Dank Verfahrensfehler der Staatsanwaltschaft geht Coopeduc-Präsidentin straffrei aus

Asunción: Die Präsidentin der Kooperative Coopeduc, Mirna Lovatti de Aquino, in ihrem Charakter als Sekretärin der Credicoop sowie der Präsident der Dachkooperative, Teófilo Núñez, wurden wegen der Veruntreuung von 2 Milliarden Guaranies freigesprochen.

Die Credicoop, als Zentrale aller Kooperativen im Land, ist eine Kooperative der zweiten Kategorie. Als Teófilo Núñez Präsident der Vereinigung war und Mirna Lovatti Sekretärin, verkaufte die Credicoop ein Grundstück und beide behielten 2.000.000.000 Guaranies der Anzahlung ein, die bis heute nicht zurückgegeben wurden.

Dank einem Verfahrensfehler, dem man der Staatsanwaltschaft in die Schuhe schoben kann, wurden nun beide freigesprochen. Zuerst klagte die Staatsanwältin Otilia Aguilera beide wegen Aneignung ein, worauf ein Gericht sie übergangsweise freisprach. Daraufhin änderte die Staatsanwältin die Anklage in Vertrauensverletzung. Sie vergaß jedoch den Angeklagten wieder das Recht auf Verteidigung einzuräumen, obwohl es um den gleichen Tatbestand ging. Da anscheinend keine anderen Argumente zu Tage gefördert wären, beließ die Staatsanwältin es dabei. Die Verteidiger der Angeklagten nahmen das Geschenk dankend an, und warteten bis jetzt, damit ihre Mandanten von der Richterin Nancy Carolina Duarte freigesprochen wurden – ohne ihre Umschuld beweisen zu müssen. Die 2 Milliarden Guaranies fehlen immer noch in der Kasse der Credicoop.

Wochenblatt / Abc Color

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2 Kommentare zu “Dank Verfahrensfehler der Staatsanwaltschaft geht Coopeduc-Präsidentin straffrei aus

  1. DerEulenspiegel

    Eine solche unfähige Staatsanwaltschaft gehört umgehend entlassen und bestraft! Ach nein, hatte gerade für einen Moment vergessen, daß wir in Paraguay leben, einem der korruptesten Länder der Welt. Und wenn die Korruption mal zu auffällig wäre, dann bleiben immer noch die herbeigeführten Verfahrensfehler oder Fristenverstreichungen. Irgend eine dumme Ausrede läßt sich immer finden. Weiß man, ob der zuständige Staatsanwalt rein zufällig ein Freimaurer ist? Vielleicht ja auch die ehemalige Coopeduc-Präsidentin?

  2. Erminold Breitscheid

    Hehehehe, nicht einmal eine personelle Rochade bei hiesig Kindergartenstaatsanwaltschaft. Das Land wird demnach noch von der gleichen Kindergartenpolizeijustiz beehrt wie bisher. Ich denke schon, dass in zivilisierten Ländern das „Vergessen den Angeklagten das Recht auf Verteidigung einzuräumen“ nicht mehr so häufig vorkommt, jedenfalls nicht ohne Konsequenzen. Aber in einem gerechten Land wie Paragauy, wo auch Blinde autofahren dürfen, kann das schon vorkommen, ohne Konsequenzen, sind halt noch am Üben.