seiner Beratung nicht über diesen Antrag. Der Richter habe lediglich die Untersuchungshaft gegen den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten bestätigt.

In seiner Anhörung erinnerte Cubas auch daran, dass er in Paraguay bereits 15 Strafverfahren durchlaufen habe, er zum sechsten Mal im Gefängnis sei und er 31-mal von der Nationalpolizei festgenommen worden sei.

Die Verteidigung des Beklagten ihrerseits bot als Kaution eine Immobilie in Recoleta, Asunción an, deren Wert sich auf 460.000 USD (3.335.000.000 Gs.) beläuft und das Eigentum von Víctor Llamosas ist, was ebenfalls abgelehnt wurde.

Auf diese Weise muss Cubas, Dritter bei den Parlamentswahlen am 30. April, im Gefängnis der Spezialeinheit der Nationalpolizei eingesperrt bleiben, wo er sich seit dem 5. Mai befindet, nachdem er vom Staatsanwalt wegen Störung des öffentlichen Friedens und anderer mutmaßlicher Verbrechen angeklagt wurde.

Der Richter argumentierte, dass die Gefahr der Flucht und der Behinderung der Ermittlungen weiterhin bestehe und fügte hinzu, dass die Anschuldigungen gegen den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten ihn einer “hohen Straferwartung“ aussetzen, die bis zu zehn Jahre Gefängnis überschreiten könne.

Die Ermittlungen gegen ihn begannen, nachdem das Staatsanwaltschaft gebeten hatte, ihn zu verhaften, weil er die Demonstrationen angeführt hatte, bei denen bei den letzten Parlamentswahlen mutmaßlicher Wahlbetrug angeprangert wurde, die zu Unruhen geführt hatten.

Wochenblatt / Ultima Hora / Beitragsbild Archiv

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4 Kommentare zu “Wenn ein Gefangener aus gesundheitlichen Gründen jeden Tag Wein trinken will

  1. Und was hat der Clown nun von seinen spektakulären Auftritten, sowie seinen aufwieglerischen bis aufhetzerischen Aktionen? NICHTS! Niemand wird ihm groß beistehen, wenn es drauf ankommt. Die meisten Mitläufer waren und sind ohnehin nur Krakeeler ohne klare Vorstellungen, was sie eigentlich wollen. Nur dagegen sein ist einfach zu wenig. Ich kann den Mann und seine Motive zwar gut verstehen, doch Lärm und Show allein ist kein Programm. Er tut mir irgendwie leid, aber niemand hat ihn gezwungen so zu handeln wie er das tat. Und nun fällt er schon wieder aus dem Rahmen, fordert sein tägliches Pensum an Wein – das läßt eher darauf schließen, daß er sich in einem gewissen Stadium des Alkoholismuses befindet und würde so manches erklären.

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    1. Irrenhaus-Beobachtungs-Institut

      Überaus differenzierter, sachlicher Kommentar, welchem wir weitgehend beipflichten, jedoch anmerken möchten, dass etliche Studien nachweisen, dass – besonders in Fällen von Herzproblemen, die ja bei Payo offensichtlich existieren, wenn er schon drei Bypässe erhalten hat – ein Glas Rotwein pro Tag diesbezüglich extrem gesundheitsförderlich sein kann, weshalb dies auch von guten Ärzten empfohlen wird. Mit Alkoholismus hat dies nun absolut rein gar nichts zu tun – fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. 😉

  2. Nichts desto trotz, ist er ein politischer Gefangener. Amnesty International sollte dies interessieren.
    In Deutschland hätte er wenigstens ein Schwimmbad und einen Sportraum in Stammheim.

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  3. Jupp, die Mehrbesseren hierzulande geben sich ja auch nicht mit Biligpolarbierbücksenpacks ab. Denn trotz eingesparter Müllabfuhrgebühr gönnen sich diese dann schon eher Teuermüllerbrei oder Vino Toro (5 Mil das Tetrapack). Daran erkennt man die Mehrbesseren hierzulande. MUSS man halt genau hingucken, wat die das saufen beim Shwuddeli-Iglesias-Hui-120dB abschwuddeli-huien. Nun zur Preisfrage – woran erkennst einer, der unter dem Mittelstand lebst. Nö, nicht am Biligpolarbierbücksenpack mit Kleinkind auf dem Arm. Na, am höchst persönlich errichteten Leere-Caña-Flaschl-Türmchen (Zuckerrohrsnaps) mit Kleinkind auf dem Arm. Zu letzteren gehört der Pajazzo Cuba halt nicht. Der predigt heiße Luft, möchte abe trotzdem Wein haben. Das ist ganz ähnlich wie in anderen Durchgelauchten Kreisen wie beispielsweise dem Klerus. Nur dass diese Weihrauch-Abfackel predigen.

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