Heilige Tage, unheilige Taten: Staatsanwaltschaft warnt vor Kriminalitätswelle zu Ostern

Asunción: Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass während der heiligen Tage die Fälle von häuslicher Gewalt, Raubüberfällen und Unfällen zunehmen. Die meisten Anzeigen beziehen sich auf Gewalttaten innerhalb der Familie, Diebstahl, Gefährdung des Straßenverkehrs und sexuellen Missbrauch von Kindern.

Die von der Staatsanwaltschaft bereitgestellten Daten zeigen, dass im Jahr 2024 insgesamt 3.849 Straftaten gemeldet wurden – eine Zahl, die im Jahr 2025 auf 4.243 Straftaten anstieg. In diesen beiden Zeiträumen wurden unter anderem 1.281 Fälle von häuslicher Gewalt, 958 Diebstähle, 909 schwere Diebstähle, 311 Verkehrsdelikte und 76 Fälle von sexuellem Kindsmissbrauch registriert.

„Die Fälle von häuslicher Gewalt bleiben auf hohem Niveau, was ein Widerspruch ist, da dies eigentlich die Woche der Familie sein sollte“, erklärte Staatsanwalt Mario Bareiro in einem Interview. „Diese Daten beunruhigen uns zutiefst, zumal in dieser Zeit die meisten Institutionen im Urlaub sind,“ fügte er an.

Er betonte vor allem, dass solche Taten oft unter Bedingungen geschehen, in denen die Opfer leichter verletzlich sind. „Das ist eine Schwachstelle in den Präventionsplänen dieses Zeitraums. Wir von der Staatsanwaltschaft sind zwar 24 Stunden im Dienst, aber wir sind eine reaktive Behörde, die erst eingreift, wenn die Präventionsmechanismen versagen“, fügte Bareiro hinzu.

Die meisten Vorfälle ereignen sich zwischen dem Karndienstag und Ostersonntag, wobei der Karfreitag der einzige Tag ohne nennenswerte Berichte ist.

-Kardienstag: Diebstahl, Betrug, schwerer Raub, fahrlässige Körperverletzung, Viehdiebstahl (Abigeato), Kindsmissbrauch, Verletzung der Fürsorgepflicht.

-Karmittwoch: Diebstahl, Betrug, Verkehrsgefährdung, schwerer Raub, Kindsmissbrauch.

-Gründonnerstag: Häusliche Gewalt, schwerer Diebstahl, Verkehrsgefährdung, Kindsmissbrauch.

-Karsamstag: Häusliche Gewalt, schwerer Diebstahl, Verkehrsgefährdung, fahrlässige Körperverletzung und Viehdiebstahl.

Der Widerspruch der “Heiligen Woche“

Es ist ein tiefer und trauriger Kontrast: Während Paraguay sich auf die Semana Santa vorbereitet – eine Zeit, die von tiefem Glauben, Fasten, Reflexion und dem Beisammensein in der Familie geprägt sein sollte –, explodieren die Kriminalitätsraten.

Eigentlich sollte man in dieser Woche “konform“ leben, also im Einklang mit den christlichen Werten von Nächstenliebe und Frieden. Doch die Realität sieht anders aus. Oft führen der erhöhte Alkoholkonsum bei Familienfeiern, der Reisestress und die Tatsache, dass viele Häuser während der Urlaubszeit leer stehen, zu diesem massiven Anstieg an Gewalt und Diebstahl. Dass ausgerechnet die “Woche der Familie“ zur gefährlichsten Zeit für Frauen und Kinder im eigenen Zuhause wird, ist ein gesellschaftliches Paradoxon, das die Behörden jedes Jahr aufs Neue alarmiert.

Wochenblatt / La Nación / Beitragsbild Archiv

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