60 % des Speiseöls ist Schmuggelware

Von den insgesamt 70.000 Tonnen Speiseöl, welches in Paraguay konsumiert wird, kommt rund 60% aus illegalen Bereichen, sagte der Präsident der Kammer für die Speiseölbetriebe (Cappro), Dr. Oscar Sosa. Er bedauerte, dass die nationalen Behörden keine wirksamen Kontrollen an den Grenzen durchführen.

„Die lokale Industrie ist in der Lage, den Verbrauch in Paraguay zu 100% decken, kann aber nur 40% des Marktes beliefern, nachdem die restliche Prozentzahl illegal eingeführt wird, hauptsächlich aus dem Nachbarland Argentinien“, sagte er.

„Durch den Wechselkurs kommt es zu einer Preisverzerrung, unsere lokalen Produkte werden in etwa mit 17.500 Gs. je Liter angeboten, im Nachbarland sind sie 50% günstiger. Es gibt zwar Versuche des Ministeriums für Industrie und Handel (MIC) dieser Geißel Einhalt zu gebieten, aber die Erfolge sind marginal“, erklärte Sosa.

Es sei Aufgabe des Staates, unsere lokale Industrie zu schützen. Die Öl-Fabriken kämpfen ums überleben und versuchen keine Arbeiter zu entlassen, einige haben Kurzarbeit eingeführt und so ihre Produktion der Marktnachfrage angepasst, aber auf längere Sicht funktioniert das nicht. „Die Löhne sind wichtig für die Belegschaft und ihre Familien“, fügte er an.

In diesem Zusammenhang stellte Sosa fest, dass die Gehälter mindestens 65% höher sind als der gesetzliche Mindestlohn, auch erhalten die Mitarbeiter noch andere Vorteile. Die Auswirkungen der Investitionen dieser Branche sind “enorm“. „So sollten wir versuchen, mit allen Mitteln diesen Industriezweig zu schützen“, schloss er seine Ausführungen.

Quelle: ABC Color, Foto: Aduana

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4 Kommentare zu “60 % des Speiseöls ist Schmuggelware

  1. Ist ja eigentlich auf den ersten Blick sehr löblich, dass die Ölhersteller mindestens 65% über Mindestlohn bezahlen und andere Vergünstigungen verteilen.
    Wenn dann dadurch die Produkte völlig überteuert produziert werden, soll der Staat über Schutzzölle etc. dafür sorgen, dass das dann die normalen PYer bezahlen sollen, was die Ölmafia verpulvert und deren Hintermänner sich in die Tasche stecken.
    PY Wirtschaftslogik! Man könnte auch sagen: Volksauspressung zu Gunsten weniger.
    Also alles völlig normal… 🙁

  2. Paraguayische Logik! Wäre es nicht besser Löhne zu bezahlen die sich an den wirtschaftlichen Gegenbenheiten orientieren, anstatt „stolz“ darauf zu sein, 65 % über dem gesetzlichen Mindestlohn zu liegen und damit am Ende den Arbeitsplatz zu verlieren? Offensichtlich haben bestimmte Personen an höherer Stelle jedoch ein Interesse daran, daß die Schmugglerwege nicht ausgetrocknet werden. Bei einem bißchen guten Willen und ordentlicher Organisation müßte es doch möglich sein, die Schmuggler- und Schwarzindustrie zu beseitigen. Womit wir wieder am Grundsätzlichen sind: Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewußtsein.

  3. Wieso ist wohl in Paraguay hergestelltes Speiseöl so unverschämt teuer ?
    Beim Discounter in Deutschland kostet 1 Liter zwischen € -.99 (Rapsöl) und € 1.29 (Sonnenblumenöl).
    Wäre also so ca.5500 – 7200 Gs. pro Liter.

    1. Preisabsprachen + Zölle = unverschämt hohe Preise + Schmuggel

      Es wäre sehr einfach den Schmuggel zu beenden. Einfach alle Zölle abschaffen und den freien Markt seine Arbeit erledigen lassen. Dann ist VIELES plötzlich sehr viel billiger.

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