150 Millionen Schulden für Enteignungen

Der Vorsitzende des Instituts für Landentwicklung (Indert), Justo Cárdenas, schlägt Alarm. Die Behörde hat einen Haushalt von 150 Milliarden Guaranies (ca. 28 Millionen USD) pro Jahr für den Kauf von Land und die Zinstilgung. Dem gegenüber stehen Schulden von teilweise lange zurückliegenden Enteignungen in Höhe von 150 Millionen USD. Man sei finanziell nicht in der Lage, die Eigentümer zu entschädigen und bezahle daher nur Zinsen, allein bei einem Grundstück fallen jährlich 33 Milliarden PYG an Zinsen an.

Cárdenas nannte die Zahlen nach einem Treffen mit einer Kommission der Abgeordnetenkammer, wo er vorschlug das Indert zukünftig in Enteignungsprozesse mit einzubeziehen oder zumindest Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. In der Vergangenheit seien Enteignungen regelmäßig unabhängig vom Bedarf des Indert für die Verteilung an bedürftige Familien entschieden worden, die Kriterien orientierten sich an allein für die Abgeordneten nachvollziehbaren Maßstäben.

Die teuerste Enteignung ist der Fall Antebi Cué aus dem Jahr 1996. Neben den bereits erwähnten Zinsen zahlt der Staat jährlich knapp 22 Milliarden Guaranies an Abschlagszahlungen an die früheren Besitzer, die Familie Antebi. Von den 226.000 Hektarn, verteilt über Concepción und Amambay, hat man bisher 0 für den vorgesehenen Zweck verwenden können, da Politiker und Unternehmer aus dem In- und Ausland das Gebiet unter sich aufgeteilt haben. Der Staat hat keinen Zugang.

Während der Preis pro Hektar in Antebi Cué noch günstig klingt, gibt es andere Fälle wie 42 Hektar in Ñuatí, Paraguarí. Hier fanden die Abgeordneten die Natur dermaßen bezaubernd, dass sie 450 Millionen PYG pro Hektar festsetzten, sprich insgesamt 18,9 Milliarden Guaranies. Für das Land sucht man noch Verwendungsmöglichkeiten.

In Itacurubí de las Cordilleras hat man für 8 Hektar 1,1 Milliarden Guaranies angesetzt. Immerhin fand sich Verwendung für das Grundstück, ein Lasso-Club findet dort ausreichend Fläche die Beherrschung des Sportgerätes zu perfektionieren.

Erst kürzlich konnte die geplante Enteignung von 11.682 Hektarn von Tranquilo Favero in Ñacunday, Alto Paraná, durch den Kongress vorübergehend gestoppt werden, nachdem der Senat sie bereits durchwinkte, und soll demnächst nochmals von den Abgeordneten behandelt werden. Falls das Gesetz durchkommt wird der Staat hierfür 60 bis 100 Millionen Dollar aufbringen müssen.

Cárdenas reklamiert, es gäbe überhaupt keine Interessenten für das Land und die Enteignung sei sinnfrei. Mehrere Bürgermeister in dem Bezirk mit 85.000 Hektarn Fläche, von denen Favero 52.942 besitzt, sprechen aber von Familien, die sehr gerne das Land übernehmen würden, nur das Indert würde diese erst gar nicht empfangen.

Favero, der auch als paraguayischer König der Soja gilt, zahlt übrigens 2.820 Guaranies an Steuern pro Hektar und Jahr zuzüglich 10.000 Gs./Hektar, welche die Gemeinden für die Instandhaltung der Wege fordern.

Quelle: Última Hora

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4 Kommentare zu “150 Millionen Schulden für Enteignungen

  1. Diesen Herrn Justo Cardenas, verstehe ich gar nicht. Sicher gibt es Interessenten für Staatsland und kleineren Parzellen ! Warum auch nicht ???

    Ich war mal persönlich im INDERT, wurde aber gleich „abgewimmelt“.WAs ich aber zu sehen bekam, war zumindest für meine Augen ein schönes Durcheinander….

  2. War auch schon bei Indert, um etwas ein Nachbargrundstueck zu kaufen. Da konnte ich nichts bezwecken, keiner hatte einen Plan, auch nicht, ob es mal verkauft wurde.
    Aber was mir schon laenger bekannt ist, dass neue Titel von Indert 10 Jahre nicht ueberschreibbar sind. Also solche Grundstuecke nicht kaufen, wenn die Zeit noch nicht rum ist.
    Ausserdem koennen Auslaender keine Grundstuecke legal von denen erwerben, man muss da seine parag. Madame vorschicken. Alles andere ist gefaehrlich, weil es anulliert werden kann und dann sind Geld und Grundstueck futsch.

  3. Ja ja …….Lach…….aber wenn man „jemanden Anderen“ vorschickt……fehlt am Ende, falls das Grundstück wertvoll genug ist, diese Person mitsammt dem Land…….Lach 🙂

  4. 1. Wenn man mit jemandem verheiratet ist, gehoert einem sowieso schon mal die Haelfte, da kann sie (er) auch verschwinden.
    2.Das Land verschwindet ist mir neu, ausser bei Ebbe und Flut an der Nordsee.
    3. Die Intergrundstuecke sind nicht wertvoll und oft am A.. von Py.
    4. Wenn man jemanden notariell mit dem Erwerb von Grundstuecken beauftragt, besteht auch keine Gefahr.

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