48% Selbstständige, aber die meisten haben ein niedriges Bildungsniveau

Asunción: Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) zur beruflichen Rotation und zur Informalität der Arbeit bringt Paraguay in eine heikle Situation der Informalität und Unterbeschäftigung. Zudem haben 48% der Selbstständigen ein niedriges Bildungsniveau.

Es muss verstanden werden, dass nach Angaben der IAO die Inzidenz der selbständigen Beschäftigung im Allgemeinen eine negative Korrelation mit dem Entwicklungsstand des Landes aufweist. Tatsächlich ist der Anteil der Selbständigen in Lateinamerika erheblich höher als in Europa oder den Vereinigten Staaten. Paraguay liegt mit 48% über dem Durchschnitt Lateinamerikas.

Die erste Position der selbständigen Beschäftigung ist nach Angaben von 2017-2018 Bolivien mit 62% der Erwerbsbevölkerung.

Die internationale Organisation erklärt, dass zum Beispiel in Nordamerika der Index für selbstständige Beschäftigung 6% beträgt, während dieser Prozentsatz in Ländern Südamerikas wie Bolivien signifikant vervielfacht wird. „Dieses Szenario scheint darauf hinzudeuten, dass die hohe Inzidenz von Selbständigkeit in der Region nicht auf einen stärkeren ‘Unternehmergeist‘ in Bezug auf stärker entwickelte Länder zurückzuführen ist, sondern auf unzureichende Beschäftigungsmöglichkeiten“, heißt es in dem Dokument.

Es ist auch ersichtlich, dass formelle Mitarbeiter in Ländern wie Argentinien oder Brasilien rund 55% der Gesamtbeschäftigung ausmachen, in Paraguay sind es jedoch nur ein Viertel in diesem Bereich. Die Informalität erreicht in Brasilien Werte von 18%, während sich dieser Prozentsatz in Paraguay praktisch verdoppelt.

80% aller Selbständigen in Paraguay sind nicht professionell selbständig, das heißt, sie haben ein niedrigeres Bildungsniveau wie keinen Hochschul- oder Mittelschulabschluss, was sie in einer Unterbeschäftigungsquote berücksichtigt. Nur 5% entsprechen Fachleuten mit Universitätsabschluss.

„In Anbetracht der Tatsache, dass der Großteil der Arbeitslosen im Sektor der nicht-beruflichen Selbständigkeit zu finden ist, wird das in Zukunft Probleme bei der Kranken- und Rentenversicherung aufwerfen, denn nur die wenigsten in dem Sektor zahlen freiwillige Beiträge ein, um für das Alter oder Krankheit vorzusorgen“, heißt es abschließend in dem Dokument.

Wochenblatt / 5Dias

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

9 Kommentare zu “48% Selbstständige, aber die meisten haben ein niedriges Bildungsniveau

  1. Von 100% Fachkräften, vom Mecanico, Maurer, Maler, Elektriker bis Klempner, waren meiner Erfahrung nach 100% nicht professionell selbständig, das heißt, sie haben ein niedrigeres Bildungsniveau. Ja, und jetzt? Kann ich natürlich nochmals 100% Fachkräften, vom Mecanico, Maurer, Maler, Elektriker bis Klempner, aussuchen. Das macht dann, Moment, aha, ja, das stimmt schon, ach du meine heilige ScheiBe, macht ja immer noch 100% nicht professionell selbständig. Wobei ich erwähnen kann, dass von den 100% der 5% Fachleuten mit Universitätsabschluss wie Notare, Anwälte ua. 100% faule oder kriminelle Säcke und Säckinnen waren (nach europäischem Maßstab) – oder beides, angetroffen habe. Fazit: Hier gibt sich jeder mit dem Mundwerk als Alleskönner aus, ja, in der Tat, Mann und Frau Paragauy kann dann auch alles irgendwie hinbasteln. Im Nachhinein eine riesige Enttäuschung, Ärger, Aufwand, täglich Rückschritt – ein Schritt vorwärts, zwei rückwärts. Aber dennoch, man kann verstehen, dass man als Selbständiger einfach besser bescheiBen kann. Wie das die Obrigkeit das am Basura Tele täglich vormacht. Von seinen Kunden bis Fiskus. Vor allem wenn die hiesig Exekutive nach Absolvierung des täglich 7 bis 11 Uhr Kindergartens in ein lethargischen Dornröschenschlaf verfallen und bis heute dort verweilt ist: der Schwarzhandel findet nicht nur vor den Pforten der Polizeiposten statt, sondern an jeder Ecke. Who cares, todo tranqui, reicht ja kaum um seinen Müll anzuzünden, wäre das Billigbier und Gras zum Trinken nicht dank Einsparung der Müllgebühren für jung und alt grati. Dann reicht es auch noch für ne Swudi Iglesias CD. So gesehen, was will man mehr im Leben als dass sich die Erwartung in eine solches Land auszuwandern für die einen – mich zum Beispiel – zum Schweinestall erkannt, während sich andere Alteingewanderte schweinewohl fühlen. Je nachdem halt, von wo her man eingewandert ist.

