Yerba: Anbau, Produktion und Genuss

Der Mate-Strauch oder Yerba, wie er hier in Paraguay genannt wird, ist einer von den landwirtschaftlichen Produkten, der lokal mit am häufigsten vorkommt. Insbesondere in den südlichen Landesteilen, unter anderem in Guairá, nimmt sie einen Großteil der Anbauflächen ein.

Die Pflanze braucht eine durchnittliche Temperatur von ungefähr 23 Grad sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Diese Voraussetzungen sind bei uns sehr gut vorhanden. Dagegen jedoch spricht die lange Kulturdauer bis zur Erntereife. Die Keimlinge werden in Wasser aufgeweicht und brauchen bis zu 3 Monate, dann müssen die Jungpflanzen regelmäßig bewässert werden. Das Zurückschneiden erfolgt Jahr für Jahr damit der Strauch kräftiger wird. Nach 4 Jahren kann die Ernte beginnen.

Allein dieser lange Zyklus scheut viele Landwirte Mate anzubauen. Auch Schädlinge können während dieser langen Periode den gedachten Anbau wieder zunichte machen. Als Lösung werden die Agrarflächen Zug um Zug umgebaut, damit immer noch ein Anbauprodukt gewinnbringend übrig bleibt als Einnahmequelle. Sicherlich bestimmt immer noch das Zuckerrohr die Agrarflächen im Bezirk Guairá, aber nach dem Totalausfall der Fabrik Iturbe setzt ein Umdenken ein.

Diese Probleme tauchen natürlich bei den verarbeitenden Yerbafabriken nicht auf. Eine Vielzahl von unterschiedlichen Marken gibt es im Handel zu kaufen.
In der Kolonie Sudetia, 15 km von Independencia entfernt, befindet sich ein großer Familienbetrieb der vier Sorten Mate Tee herstellt und vertreibt.
Mit dem Ankauf der Mate Blätter beginnt im Juni die Ernte und endet Anfang August. Diese werden dann in eine große drehende Trommel geworfen und mit Hilfe von Feuer kurz geröstet. Durch diesen Prozess bleibt die Farbe erhalten, Enzyme werden zerstört und die Fermentation bleibt erhalten. Gleichzeitig entstehen typische Aromen. Danach muss das Produkt noch eine zeitlang trocknen bis es nur noch eine Restfeuchtigkeit von ca. 8% hat. Dann wird es in der Yerbamühle klein gemahlen. Fertig hergestellt wird die Yerba eingelagert und der Nachfrage entsprechend in verschiedenen Gewichtsgrößen verpackt und verkauft.

Dieser Verabeitungsprozess hört sich relativ einfach an, das mag für einen Kleinbetrieb gelten, wir sprechen aber hier von Tonnen. Noch dazu wenn man bedenkt, dass aus 1kg Blätter nur annähend 380g Tee produziert wird.
Dadurch tauchen Probleme im Nachschub auf. Eine große Menge an Feuerholz wird benötigt um die Blätter rösten zu können, parallel dazu braucht man große Trocken-und Lagerräume. Das Holzproblem wurde elegant gelöst durch Vorhandensein großer eigener Anbauflächen. Vor Jahren begann man schon eigene Eukalyptusbäume zu pflanzen um den Eigenbedarf an Brennholz decken zu können, teilweise muss aber immer noch zugekauft werden. Analog zur Aufforstung werden immer neue Setzlinge der Mate Pflanze ausgebracht. Parallel dazu investierte der Betrieb stetig in den Ausbau von Lagerhallen und in den Bereich Vertriebslogistik. Diese Kontinuität führte zu keinem Stillstand der Produktion. Eine laufende Überwachung der Qualität ist ebenfalls sicher gestellt.

Der Konsum des Mate Tees hat eine lange Geschichte. Schon die Ureinwohner tranken ihn. Die Besiedelung der Jesuiten im 17. Jahrhundert führte dazu, dass diese den Anbau der Pflanze planmäßig durchführten und den Handel konkurrenzlos ausführten. Im Aufguss des Tees finden sich eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, unter anderem Koffein, Gerbsäure und ätherische Öle. Dadurch soll er anregend und kreislaufstärkend wirken. Ebenfalls soll der Genuss vor den Mahlzeiten hungerstillend sein.

Es gibt aber nicht nur Vorteile sondern auch Nachteile für die Gesundheit. Bei der Röstung der Mateblätter entstehen polyzyklische aromatische Wasserstoffe. Diese stehen im Verdacht, bei häufigem Genuss, krebsauslösend zu sein. Andere Untersuchungen stellten jedoch das Gegenteil fest, man empfahl Darmkrebs gefährdeten Personen Matetee zu trinken. Zumindest wird das Erscheinungsbild von Matetee trinkenden Personen in Paraguay weiterhin den Alltag bestimmen.

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1 Kommentar zu “Yerba: Anbau, Produktion und Genuss

  1. Nun, vielleicht wäre es hier an der Zeit, diese genialen jungen Leute, welche die Solarpanels „erfunden“ haben, zu fragen, ob man die Yerba nicht mittels der Sonne rösten könnte? Schwerz beiseite, wenn man das ernsthaft bauen möchte, sollte dies kein Hinderniss darstellen, schliesslich kann man auch problemlos mittels einer „Kochkiste“ primitivst sein Mittagessen stromlos kochen. Eine Yerbaröstmaschine, welche vielleicht eine Trommel unter Glas dreht, könnte hier grosse Mengen Brennholz sparen, oder? Aber da müsste man ja man innovativ sein, was man ja nicht braucht, solange man den Urwald noch verheizen kann,gelle? Herr wirf Hirn herrab 🙂

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