Vom Feld in den Tank: Wie Paraguays Zuckerrohrbauern jetzt die Energiekrise ausbremsen

Caaguazú: Das Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht (MAG) hat den offiziellen Startschuss für die Zuckerrohr-Ernte 2026 gegeben. Begleitet wird der Auftakt von einer produktiven Investition in Höhe von 472,4 Millionen Guaranies für die Zuckerrohrbauern des Departements Caaguazú. Zudem wurden 250.000 Kilo Agrarkalk sowie drei Einachsschlepper (Motokultivatoren) übergeben – Betriebsmittel und Werkzeuge, die zur Stärkung der Produktion beitragen sollen.

Bei dieser Gelegenheit hob Landwirtschaftsminister Carlos Giménez hervor, dass das MAG darauf abziele, die Produktionskosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. „Wir streben das Wohlbefinden der Produzenten an; es ist absolut notwendig, dass wir die Feldarbeit technisieren. Der heutige Tag ist von großer Bedeutung, da Zuckerrohr-Alkohol inzwischen fest in die Kraftstoffmischung integriert wurde“, betonte er.

Er wies außerdem darauf hin, dass Caaguazú zu den produktionsstärksten Departements gehört. Daher stelle auch das neue Gesetz zur Schulverpflegung (Hambre Cero) eine hervorragende Chance für jeden Erzeuger dar. Gleichzeitig rief er dazu auf, die Anbautäglichkeit zu diversifizieren. „Es ist möglich, die Realität der Produktion zu verändern. Diese Initiative ist ein Weg dorthin: den Dialog suchen, zusammenarbeiten, Maßnahmen planen und produktive Projekte vorantreiben“, sagte er.

Carlos Morínigo, Direktor und Eigentümer des Industrieunternehmens Neualco (das auf die Herstellung von Ethanol spezialisiert ist), erwähnte, dass der Sektor darauf abziele, höhere Erträge zu erzielen und die energetische Souveränität des Landes zu stärken. „Wir verhindern aktuell, dass rund 300 Millionen US-Dollar ins Ausland abfließen, indem wir den Alkohol hier in unserem Land den Kraftstoffen für die Fahrzeuge beimischen“, erklärte er.

Zudem betonte er, dass Alkohol der Treibstoff der Zukunft sei und man hoffe, dass sich die Preise weiter verbessern und mehr Zuckerrohrsorten zur Verfügung stehen werden. „Ein Ertrag von 40 bis 50 Tonnen ist für die Produzenten nicht mehr rentabel. Wir müssen es schaffen, dass wir mit dem gleichen Arbeitsaufwand auf ein Minimum von 70 oder 80 Tonnen pro Hektar kommen“, unterstrich Morínigo.

Die Veranstaltung fand auf dem Gelände der Firma Neualco S.A. in Dr. J. Eulogio Estigarribia statt. Die Nutznießer der staatlichen Investition sind die Kleinbauern der Asociación de Cañicultores y Frutihortícolas Nueva Esperanza, der Asociación de Cañicultores Pastorenses (Acap) sowie der Asociación de Cañicultores de Caaguazú (Asocca).

Wochenblatt / Vision Comunicaciones / Beitragsbild Archiv

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