Wie sich Argentiniens Pleite in der Region auswirkt

Asunción: Das Urteil des US-Richters, welches die teilweise Zahlungsunfähigkeit der Schulden in Argentinien hervorgerufen hat kann sich in einer Kombination von Rezession und hoher Inflation auswirken. Diese Phänomene könnten abgeschwächt auch auf die Nachbarländer überschwappen.

Bei der letzten Finanzkrise in Argentinien, im Dezember 2001, die durch politisches und wirtschaftliches Chaos nicht mit der jetzigen Situation verglichen werden kann, wurde nur Uruguay direkt davon betroffen. Etwa 13 Jahre später hat sich das Panorama in der Region jedoch geändert.

Argentinien ist drittgrößter Abnehmer brasilianischer Waren. Hierhin gehen 7% der kompletten brasilianischen Produktion. Viele davon sind in Fabriken hergestellt, nicht wie bei dem größten Handelspartner Brasiliens China, an welchen größtenteils landwirtschaftliche Erzeugnisse verkauft werden. Brasilien ist viertgrößter Investor in Argentinien, nach den USA, Spanien und Holland. Außerdem gibt es diverse brasilianische Betriebe und Niederlassungen wie Marfrig, Brasil Foods, JBS, Camargo Corrêa, Banco do Brasil, Itaú und Petrobras.

Auch Chile kann sich besorgt fühlen über ihre getätigten Investitionen von Falabella, Cencosud, Coca-Cola Andina, LAN Airline. Chile ist der sechstgrößte Investor in Argentinien nach China.

Jedes Land der Region hat seine Interessen in Argentinien: der Handel, die Investitionen in Betriebe oder der Tourismus. Uruguay wird derzeit durch die Flucht argentinischen Kapitals begünstigt. Im vergangenen Juni wurde die höchste Sparsumme von Argentiniern in Uruguay während der letzten sechs Jahre registriert. Allerdings ist das schon der einzige positive Effekt für Uruguay. Der Besucherstrom am Rio de la Plata hängt auch von der argentinischen Seite ab, die zukünftig weniger Geld zur Verfügung haben wird. Argentinien ist drittgrößter Abnehmer uruguayischer Produkte.

Paraguay befürchtet durch die Abwertung des argentinischen Peso verstärkten Schmuggel. Paraguay, ähnlich wie Chile, exportiert nicht sehr viel nach Argentinien. Die größte Angst in Asunción ist die Zunahme des Schmuggels, der so schon trotz Kontrolle ausuferte.

Bolivien ist ebenso auf ihren Export nach Argentinien angewiesen. Immerhin sind sie zweitgrößter Käufer von Waren aus dem Altiplano. Allerdings ist davon ein großer Teil Gas, was auch bei schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen gebraucht und gekauft wird.

(Wochenblatt / La Nación)

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