Asunción: Die Entwicklungen auf dem Devisenmarkt zeigen derzeit ein Bild, wie man es in den letzten Jahren nur selten gesehen hat: Eine deutliche Aufwertung des Guaraní gegenüber dem US-Dollar.
Die paraguayische Währung, die seit mehr als 80 Jahren im Umlauf ist, führte im April die Liste der Währungen in Lateinamerika mit dem stärksten Zuwachs gegenüber der US-Währung an. Dabei übertraf sie sogar die Währungen großer Wirtschaftsmächte der Region.
Auf lokaler Ebene war der Dollar-Kurs im vierten Monat des Jahres rückläufig und sank kontinuierlich auf ein Niveau, das er seit mehr als fünf Jahren nicht mehr erreicht hatte. Laut Experten ist dies auf ein globales Zusammenspiel zurückzuführen, bei dem die USA versuchen, über den Wechselkurs ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, sowie auf lokale Faktoren wie das enorme Exportvolumen Paraguays.
An der Spitze
Die lokale Währung lag bei der Aufwertung gegenüber dem US-Dollar vor dem brasilianischen Real, dem mexikanischen Peso und dem kolumbianischen Peso. Ein Bericht von Bloomberg weist darauf hin, dass diese Aufwertung im Trend mit anderen Währungen der Region steht, wie etwa dem chilenischen Peso. Letzterer profitierte von externen und internen Faktoren, die die Risikowahrnehmung verbesserten und den Devisenzufluss verstärkten.
Laut Bloomberg führte der Devisenzufluss auf dem paraguayischen Markt zu einem Anstieg des Dollar-Angebots, während das Interesse im Unternehmensbereich eher verhalten blieb. Im Einzelhandel begann der Monat April mit einem Kurs von 6.420 Guaranies im Ankauf und 6.500 Guaranies im Verkauf. Der Monat schloss schließlich bei 5.900 Guaranies im Ankauf und 6.100 Guaranies im Verkauf.
Die einen gewinnen, die anderen verlieren
Der Ökonom und ehemalige Finanzminister Manuel Ferreira analysierte das Phänomen im Gespräch mit La Nación/Nación Media.
„Das Ungewöhnliche in Paraguay ist, dass die Abwertung [des Dollars] bei uns doppelt so hoch ist wie in den übrigen Ländern. Das liegt daran, dass derzeit sehr viele Dollar ins Land fließen – wir hatten eine sehr große Soja-Ernte, weshalb momentan enorme Devisenmengen nach Paraguay strömen“, betonte er.
Ferreira fügte hinzu, dass die aktuelle Wechselkurssituation für Importeure sehr vorteilhaft sei. Für Exporteure hingegen stelle sie eine Belastung dar, da sich ihre Einnahmen durch die Abwertung der US-Währung verringern.
Wochenblatt / La Nación / Beitragsbild Archiv















