Zweiter Verhandlungstag

Marburg : Bei diesem zweiten Verhandlungstag im Fall des Ebay-Betrügers Daniel Uwe Poth, ging es im Marburger Landgericht um die Zustände in den Gefängnissen in Paraguay. Erschwerte Haftbedingungen im Ausland können in Deutschland strafmindernd angerechnet werden.

Der Staatsanwalt hatte Daniel Uwe Poth alias Franz Becker eine Haftstrafe von 6,5 bis 7,5 Jahren in Aussicht gestellt, sollte er ein Geständnis ablegen. Die Staatsanwaltschaft legt ihm bis zu diesem Zeitpunkt 1072 Fälle von Betrug zur Last, es wird ebenfalls Anklage gegen seine damalige Frau erhoben.

Während der Verhandlung zitierte der Richter aus einem Bericht der Deutschen Botschaft über die Haftbedingungen in dem paraguayischen Gefängnis Tacumbù. „Das Gefängnis sei für 1200 Gefangene ausgelegt, aber mit bis zu 3900 Personen belegt, die von 40 Wärtern bewacht würden. Viele Gefangene müssten unter Galerien oder Plastikplanen auf dem Boden schlafen. Für Matratzen müssten die Gefangenen 150 Euro zahlen. Es gäbe täglich zwei Mahlzeiten mit minderwertigem Fleisch, selten Obst und Gemüse. An den Ständen von einigen Insassen könnten jedoch Lebensmittel gekauft werden. Die sanitären Anlagen seien eine Katastrophe und nicht ausreichend. Krankheiten breiteten sich aus, wogegen eine Handvoll Ärzte nur eine Grundversorgung leisten könnten. Kriminalität und Waffen seien an der Tagesordnung. Es gäbe auch einen separaten, abgeschotteten Bereich, In diesem hatte der Angeklagte hinter einem Vorhang ein Bett.

Der Angeklagte sei immer ordentlich gekleidet gewesen und habe keine Angaben gemacht, dass es ihm schlecht ging „.

In wieweit sich dieses auf die Haftstrafe auswirkt, wird das Gericht entscheiden. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

(Wochenblatt/Oberhessische Presse)

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2 Kommentare zu “Zweiter Verhandlungstag

  1. Boah, 150 Euro für eine Matratze! Das sind Daumen * Pi 825’000 Guaranies. Wir haben für eines der Kinder eine Matratze für 150’000 Guaranies gekauft…

    (Ich denke, in Tacumbú muss man tatsächlich an die Beschaffer der Matratze so viel bezahlen, diese kaufen die Matratze jedoch für ca. 200’000 Guaranies ein).

    Ich hätte jedoch größere Empathie und Mitleid, wenn es sich herausstellt, dass er unschuldig ist, ansonsten hält sich das in Grenzen.

    Ich denke, dass seine Geschichte, er habe die Internet-User abgezockt, weil er von der Polizei zu Zahlungen erpresst wurde, nicht für glaubwürdig.
    Grund: Er habe sich nach der Einreise nach Paraguay zuerst einmal mehrere Identitäten zugelegt, welche ihm sicherlich nette deutsche Einwanderungshelfer gegen ein kleines Entgelt von mehreren Tausend US-Dollars auch gerne beschafften, danach soll er erpresst worden sein, dann habe er die Internet-User über den Tisch gezogen.
    Der Mann ist demnach ein unschuldiges Opfer der hiesigen Polizei?

  2. Und was hatte damit der Berliner Volker Piasta zu tun (der ja in Lateinamerika zeitweise sitzt), der doch ständig von Poth 87 Becker Geld für irgend etwas bekommen haben soll? Dies Frage müsste erstmal geklärt werden. Man bekommt ja kein Geld für Nichtstun, oder? Oder noch anders gefragt: >Was hat ihm dieser „Einwanderungshelfer“ denn alles zu Gute kommen lassen?
    Die Geschickte sollte man nicht einfach beiseite schieben und nur den Dieb sehen, dem man nicht zu glauben hat. Das ist nicht objektiv, nicht sachlich. In Lateinamerika ist das so, das können sich Deutsche im beschaulichen Deutschland gar nicht vorstellen. Aber keiner wird dem Poth glauben, obwohl er dieses Mal sicherlich nicht lügt.Aber es gibt ohnehin keine Gerechtigkeit.

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