400 t geschmuggelter Zucker beschlagnahmt

Coronel Bogado: Eine Lagerhalle voll geschmuggeltem Zucker, höchstwahrscheinlich aus Argentinien, wurde in der Provinz Itapúa entdeckt und geschlossen. Ihr Inhalt beläuft sich auf rund 400 t Zucker, noch in den originalen Verpackungen aus dem Ausland. Ein 22-jähriger Lagerist wurde verhaftet.

Das illegale Depot befand sich im Ortskern nur fünf Blocks von der Ruta 1 entfernt. Die Beschlagnahmungsaktion war das Resultat einer zweiwöchigen Untersuchung und kann als großer Schlag gegen die Zuckermafia angesehen werden.

Produzenten und Geschäftsleute kaufen illegal eingeführten Zucker, füllen ihn in Markenlose oder nationale Verpackungen ab und bieten ihn zum Kauf an. Der Preisunterschied zu nationalem Zucker ist immens, weswegen der Geschäftszweig seit Jahren blüht.

Die beschlagnahmte Ware, darunter auch einige Kisten Speiseöl, wurde wenig später von Lastkraftwagen der nationalen Streitkräfte abtransportiert und wird Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt. Der Eigentümer der illegalen Ware vermied es mit Pressevertretern zu sprechen. Der Schaden beläuft sich für ihn auf ungefähr 1,7 Milliarden Guaranies. Wie so ein zentral gelegenes Lager dauerhaft agieren kann scheint mit der mutmaßlichen Beteiligung der örtlichen Polizisten klar.

(Wochenblatt / Abc)

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2 Kommentare zu “400 t geschmuggelter Zucker beschlagnahmt

  1. Was für eine lobenswerte Aktion, denkt man wenigstens auf den ersten Blick. Analysiert man die Meldung näher, stellen sich viele ungeklärte Fragen.

    400 Tonnen sind ca. 10 LKW-Fernzüge mit Anhänger. Also eine beachtliche Menge. Um diese Mengen im Handel unter zu bringen braucht man eine entsprechende Struktur. Man muss im Geschäft sein, wie man sagt, ansonsten ist es nicht möglich. Mit ein paar Verkäufer am Straßenrand werden sie kaum diese Menge verkaufen können. Also sind es Personen, Händler oder auch Fabriken die in dem Zuckerschmuggelgeschäft tätig sind. Mit dem argentinischen Zucker lässt sich in Paraguay viel Geld verdienen.

    Bis jetzt gibt es praktisch keinen Fall, wo nach den Drahtziehern, den Besitzern großer Schmuggelladungen nachgeforscht wird. Jedenfalls ist bis heute keiner verurteilt worden. Auf gut Deutsch, das interessiert keinen. Im obigen Fall ist es ein Lagerarbeiter, der womöglich gar nicht gewusst hat um was es geht.

    Ob es nun bei PETROPAR Zig-Millionen von Litern an Treibstoff sind, die jährlich gestohlen werden oder LKW-Großladungen von Schmuggelgut (Zucker, ÖL etc.) die über die Grenze gebracht werden, es gibt nie einen Eigentümer der haftbar ist, obwohl die Waren in großen Hallen zwischen gelagert werden.

    Diese ganzen Aktionen von den Behörden sind Alibiaktionen um die Existenz der Behörde zu rechtfertigen und dem Volk die Effizienz der Ermittlungen vor Augen zu führen und von den tatsächlichen Geschehnissen abzulenken. In Wahrheit arbeitet man mit den Schmugglern, die in allen Kreisen zu finden sind, Hand in Hand.

    Manchmal werden die beschlagnahmten Güter an irgendwelche Institutionen verteilt, manchmal kommen sie in den Handel und in den meisten Fällen den Besitzern wieder ausgehändigt. Es kommt immer darauf an wer dahinter steckt.

    Bis jetzt scheint sich diesbezüglich auch nichts geändert zu haben.

  2. Die Frage sollte doch sein, warum der Zucker in Py so viel teurer als in Argentinien.

    Ich hatte vor 3 Jahren Zucker in grösseren Mengen gebraucht und bin allem Zucker, den ich im Raum Asu habhaft werden konnte gefolgt. Habe die Firmen dann persönlich besucht.

    Das Ergebnis war, dass die Adressen von den verschiedenen Zuckerfirmen alles nur Auslieferungslager waren. Dort wurde der Zucker angeliefert und für die eine Marke eingetütet.

    Alle Auslieferungslagerfirmen maben mich aber an eine Firma verwiesen, da sie selber nur verpackt und ausgeliefert haben. Sie konnten mir nicht helfen.

    Die Fäden der Asu-Zuckermafia, laufen alle hier zusammen. Jedenfalls, was den Zuckermarkt in ASU angeht.

    http://www.azpa.com.py/ in San Lorenzo

    Egal was für eine Marke Zucker ihr in ASU in den Supermärkten kauft, es kommt von dieser Firma.

    Ich bin dann schlussendlich im Inlande fündig geworden, wo ich die 50 Kg-Säcke um ungefair 30-40% günstiger bekommen habe.

    Gegen dieses Zuckerkartell sollte man etwas tun und nicht gegen die Schmuggler, dann lohnt sich das schmuggeln auch nicht mehr.

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