Die Ayoreo, eine unbekannte Volksgruppe im Norden des Landes

Filadelfia: Gleich zu Beginn muss gesagt werden, dass die Ayoreo aus Paraguay, die letzte isoliert-lebende Volksgruppe Amerikas* außerhalb des Amazonas ist. Das macht sie zu etwas ganz Besonderem.

In Paraguay unterscheidet man zwischen drei Gruppen, die Guidaygosode, die Garaygosode und die Totobiegosode. Sie leben in 15 Dörfern in den nordwestlichen Departements Boquerón und Alto Paraguay. Eine Untergruppe der Lokalgruppe der Totobiegosode sowie vier weitere nicht identifizierte Gruppen führen ihre traditionelle Lebensweise als Jäger und Sammler mit einfachem Gartenbau fort.

Ein kleiner Teil des Volkes der Ayoreo, maximal 150 Personen stark, lehnt den Kontakt zur Außenwelt vehement ab. Sie zählen damit zu den Isolierten Völkern und sind unter diesen die südlichsten auf dem Kontinent Amerika und der gesamten Welt. Ihr Lebensraum erstreckt sich über den Nationalpark Cerro León, der 780.000 Hektar groß ist.

Während schon 1537 die ersten Europäer unter Führung von Juan de Ayolas Kontakt mit einigen Ayoreo aufnahmen, verließ eine letzte Gruppe erst vor wenigen Jahren den Wald, um in Siedlungen wie Chaidí (Alto Paraguay) zu leben. Campo Loro (Boquerón) beispielsweise wurde 1979 gegründet und beherbergt rund 900 Ayoreos rund 200 km südlich des Cerro León. Insgesamt sollen schätzungsweise noch 2.500 Ayoreos in Paraguay leben.

Der Grund weswegen viele die Wälder des Chacos verließen, war die voranschreitende Abholzung, um mehr Platz für Weideflächen zu schaffen. Auch die Holz-verarbeitende Industrie profitierte davon. In den Jahren 1986, 2004 und 2006 kam es zu einschneidenden Erlebnissen mit Religiösen und Holzhändlern, die viele zur Flucht in die Zivilisation zwangen.

In Campo Loro, wo Dank internationaler Hilfe ein Tiefbrunnen für Trinkwasser sorgt, und wo westliche Kooperation in der Vergangenheit eine Grundinfrastruktur hereinbrachte, lebt man trotzdem noch nach den Regeln der Natur. Nun wenig aus der Stadt hat Bewandtnis in diesem Teil des Landes. Armut ist leider weit verbreitet, da es nur wenige Jobs bei den Mennoniten gibt und wenn ja dann nur mittelprächtig bezahlt und nicht von langer Dauer.

Hier nachhaltig Hilfe zu leisten bringt in zweierlei Hinsicht etwas, zum einen hilft man leidenden Menschen, die aus der Sucht der zivilisierten Europäer meist unterbewertet werden und zum anderen schützt man so die noch isoliert-lebende Gruppe. Die Ayoreo, vereint in einer Gemeinschaft, halten es für ganz besonders wichtig, ihre im Wald lebenden Brüder genau da zu leben lassen, wo sie sind. Unterstützt man sie, unterstützt man alle.

* geändert

Wochenblatt / Chaco Ra’anga / Wikpedia / Andropylogia / Paraguay.com

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4 Kommentare zu “Die Ayoreo, eine unbekannte Volksgruppe im Norden des Landes

  1. implementation by different

    Was soll den „leidende Menschen“ heißen? Die sind vielleicht viel glücklicher als wir zivilisierten Menschen, die leiden wenn Facebock nicht erreichbar ist oder die Streichhölzer alle sind.

  2. „Gleich zu Beginn muss gesagt werden, dass die Ayoreo aus Paraguay, die letzte isoliert-lebende Volksgruppe außerhalb des Amazonas ist.“ Das stimmt so nicht, z.B. leben die Sentinelesen im Indischen Ozean ebenfalls unkontaktiert: https://www.survivalinternational.de/indigene/sentinelesen

  3. Die „unbekannten“Helden Paraguays!
    So eine schöne Heimat wie der Chaco würde ich ich auch nicht einfach verlassen wollen.
    Wie lange dauert es bis unsere kranke Zivillisation diese Leute verschluckt?
    Traurig,dass vom ganzen paraguayischen Gran Chaco auch nur 780.000Hektar Reservat/Naturpark sind.

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