Zuschauen oder kaufen – Zement, was dem Land fehlt!

Asunción: Jeder besuchte Vertreiber des Baumaterials zeigt offen und klar wie wertvoll und selten Zement in Paraguay ist. Der importierte Zement, teilweise aus Patagonien, Marke Comodoro, ist weitaus teurer als der nationale Baustoff, zwischen 60 und 90.000 Gs. muss man heutzutage pro 50 kg Sack zahlen.

Cementos Yguazu (Brasilien), Artigas (Uruguay) sowie andere Marken sind die Einzigen die vorrätig sind. Auch offizielle Zementhändler können an dem Notstand nicht viel ändern somal die staatliche Fabrikation diese Woche nur 16.000 Sack pro Tag verteilte.

Laut vorangegangenen Pressemeldungen fehlte der Nationalen Zementidustrie (INC) Fueloil (Kraftstoff), um Klinker zu produzieren. Tiefwasser auf dem Rio Paraguay gibt es auch keines und trotzdem steigt die Menge nicht an.

Das extreme Fehlen von Zement wird wie immer auf dem Rücken der Kunden ausgetragen. Wäre es nicht ratsamer die staatliche Produktion komplett einzustellen und nur zu importieren? 1.500 Gehälter die quasi sinnlos gezahlt werden, würden gespart werden!

Die einzigen Unternehmen die offiziell Zement importieren dürfen sind Chacoré, Hierropar, Cerropar und Cementos Yguazu.

Ana Luci Porro, Präsidentin der paraguayischen Kammer für Konstruktion warnte vor dem Versorgungsengpass. Importeure steigern ihre Preise. Von der Fabrik in Villeta aus wird Zement für 42.500 Gs. pro Sack verkauft, importierte Ware ist aber nicht unter 65.000 Gs. zu bekommen. Welchen Kostenzuwuchs eine Baustelle in Paraguay damit erfährt ist leicht nachvollziehbar.

Wilson Cohelo, Repräsentant des Eisenwarenladens „Internacional“ kommentierte, dass die Preise sich nach dem Fabrikationsland richten. Er kauft zum Beispiel aus Chile Zement weil kein nationaler zu haben sei. Der Preis für den Endverbraucher pro Sack liege bei 65.000 Gs.

Wenn ihnen die bestellte Menge der INC geliefert werde, könnten sie Zement zwischen 48.000 und 52.000 Gs. anbieten. Jedoch sagte ein nicht identifizierter Käufer dass unter 75.000 Gs. kein Sack des Baustoffs im Großraum Asunción zu bekommen sei.

César Báez, Einwohner von Ñemby sagte, dass er Änderungen an seinem Haus vornimmt und gezwungen sei, Zement für 80.000 Gs. pro Sack zu kaufen da ansonsten kein billigerer angeboten wird.

Dies zeigt erneut auf, dass kein Wechsel des Präsidenten der INC es möglich macht an der Politik bzw. der Produktion des staatlichen Unternehmens etwas zu ändern. Zuschauen oder kaufen ist die Devise.

(Wochenblatt / La Nación)

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5 Kommentare zu “Zuschauen oder kaufen – Zement, was dem Land fehlt!

  1. Wer steckt eigentlich hinter den offiziellen Importeuren? Ich denke, dass diese Leute direkt aus den Regierungskreisen kommen und kein Interesse haben, dass die INC wieder produziert. Und es ist schon ein schlechter Witz, dass man eine Genehmigung braucht um Zement zu importieren. Mercosur? Ein Schelm wer schlechtes dabei vermutet! Die Korruption bringt dieses Land noch zum Stillstand, was den Bausektor betrifft. Die großen Baustellen von Stock und Super Seis wälzen doch die Zusatzkosten letzten Endes auf den Endverbraucher ab. Toll gemacht Lugo! So werden die Armen noch ärmer.

  2. Ich war mal in der Zentrale des Zementwerkes in ASU. Hunderte Leute, die eigentlich überhaupt keine Arbeit haben. Ein Überbleibsel der Vorgängerregierung und ein weiteres Beispiel, dass sich die gewachsenen Strukturen der Korruption gegen ihre Entmachtung wehren.

    Peter hat schon recht: Die Importeure sind die gleichen, die auch die landeseigene Produktion kontrollieren.

    China exportiert den Sack für 1,50 Dollar.

    Joe

  3. Na, die werden doch diesen Goldesel nicht schlachten.
    Wie Peter schon sagte , der ganze Mercosur ist doch ein Witz.
    Und der Präsident der Armen,das ist doch auch eine Lachnummer, denn diese können sich noch nicht einmal die einfachste Reperatur an ihren Häusern erlauben.
    Aber wann hat sich hier schon einer mal für die Armen interessiert?

  4. Paraguay steht heute Preismäßig da wo Deutschland in den 60er Jahren stand. Damals hatte man den Markt von Billigprodukten abgeschottet um die heimische Wirtschaft zu schützen. Allmählich wurde der Markt dann doch geöffnet, aber das hat ziemlich lange gedauert. Genau wie hier, haben damals die Produzenten und Geschäftsleute nach der Politik geschrien, wenn ein Konkurrent am Markt auftauchte. Deutschland hatte damals das Glück einen fähigen Wirtschaftsminister zu haben, nämlich Ludwig Erhard der sagte: „Wohlstand für alle“ und danach handelte.

    So ein Mann fehlt Paraguay und heute auch Deutschland wieder.

  5. In der ersten September Woche kommen 300.000 Sack Cement in Paraguay an. Der Kauf ist erst ab 5000 Sack Mindestabnahme möglich. Dann aber zu 45000Guarani der Sack. Mal warten was passiert.

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