Wo kein Kläger da kein Richter

Asunción: Eigentlich sind nach dem Strafgesetzbuch und einer “Nullabfall“ Verordnung drakonische Strafen für Müllsünder vorgesehen. Bis zu fünf Jahre Haft sind möglich. Keiner schert sich aber anscheinend darum.

Fünf Jahre Gefängnis oder eine Geldstrafe bis zu 200 Millionen Guaranies sind möglich, wenn jemand Müll auf öffentliche Straßen wirft.

Bis jetzt wurde niemand dafür bestraft oder musste ins Gefängnis einrücken wenn er das Gesetz missachtete.

Wieder dürften sich heute Tonnen von Abfällen in den Straßen der paraguayischen Hauptstadt ansammeln, die dann morgen oder am Montag beseitigt werden müssen. Verursacht durch verantwortungslose Menschen, die ihren Müll bei Regen “entsorgen“.

Das Strafgesetzbuch, im Artikel 200, sieht dafür eine Freiheitsstrafe bis fünf Jahren oder Geldstrafe vor.

Im Fall der Gemeindeverordnung von Asunción 408/14, “Nullabfall“, sind für das illegale Entsorgen von Müll auf öffentlichen Straßen oder ins Kanalnetz Geldbußen von bis zu 2.700 Tagessätze vom Mindestlohn vorgesehen. Das sind mehr als 200 Millionen Guaranies.

Jedoch muss der Delinquent in flagranti bei dem illegalen Müllentsorgen ertappt werden. Das dürfte aber in der heutigen Zeit doch wohl kein Problem mehr darstellen, nachdem ein Smartphone zur Grundausstattung vieler Bürger im Land gehört.

Wochenblatt / Hoy

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9 Kommentare zu “Wo kein Kläger da kein Richter

  1. Nullabfall? Wie geht das? Wie lasse ich zum Beispiel eine leere Batterie verschwinden?
    Wahrscheinlich ist gemeint, dass jeder Abfall der Müllabfuhr übergeben werden muss. Und die schichtet das dann einfach in einer Deponie.
    Ich bin mir fast sicher, dass es in Paraguay kein Recycling gibt ausser den gewinnorientierten privaten Wertstoffsammlern wie zum Beispiel für Autobatterien.
    Klar, ist Arbeit, das Aufbereiten und Wiederverwerten. Auch in Europa wird das nicht konsequent gehandhabt. Ist zuviel Arbeit. Man bezahlt lieber Arbeitslose fürs Nicht-Arbeiten.

  2. Die Leute werfen den Müll gar nicht auf die Straße sondern ordnungsgemäß in ihren großen Mülleimer rund ums Haus. Und das kostet im Gegensatz zur Müllabfuhr weniger Arbeit und weniger Guaranies. Das ist ja nicht verboten. Man sieht es ja an jeder Liegenschaft, an welcher man vorbei hötterlet. Nein, diese farbigen Dinger sind keine Blumen sondern Plastik, Windeln, leere Flaschen, leere Bierbüchsen, alte Fahrräder, alte Pneus…
    Hier in Paraguay wird nichts weg geworfen, man könnte es irgendwann einmal noch brauchen.
    Nun, so kommt es wie es kommen muss. Vor allem wenn es regnet bevor man oben erwähntes brennbares Material anzünden kann.
    Nein, Ernst beiseite, es liegt nicht nur an einem nicht existenten Umweltbewusstsein, an Egoismus und „Kannst mir eh sagen was du willst, geht mir hier rein und da raus“.
    Es liegt auch an einem kläglichen Versagen der Regierung und Stadtverwaltungen.
    Kannst ja noch lange deine Leuchtstoffröhre der Müllabfuhr mitgeben wollen. In ganzen Stücken nehmen sie sie nicht mit.
    Das Problem Müll hat seine Kosten. Mit einer Jahressteuer von ca. 50 Euro pro Lote bezahlt man in Paraguay sozusagen keine Grundstückssteuer, die 50 Euro sind nur dazu da, dass sie irgendwo versickern.
    Ohne extreme Steuererhöhung, die wir uns doch alle sehr aufgrund eines durchschnittlichen monatlichen Einkommens von 300 Euro wünschen, wird das Problem Müllbeseitigung nie gelöst.
    Fazit:
    Plata um Steuern zu bezahlen hat niemand und wenn, wird er es nicht für Müllbeseitigung hergeben. Alle sind glücklich und zufrieden wie barato alles ist. Weitermachen!

