Asunción: Es sind schockierende Zahlen: Etwa jeder fünfte Deutsche im Alter zwischen 14 und 29 Jahren plant, die Bundesrepublik zu verlassen. Das geht aus der aktuellen Jugendstudie 2026 hervor.
Immer mehr junge Menschen fühlen sich in Deutschland unwohl. Während viele in die Nachbarländer ziehen, rückt ein Ziel in Südamerika immer weiter in den Fokus der jungen Generation: Paraguay.
Deutschland hat ein massives Migrationsproblem. Doch das betrifft längst nicht mehr nur die illegale Einwanderung und die Überlastung der Sozialsysteme. Denn auch die Deutschen selbst sitzen auf gepackten Koffern – allerdings weg aus ihrem Heimatland. Was vor allem mit Blick auf die jüngere Generation zu einem handfesten Problem für die Bundesrepublik wird.
Die aktuelle Trendstudie “Jugend in Deutschland 2026 – Zukunft unter Druck“ liefert dazu alarmierende Zahlen. Das Ergebnis der repräsentativen Erhebung unter 14- bis 29-Jährigen fällt eindeutig aus: 21 Prozent der Befragten planen konkret, auszuwandern. Weitere 41 Prozent können sich dies langfristig vorstellen. Nur noch ein Drittel schließt den Schritt kategorisch aus.
Nach Schätzungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) wandern jährlich rund 180.000 Deutsche aus. Spezifische Daten ausschließlich für die junge Generation werden zwar nicht separat erfasst, da das Statistische Bundesamt Auswanderungszahlen nicht gleichzeitig nach Altersgruppen und Zielländern ausweist. Die Daten zeigen jedoch eindeutig: Die Altersstruktur der deutschen Auswanderer ist vergleichsweise jung. Laut der aktuellen German Emigration and Remigration Panel Study (GERPS) des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung waren zwei Drittel aller Deutschen, die das Land verlassen haben, jünger als 40 Jahre. Drei Viertel davon verfügten über einen Hochschulabschluss. Es sind also vor allem junge und gut ausgebildete Menschen, die Deutschland den Rücken kehren.
Krise in Europa treibt die Jugend in die Ferne
Die Gründe im Heimatland sind vielfältig: Eine seit Jahren anhaltende Konjunkturflaute trübt die Jobchancen für Berufseinsteiger, explodierende Mieten in den Städten fressen die Gehälter auf und die neue verpflichtende Wehrerfassung sorgt für zusätzliche Verunsicherung. Hinzu kommt der entscheidende Faktor: Die drückende Steuer- und Abgabenlast. Deutschland gehört im internationalen Vergleich zu den Spitzenreitern bei den Abzügen – für junge Menschen mit Ambitionen und Gründergeist eine absolute Vollbremsung.
Zwar gelten die Schweiz und Österreich aufgrund der Sprache noch als klassische Ziele innerhalb Europas, doch die anhaltende Krise und die zunehmende Regulierung in der EU lassen den Blick vieler junger Deutscher immer weiter in die Ferne schweifen.
Das “Paraguay-Phänomen“: Freiheit, Steuern und Lebensqualität
Genau hier kommt Paraguay ins Spiel. Galt das Herz Südamerikas früher vor allem als Ziel für Rentner oder geschlossene Gemeinschaften wie die Mennoniten, zieht das Land heute eine völlig neue Generation von Auswanderern an: junge Unternehmer, digitale Nomaden, Handwerker und Familien, die der europäischen Überregulierung entfliehen wollen.
Dass Paraguay bei jungen Deutschen so hoch im Kurs steht, hat handfeste Gründe:
-Das Steuersystem (Die 10-10-10-Regel): Während die Bundesregierung in Deutschland über weitere Steuererhöhungen nachdenkt, bietet Paraguay ein unschlagbar einfaches Modell. Maximal 10 Prozent auf Mehrwertsteuer, persönliche Einkommen und Unternehmen – im Ausland erzielte Einkommen (z. B. für Online-Unternehmer) sind oft komplett steuerfrei. Für junge Gründer ein absolutes Paradies.
-Liberale Einwanderung: Im Vergleich zu den bürokratischen Hürden in den USA, Kanada oder Australien macht es Paraguay Einwanderern verhältnismäßig leicht, eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung zu erhalten.
-Günstiger Wohnraum und Lebenshaltung: Während junge Berufseinsteiger in deutschen Großstädten kaum noch eine bezahlbare Wohnung finden, bietet Paraguay extrem günstige Lebenshaltungskosten. Wohnraum, Grundstücke und das tägliche Leben sind für europäische Verhältnisse extrem erschwinglich.
-Starke deutsche Community: Wer auswandert, sucht oft trotzdem ein Stück Heimat. In Paraguay – besonders in Regionen wie der Colonia Independencia oder im Süden rund um Bella Vista – gibt es eine hervorragend ausgeprägte deutsche Infrastruktur, inklusive deutscher Schulen, Ärzte und Vereine. Das erleichtert jungen Familien den Neustart massiv.
Fazit: Flucht vor dem Staat
Ob es nun die Flucht vor der drohenden Wehrpflicht, den erdrückenden Steuern oder der wirtschaftlichen Stagnation in Europa ist – die junge Generation sucht nach Alternativen. Wer jung, flexibel und leistungswillig ist, sieht seine Zukunft immer seltener in Deutschland. Und Länder wie Paraguay, die Eigeninitiative belohnen statt sie zu besteuern, stehen als Gewinner dieser Entwicklung bereit. Wer kann es den jungen Menschen verdenken, dass sie ihr Glück dort suchen, wo man ihnen Raum zum Atmen lässt?
Wochenblatt / Beitragsbild Archiv