    1. Sehr selten aber hier muss ich Ihnen RECHT geben! Vergessen haben Sie die Chiccletverkaeufer die machen einen grossen Anteil der Selbststaendigen aus uebrigens alle mit HOCHschulabschluss….

  2. schreiben sie das für uns Paraguayer-in oder für die EU-Bürger welche in diesen Land leben. Sollte dieser Erguss für die Menschen sein, welche sich Paraguayer nennen, dürfen sie das gern in Guarani schreiben, so ersparen sie uns die Arbeit. Doch machen wir das und werden versuchen, ihre „Beiträge“ in einem hier publizierenden Blatt weiteren Lesern zugänglich machen. Eine morgendliche Leserin.

  3. Das mit Bolivien kann ich bestätigen, war auch überrascht, wie viele Selbstständige ist dort sah. Ich denke es wäre für paraguay ein Segen, gäbe es ein richtiges Ausbildungssystem, mit richtig ausgebildeten Lehrern?

  4. Kuno Gansz von Otzberg

    Antworten

    Das was @Quellkommentar schreibt ist in etwa die nationale Realitaet. Schickst du z.B. deinen Angestellten auf einen Weiterbildungskursus (man will ihm einen Gefallen tun aus Naechstenliebe z.B.) dann kommt er nach dem Kursus zu dir als Arbeitgeber und verlangt nach mehr Lohn, sonst geht er zur Konkurrenz ueber. Mehr Bildung bedeutet IMMER beim paraguayer dass er vermeint mehr Gehalt zu bekommen. Der normale Arbeiter sieht sich unterbezahlt nach 1 Monat arbeit und faengt an die Arbeit schlecht zu machen. Normal ist es heute dass der Arbeiter zum Wanderarbeiter geworden ist der es aufeiner Arbeit es nicht laenger als 1 Jahr aushaelt. Die Ballungszentren des zentralen Chaco ziehen immer mehr Arbeitnehmer vom Land ab wo sie hoehere Loehne bekommen fuer gemuetliche Arbeit. In Paraguay kann man mit 100$ pro Monat pro Person mit Lebensmittel gut ueber die Runden kommen inklusive Telefonkosten, wo das Mindestgehalt aber bei rund 400$ monatlich liegt pro Person.
    Dad ganze Drama haengt nicht so sehr von der Bildung ab sondern vom Volkscharackter – eben das was Gustave Le Bon in seinem Buch Psychologie der Massen schreibt. Dasselbe passierte bei den Mennoniten so dass diese forciert waren die Kolonien fuer Paraguayer eben zu oeffnen um Arbeitnehmer zu haben. Daher strebt alles zur Viehzucht weil man da keine Arbeiter braucht. Die Ansprueche des Mennoniten stiegen ins Grenzenlose so dass die Dienstleistungen sich in etwa um 300% verteuerten. Die neue Zockerkaste sind die Buchfuehrer die eben vom Analphabetismus des Volkes leben. Du kaufst heute bei Amazon billiger ein als im lokalen Einzelhandel und bekommst bessere Qualitaet. Selbststaendige bedeutet in Paraguay changa changa Arbeiter die durch Gelegenheitsjobs ihre Grundbeduerfnisse decken wollen und dann abhauen – es sei denn groessere Firmen zahlen ihnen 200+% ueber das Mindestgehalt als ungebildeter dann bleiben sie auch laengere Zeit und sehen sich nicht betrogen und verletzt wenn man sie “nur“ das Mindestgehalt zahlt. Ueber Radio ZP30 wurden heute wieder die Wegebauarbeiten des Ministers gelobt und man bereist auch haeufiger Itaipu: man solle nicht meinen dass in Paraguay nicht gearbeitet wuerde (wenn Mennoniten am Ruder waeren). Was sie verschwiegen ist dass das Ministerium die Arbeiter geradezu in Geld zudeckt – dann arbeiten sie auch. Es waere so wie wenn die Mercedes Arbeiter nur die haelfte der Schrauben beim Bau reinmachen wenn sie nur 2000 Euro Netto pro Monat erhalten – ab 8000 Euro netto jeder machen Sie dann ihre arbeit gut.

  5. „Selbstständige“ kenne ich zur Genüge. Sehe ich auf Nachbars Bautelle, nur Selbstständige. Ihr Geschäft haben sie als Hammer und Meisel auch gleich im Rucksack dabei.
    Ich denke hier wird der Tagelöhner als „Selbsständiger“ gezählt.
    Anhand der Steuerdaten sollte doch die Firmierung als wirklich Selbstständiger (eingetragene Firma) zu erfassen sein.
    Ist das nicht gewollt, oder ist man einfach zu unfähig dazu?
    In PY sollen 48 % selbstständig sein? Das heißt im Umkehrschluss, dass, wenn jeder Selbstständige, oder das was ich dafür halte, nur einen Angestellten hätte, dann wären wir bei einer Beschäftigungsrate von 96 %! Das ist Weltspitze!

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.