  3. Ich bin der Meinung, dass das Heute kein Problem währe die Abfall-Sünder zu finden.
    Fast in der ganzen Stadt Asuncion sind Kamera, wieso werde die nicht ausgewertet an solchen regnerischen Tagen. Weil das wiederum arbeit macht!!!
    Durch die ertrabten Sünder, würde das aber einen guten Lohn einbringen. Das Interessen ist doch noch nicht ganz so gross, die Täter zu finden.

    1. Vor ein paar Monaten kam ein Artikel hier im Wochenblatt, wo eine Kamera sehr genau aufzeichnete, wie zwei Frauen dreist einen Müllbeutel auf einer Plaza platzierten und wieder verschwanden. Sie kamen sogar mit einer Camioneta. Also leichter geht es ja eigentlich nicht, die ausfindig zu machen. Ich würde gerne das Gesicht der beiden Puten sehen, wenn man ihnen 200 Millionen Gs Strafe aufbrummt.
      Strafe ist natürlich masslos übertrieben, aber anderes kapieren es die Leute in Paraguay nicht.

  4. Sicher sind die “ Beamten “ der Städte, die Ihren Müll als erster bei Regen entsorgen, desweiteren glaube ich kaum, das alle angebrachten Kameras funktionieren, viele sind nur Attrappe. Desweiteren, wenn die Kameras funktionieren, fehlt das Fachpersonal und die nötige Software um die Videos auszuwerten. Außerdem hat keiner der “ viel beschäftigten “ Beamten keiner Zeit dazu.

  5. Es geht alles wenn man es möchte! Es kein Problem die Abfall-Sünder zu finden.
    Das Problem ist die Abfallvermeidung und die Wiederverwertung, die Mülltrennung auch in Europa.
    Das meiste vom Gelben Sack wird verbrannt!
    Die Mühlverbrennung in einen Kraftwerk mit Filter ist eine Lösung.Es ist nicht ab zu sehen das sich in den Köpfen etwas ändert.

  6. Das Problem hier ist keine wirkliche Koordinierung der einzelnen Müllentsorger und wenn dann noch der gesammelte Müll nahe des Flusses in Asuncion abgeladen wird in der Hoffnung das nächste Hochwasser spült alles Sorgen weg stimmt hier etwas nicht. Bei mir fällte die Ande unter ihren Kabeln viele Büsche und Bäume was auch zu verstehen ist aber was ich nicht verstehe ist diesen Baumschnitt in meinen Bach zu werfen. Ein Feiler meiner Betonbrücke brach weg weil Hochwasser sich Staute und ein riesen Druck entstand,mein Versuch die Ande anzuzeigen bei der NP schlug fehl sollte erst mit der Ande sprechen was ich tat,aber ach oh Wunder Niemand sah sich in der Pflicht die dumme Mutter des Ande Chefs sagte meiner Frau das ein Neues Gesetz da sei das die Ande die Leitungen frei schneiden muss aber die Anwohner den Baumschnitt entfernen müssten. Aber Leute 50 Meter von der Ruta Mitte ist nicht mein Grundstück also warum sollte das so sein.Dann kann ja Jeder (Was auch geschieht) meinen Bach von der Strasse und seinem Grundstück aus Müll in den Bach werfen und ich darf ihn entsorgen wenn er wieder mal weil Baumschnitt den Weg des Wasser versperrt sich Staut.

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