Wer arm ist stirbt gleich

Asunción: Obwohl das Hospital Samaritano, laut seiner Namensgebung, eigentlich solidarisch handeln sollte starb ein 48-jähriger Patient, weil ihm ein Intensivbett verweigert wurde. Zu wenig Geld war der Hauptgrund für seinen Tod.

Gerardo Ramon Cantero, 48, starb am vergangenen Sonntag. Der Mann wurde wegen einer Bauchfellentzündung in das Hospital Samaritano eingeliefert. Er kam kurze Zeit später in das Krankenhaus General von Luque, weil er sich einer Operation unterziehen musste.

Sobald diese abgeschlossen ist, versprach die Klinikleitung vom Hospital Samaritano ihn wieder aufzunehmen. Allerdings verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Cantero und er brauchte eine Intensivbett. Dies verweigerte ihm die Leitung des Krankenhauses aus wirtschaftlichen Gründen.

Schließlich kam es bei Cantero zu Komplikationen und er starb an der Bauchfellentzündung, Nierenproblemen und einer allgemeinen Infektion.

Wochenblatt / Paraguay.com

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14 Kommentare zu “Wer arm ist stirbt gleich

  1. Dieser Mann musste sterben, weil sich die hiesigen Politiker am Volksvermögen bereichern und dies verschleudern.
    Würden diese ihre Arbeit korrekt machen, wär auch Geld für Gesundheitsvorsorge da, aber stattdessen werden grosse Reden geschwungen, denn diese Leute können ihre Arzrechnungen immer zahlen? Ist wie im Mittelalter hier.

    1. hatten wir das nicht gerade ? Die Deutschen sind schuld – schwätzen dumm und können sich beim einkaufen nicht artikulieren.

  2. Wie recht sie das mit ihrem nichtssagenden Beitrag erwähnen. Die Ausländer sind die ein zigsten, die ihre Kritik noch äußern. Die Paraguayer, und dazu gehören auch sie lumilu haben das vor vielen Jahren eingestellt. Sicher haben sie erkannt, dass ihre berechtigten Vorwürfe bei dem Politiker und der verantwortlichen Minister zu nichts führt. Die begeben sich immer zur Behandlung ins benachbarte Ausland.

    1. Tja, Kritik kommt halt nicht gut an hier im Lande, der „Todo bien-Sager“.
      Die einzigen, die hier mal aufzucken, sind die Lehrer – und das nicht, weil die Bildung allerletzter Husten ist, sondern weil sie ständig mehr plata haben wollen. Der Rest senkt gehorsam den Kopf und hofft, dass es im Paradies einmal besser sein wird.

  3. Eine Bauchfellentzündung ist eine lebensbedrohende entzündliche Erkrankung, die grösstenteils operativ behandelt werden muss. Eine nachfolgende intensivmedizinische Versorgung mit Drainage und Dialyse, künstlicher Ernährung und antibiotischer Verabreichung ist oftmals zwingend erforderlich. Wer hier kein Geld hat bzw. sich dieses „besorgen“ kann, sollte sich besser direkt die Kugel geben, als sich einer unzureichenden medizinischen Quälerei mit absehbarer Todesfolge hinzugeben, welche an menschlicher Gleichgültigkeit gegenüber den Geschöpfen in Paraguay keine Grenzen kennt.

    1. Ja, da haben Sie Recht. Diese Gleichgültigkeit ist schlimm in Paraguay. Nicht nur im Gesundheitssektor, sondern fast überall.
      Der besagte Herr ist gerade mal 48, vielleicht war er Familienvater und Ernährer. Jetzt könnte die Familie Probleme haben, über die Runden zu kommen.
      Dasselbe im Chaco, wo ein Kind sterben musste, weil der Vater den absurd hohen Peaje nicht bezahlen konnte und tage später erst ein Hubschrauber organisiert wurde. Oder ein anderer Fall, wo der Bürgermeister oder ein anderer Polittrottel einen Krankenwagen verwehrte, weil der Kranke ein Liberaler war.
      Und wenn es zu spät ist, ist das Geschrei gross. Aber verblasst dann wieder, bis der nächste Fall publik wird.

  4. Die medizinische Versorgung in hoch entwickelten Ländern ist mit Drittweltländern nicht vergleichbar. Das müsste jedem Einwanderer schon vorher bekannt gewesen sein. Hier zählt einzig Eigenverantwortung und -vorsorge.
    Eine soziale Hängematte existiert hier nicht, weil niemand in der Lage ist diese zu finanzieren.
    Selbst in hoch entwickelten Ländern steht die Krankenfürsorge an ihren Grenzen.

    1. Anton, mir persönlich geht es nicht um die insuffiziente Versorgung der paraguayischen Bevölkerung aus primärer Sicht. Viele Paraguayer zahlen für sich und ihre Familie noch nicht einmal Beiträge zur IPS. Man lebt halt heute und an morgen wird morgen gedacht. Dass die Heulerei dann gross ist, wenn der Notfall eintritt und keiner bezahlen kann, ergibt sich aus der fehlenden und offensichtlich schwierigen Vorausschauungsmentalität. Eben diese Gleichgültigkeit/Verantwortungslosigkeit gegenüber allem und jedem erzeugt u. a. m. E. die entstehenden Probleme. Wobei ich die einheimischen Mediziner mit fehlender Auslandsausbildung – nebenbei bemerkt – wenig schätze.

      1. Ich wollte nicht an Ihrer Meinung Kritik üben. Ihre Meinung über die einheimischen Mediziner ohne Auslandserfahrung/-Studium teile ich, ebenso Ihre Ansicht zur unnötigen Quälerei.
        Hier gilt das Motto hilf dir selbst, sonst hilft dir niemand.

  5. Da muss man seine Kinder eben in ein öffentliches Krankenhaus in die Onkologie bringen. Dort ist 1a-Spitzenmedizin grati, billiger als Streichhölzer und Bier zusammen. Das weiß doch jedes Pyrenäenmännchen! Die wissen was und wie sie tun, legen nicht nur einen schnell wieder gegen Null strebenden Streichholz- und Bier-, sondern auch einen großen Kindes-Vorrat an (geschätzter Durchschnitt 14 bis 15), falls man doch bei Komplikationen ins Privado müsste. Ist doch buen educado, muss man zugeben.

  6. also mir sieht der liebe herr jetzt nicht so „arm“ aus wie der herkömmliche paraguayer der sich gerade so über die runden rettet. ich denke da schon mehr das er die kosten nicht zahlen wollte, weil gerade raum asuncion kosten intensiv-betten richtig schotter. da sind wir hier in villarrica/oviedo zone noch gut bedient. aber vermutlich wurde da halt bei der krankenversicherung gespart und somit hatte er halt nichts oder nicht gerade parad. das ist eines der größten probleme, wennst was hast, bevors dich operieren musst mal plata zücken sonst passiert hier gar nichts in den privaten. aber klar er hätte ja auch ins IPS oder Regional gehen können, die sind bei manchen sachen sogar besser weil es tag/täglich vorkommt. aber bei OPs ist es immer kritisch

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