Wieder einmal leidet der Chaco

Villa Choferes: Unter der Regierung von Fernando Lugo wurde zwei Entsalzungsanlagen im zentralen Chaco errichtet. Ihre Funktionalität ist zum größten Teil eingeschränkt. Eine Menge Geld wurde wohl in den Sand gesetzt.

Insgesamt beliefen sich die Investitionen auf 15,7 Milliarden Guaranies. Dafür wurde in Villa Choferes eine Entsalzungsanlagen errichtet. Seit Jahren funktioniert diese aber nur sehr begrenzt. Im Oktober 2010 kam es zur Eröffnung mit der Anwesenheit des damaligen Präsidenten Fernando Lugo. 200.000 Liter Frischwasser sollte die Anlage produzieren. Jedoch werden nur bestenfalls 60.000 Liter aufbereitet.

Lange Zeit reklamierten die Verantwortlichen wenig, denn schon ab 2013 kam es zu Problemen, die wohl durch eine mangelnde Wartung herbeigeführt wurden.

Elmar Vogt (PQ), Bürgermeister von Mariscal Estigarribia, erklärte, das Nationale Notfallsekretariat (SEN) sei über die Schwierigkeiten informiert worden. Die Anlage liegt in seinem Aufgabenbereich.

Im März 2016 kündigte Joaquin Roa, Minister vom SEN an, Techniker aus Israel würden für Abhilfe sorgen. Das war aber nur ein Versprechen, jetzt werden die unterirdischen Tanks als ein Warenlagerfür Lebensmittel genutzt.

Aber auch in Irala Fernández (Presidente Hayes) wurde vor Jahren eine Wasseraufbereitungsanlage, wie in Mariscal Estigarribia, installiert. Sie funktionierte ebenfalls nur für kurze Zeit. Der Bürgermeister Cecilio López (Alianza) betonte, das SEN habe erklärt, das Projekt sei unrentabel. Er beschwerte sich aber, dass die riesigen Hallen von der SEN für Meetings verwendet würden.

Trotz der großen Investitionen müssen die Bewohner im Chaco während Dürreperioden weiterhin auf artesische Brunnen oder Teiche zurückgreifen, wenn sie die lebenswichtige Flüssigkeit benötigen.

Quelle: ABC Color

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5 Kommentare zu “Wieder einmal leidet der Chaco

  1. Eine Entsalzungsanlage muss durch einen fachlich kompetenten Techniker unter der Verantwortung eines Ingenieurs betrieben werden.

    Ich kenn die Anlagen nicht, kann aber mir schon vorstellen, was hier nicht gemacht wurde. Die Filter wurden wahrscheinlich nie oder zu selten rueckgespuelt, sodass das Leistungsvermoegen sofort zurueckgeht. Offensichtlich wurde der zunehmende Druckunterschied durch den Filterkuchen einfach ignoriert, das heisst mehr Druck war notwendig und die empflindlichen Membrane wurden wahrscheinlich zerstoert.

    15,7 Mrd. Guaranies bzw. 2,6 Millionen Euro. Das tut weh!

  2. Ich finds gut. Ein weiterer Sargnagel im Paradies. Ich sagte ja bereits, hier bröckelts immer mehr. Was man sich in diesem Land abhält ist eine Schande. Überall in der Welt gibt’s richtige Probleme und hier wird masslos Völlerei in allen Belangen betrieben. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis man hier wieder angelangt ist wo man auch hingehört, wenn man sich so verhält wie man es tut.

    1. Man muss jetzt auch nicht seinen Zorn über das Land auslassen, wenn es nicht geklappt hat.
      Entweder haben Sie wirklich grosses Pech mit den Leuten gehabt (es gibt auch zuverlaessige Leute hier) oder Sie haben die Paraguayos mit der gleichen Aggressivitaet wie hier behandelt, so wie einige Deutsche sich im Hotel aufregen, dass die Wurstplatte nicht nachgefuellt wurde.

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