Zensur der Presse bei Berichten gegen Missbrauchsfälle

Am Montag war der Tag der Journalisten in Paraguay. Viele von ihnen versammelten sich vor dem Bürogebäude der Zeitung La Nación. Sie soll angeblich ein dunkles Kapitel der katholischen Kirche im Nachbarland unterdrückt haben. Erst nach massiven Protesten wurde eine Serie “Dark Church“ veröffentlicht, die aber nur Bruchstücke aufzeigt, wie argentinische Priester, die wegen sexuellem Missbrauch an Schutzbefohlenen verurteilt wurden, sich in Paraguay niederließen.

Mit Plakaten und Transparenten verharrten die Demonstranten vor der La Nación Luft und forderten lautstark, dass die schon begonnene Veröffentlichung über die “Dark Church“ fortgesetzt wird. Journalisten der Zeitung La Nación, deren Eigentümerin die Schwester des Staatspräsidenten Horacio Cartes ist, wurden vor weiteren Publikationen über das Thema gewarnt. Angeblich sollen Führungskräfte der katholischen Kirche aus Argentinien Einfluss auf die Herausgeberin genommen haben.

„Aufgrund der Geschäftsentscheidung durch die Besitzerin der La Nación, Sarah Cartes, konnte die Publikationen nicht fortgeführt werden“, sagte ein Journalist der Zeitung. Er fügte an, es hätte eine Richtlinie gegeben, die Veröffentlichungen zu stoppen, weil “mächtige Mafia Gruppen, die in absoluter Stille und Dunkelheit arbeiten, eine Fortführung der Serie bedrohen“.

Das paraguayische Journalisten Forum (FOPEP) äußerte sich besorgt über die Zensur. „Die Arbeit von Journalisten ist eben ein Stein im Schuh. Es ist aber eine Stimme der Bürger, die oft keine andere Möglichkeit haben, gehört zu werden, außer durch journalistische Publikationen“, sagte ein Sprecher des Forums. Kollegen der Zeitungen Última Hora und ABC Color zeigten sich solidarisch und trafen sich ebenfalls zu kleineren Demonstrationen im Zentrum von Asunción.

Quellen: Hoy.com, ABC Color