300.000 Menschen trinken kontaminiertes Wasser

Asunción: Der Mangel an Kläranlagen und Schäden im Kanalisationsnetz sind für die Bevölkerung im Ballungsraum Asunción fatal. Die Folgen sind ein kontaminiertes Trinkwasser. Es dürfte sich in Kürze wohl kaum etwas ändern.

Fast zwei Milliarden US Dollar müssten investiert werden um für Abhilfe zu sorgen. Das Desaster besteht schon seit Jahrzehnten, aber die nationalen Behörden schieben das Thema immer vor sich her.

Dr. Victor Raúl Benitez, Experte für die physische und soziale Infrastruktur, warnt schon seit Längerem über Defizite im Land. Er betonte, 1,846 Milliarden USD seien notwendig, dann verfüge die Metropole von Paraguay über ein intaktes Trinkwassersystem.

90% der Nutzer haben einen Wasseranschluss in Asuncion, die restlichen 10% aber konsumieren ein Produkt, das von Kot verunreinigt ist. Nachdem ungefähr drei Millionen Menschen im Ballungsraum der Hauptstadt wohnen, dürften etwa 300.000 betroffen sein, die kontaminiertes Wasser konsumieren.

Vor allem der Paraguay Fluss wird für die Aufbereitung von Trinkwasser genutzt. Hier ist aber nur ein geringer Anteil, etwa 4%, trinkbar.

Ein anderes Problem. Erläuterte Benitez, sei der Umgang mit dem Müll, egal ob von den Bürgern oder der Gemeinde in Asunción. Alle Gewässer, wie Bäche, Flüsse und Teiche seien durch die Abfallentsorgung verschmutzt. Dies würde sich auch auf den staatlichen Wasserversorger Essap auswirken.

Ob sich das Problem in Zukunft verbessern wird, sei dahingestellt. Die meisten Einwohner in der Hauptstadt kaufen Mineralwasser in Supermärkten zum Trinken. Aus der Leitung wird die Flüssigkeit nur als Brauchwasser verwendet.

Quelle: Ultima Hora

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4 Kommentare zu “300.000 Menschen trinken kontaminiertes Wasser

  1. Und niemand regt sich wirklich darüber auf. Die Poliitker und die Alten nicht, weil in Trägheit und Amigomentalitäten gefangen, die Jungen nicht, weil sie schon wie die Alten den Hintern nicht hoch bekommen. Jedes Volk hat eben die Politiker, die es verdient hat!

    1. Nein. Das würde ja heissen, dass die Reichen und Mächtigen sowie alle Staatsangestellten etwas tun, den Hintern heben! Das Gegenteil ist der Fall: sie nutzen den Staat, um ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen. Vom grössten Gauner bis zum kleinsten Staatsangestellten, der sich bestechen lässt.

  2. In viele Viertel kommt die Müllabfuhr nicht einmal hinein um den Müll zu holen, da die Straßen mit paraguayschen Straßen vergleichbar sind, nur noch 10x schlimmer. Batterie- und Energiesparlampen-Sammelstellen sind außer an 1-2 Orten in Asuncion nicht existent. Kehrichtverbrennunganlagen gibt es genau null im Lande. Das Plastik, Batterien etc. umweltschädlich sind und nicht verbrannt gehören wissen viele Menschen hier schlicht und einfach gar nicht. Dass Glas und Büchsen nicht brennen offensichtlich auch nicht.
    Ausländer, die sich erklären ein Recyclingsystem aufbauen werden freundlich darauf hingewiesen, dass dies die Angelegenheit der Paraguayer sei.
    Dass die Rauchpartikel wieder zur Erde zurückkehren und weder Atmos- noch Stratosphäre verlassen werden können sie nicht wissen.
    Fährt man sonntags an einen Fluss, wo sich viele Menschen treffen, sieht es aus wie auf einer Müllhalde. Es gibt dort auch nichts für die Bevölkerung außer einen mit Abfall kontaminierten „Strand“ und Verkaufsstellen. Null Attraktionen, nur zum Bier saufen.
    Die Müllhalde von Asuncion befindet sich neben dem Fluss, der auch schon mal über die Ufer trat.
    Was wird eigentlich mit dem Müll gemacht, der von der Müllabfuhr mitgenommen wird? Verbrannt, auf eine Müllhalde geworfen und zugeschüttet oder in den Tschungel geworfen?
    Wenn man ein Abwassersystem konzipiert, sollten dann die Abwasserleitungen nicht nur genügend dimensioniert und dicht aneinander angeklebt werden, so dass das Abwasser nicht schon dort versickert und die Schäden immer größer werden? Das könnte man doch mit dem Celular kalkulieren.
    Würde von Deutschland, USA, Japan, Taiwan 1,846 Milliarden USD gespendet, wer garantiert, dass die Arbeiten auch fachgerecht ausgeführt wurden und das Geld fachgerecht investiert wurde?
    Wenn Betriebe ihre Abwässer in Bäche und Flüsse leiten, erwischt werden, sich über die Höhe der Busse reden lässt und zur Beseitigung der versprochenen Mängel Terere getrunken wird, so frage ich mich wie es mit der Qualität hiesiger Wasseraufbereitungsanlagen. Wenn diese Wasseraufbereitungsanlagen so konzipiert, gebaut, kontrolliert wurden, wie ich es von bisher in Paraguay Gesehenem und Erlebten kenne, dann habe ich wenig vertrauen darin, denn es gibt durchaus Methoden wie einen Rechen für das Gröbste, verschiedenen Auffangbecken, in denen Mikroorganismen die Schadstoffe fressen und zum Boden absinken und oben dann saubereres Wasser entsteht. Auch Sedimentieren reinigt Wasser. Doch Schwermetalle aus dem Wasser wieder herauszuholen bleibt ein Problem. Das ist nämlich gar nicht so einfach.
    Gut, ok, dafür bezahlen wir alle nicht mehr Steuern als dass sie von der Korruption benötigt wird (40 Euro pro Jahr Grundstücksteuer für 360m2 Grundstück). Da können wir Europäer uns wohl noch ein paar Mineralwasserflaschen leisten, für viele Paraguayer aber unvorstellbar. Dafür bezahlen sie auch nicht einmal die 40 Euro Grundstücksteuer.

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