Wer von den Uniformierten ist nicht korrupt?

Asunción: Ob für die eigene Tasche oder die Chefs spielt keine Rolle. Der umsichtige Fahrer in Asunción wird permanent zur Kasse gebeten, stets ohne offiziellen Zahlungsbeleg.

Heranwachsende, die vorhaben bei der Polizei oder der Verkehrspolizei ihren Dienst zu versehen, sollten vorab wissen, wo der Hase lang läuft. Die Chefs in den oberen Rängen fordern stets ihre wöchentliche Zahlung. Wie man diese zusammenbekommt ist ihnen völlig egal, Hauptsache der Betrag stimmt. Bei der Patrullera Caminera wie auch bei der Policía Nacional und der Policía Municipal de Transito ist diese Art von Vergütung, die niedrige Dienstgrade benachteiligt seit langem aktiv und wird auch nicht mit dem besten Kommandanten ausgemerzt. Wer nicht spurt wird verletzt. Wer dem Druck nicht standhält, kann sich gerne einen anderen Arbeitsplatz suchen. So sind die Regeln.

Im aktuellen Fall ist es Inspektor Jorge Villamayor, der sich von einer Frau in einem weißen Hyundai Tucson bezahlen lässt. Dummerweise filmte jemand aus nächster Nähe. Allerdings wird nicht sehr viel mehr als eine interne Untersuchung zu dem Schluss kommen, dass man sich hätte besser nicht erwischen lassen sollen. Danach folgt ein Jahr Zwangsversetzung in den Bauhof der Stadt und spätestens wenn ein neuer Polizeidirektor den Dienst antritt, wird Inspektor Villamayor wieder in die Reihen aufgenommen. So einfach ist das. Wer hat Schuld – das System!

Wochenblatt / Abc Color

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8 Kommentare zu “Wer von den Uniformierten ist nicht korrupt?

  1. Was heißt hier „wer hat Schuld – das System“? Das System ist ja gerade auf Korruption ausgelegt. Warum wohl die unverhältnismäßig hohen Bußgelder? Damit die „Verkehrssünder“ gezwungen werden den Verkehrsbeamten/Polizisten „unter den Hand“ etwas anzubieten. Diese einkalkulierte „Zuwendungen“ sind als fixer Bestandteil der Gehälter von vornherein eingeplant. Mir passierte vor wenigen Tagen folgendes: Ich grüßte freundlich die Herren der Policia Municipal in meinem Ort und vor lauter Freundlichkeit übersah ich, daß sie auf dem Mittelstreifen einen roten Hut aufgestellt hatten. So schleifte ich diesen Hut ca. 2 Meter mit. Das war alles, nichts ist passiert. Nun waren die Herren plötzlich séhr ernst, obwohl sie mich schon lange kennen und meinten das Berühren des Hutes koste GS 850.000. Sodann wurde gleich ein Strafzettel ausgefüllt. Derweil verhandelte ich und kam mit GS 100.000 davon. Das ist ja wohl wirklich eine Abzockerei um nicht Banditentum sagen zu müssen. Ob es überhaupt eine Strafe für das unbeabsichtiges Berühren eines solchen Hutes gibt mag ich doch stark bezweifeln. Aber soll ich mich mit den „ehrenwerten Polizisten“ anlegen. Wenn wir hier in einem wirklichen Rechtsstaat leben würden – sofort! Aber so – NEIN.

    1. Dann sollte man aufpassen das der ausgeschriebene Srafzettel auch vernichtet wird. Wenn nicht ist man im Verzeichnis drinn wegen nicht bezahlter Multa bei einer nächsten Kontrolle ist man dann drann, bezahlt dann noch ein mal.

  2. Die Frau laechelt den sogar an – hat bestimmt einen Sonderpreis gemacht fuer sie.

    Eigentlich ist es mir egal, ob die Verkehrspolizei offiziell oder inoffiziell ihre Kohle bekommt, solange die Verkehrssuender ZURECHT bestraft werden. Ein Lerneffekt ist wohl dabei zuviel verlangt. Es ist furchtbar aetzend, wie ruecksichtslos die Leute fahren, mir kommt es dabei vor, dass die besonders teuren Autos meinen, sich alles erlauben zu duerfen. Letztens hat sich ein BMW X5 mir kackfrech in den Weg gestellt als ich in eine Avenida einbiegen wollte.

    Was allerdings gar nicht geht, sind willkuerliche Kontrollen und Strafzahlungen unbescholtener Autofahrer. Da platzt mir die Hutschnur!

  3. Korruption hat immer vor und nachteile. ich wurde letzten von der PMT per Motorrad aufgehalten, Vergehen war „Telefonieren am Steuer“, gut das die uniformierten dann 20 Journale wollten entbehrte mir jedem Grundsatz aber das ich ohne Multa nicht davonkomme war mir auch klar. Somit beisst man lieber in den sauren Apfel, gibt den netten Unterstützern etwas und man hat sich ein paar Hunderter erspart. Solange das so funktioniert sollte jeder froh sein. aufpassen muss man eben nur bei der „genauen Journal“ anzahl die sollte man halt wissen, weil sonst kanns schnell teurer werden als was die Multa legal überhaupt ausmacht.

  4. Das Interesse an Aufklärung solcher Vorfälle scheint auch „höherenorts“ nicht allzu groß zu sein. Ich habe nach meiner Reiseerfahrung folgende Anfrage an die Botschaft von Paraguay in Berlin gerichtet:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    bin eben in Paraguay auf Urlaub, und ich wollte fragen, ob Sie mir da Auskunft geben koennten:
    1. Ist es tatsaechlich strafbar, auf einer gerade nicht von Fahrzeugen befahrenen Landstrasse
    am Rand des Asphaltes zu gehen?
    (Independencia, Melgarejo Ortseinfahrt vor dem Polizeirevier ich glaube Nr 19 panetey, 16.3.2018 9Uhr)
    2. Wenn ja, welche Strafen werden dafuer ueblicherweise verhaengt?
    3. Ist es ueblich, dass bei 500.000 G Strafe immerhin 80 Euro trotz Ersuchens keine Bestaetigung ausgestellt wird?
    4. Ist es ueblich, dass der zu einer laengeren Kontrolle einbehaltene Pass erst nach effektiver Bezahlung dieser Strafe wieder ausgefolgt wird?
    Voraus herzlichen Dank fuer ihre Bemuehungen

    Und erhielt statt einer inhaltlichen Antwort den Hinweis, ich solle mich an die deutsche Botschaft in Asu wenden….
    Offenbar wurde das nicht einmal an die zuständige Stelle zur internen Untersuchung weitergeleitet.

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