Presidente Franco: Die Staatsanwaltschaft hat diese Woche drei Anwälte angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, die Unterschrift einer verstorbenen Frau gefälscht zu haben, um ein Grundstück in Presidente Franco, Departement Alto Paraná, zu übertragen.
Die Beschuldigten sollen beim Nationalen Katasteramt Gutachten und Regelungen beantragt haben, wobei sie Unterlagen mit Unterschriften einreichten, die der verstorbenen Eigentümerin zugeschrieben wurden.
Der Staatsanwalt Alberto Torres aus Presidente Franco erhob Anklage gegen die Anwälte Ever Editt Vera Barrientos, Alex Rodrigo Vera Godoy und Rodrigo Javier López Farías. Ihnen wird vorgeworfen, mit einer unrechtmäßigen Vorgehensweise die Übertragung und Verfügung über ein Grundstück einer bereits verstorbenen Mandantin angestrebt zu haben. Dazu sollen sie angeblich gefälschte Unterlagen verwendet und Verfahren ohne gültige rechtliche Grundlage fortgesetzt haben.
Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geht die Angelegenheit auf Vollmachten zurück, die die Eigentümerin des Grundstücks in den Jahren 2011 und 2014 erteilt hatte. Diese sollen als Grundlage für weitere Handlungen gedient haben.
Nach dem Tod der Eigentümerin im Juni 2017 sollen die Anwälte jedoch weiterhin so gehandelt haben, als ob die Vollmacht noch gültig wäre – und dabei den Tod der Vollmachtgeberin bewusst verschwiegen haben.
Laut Anklage traten die Anwälte vor einem Notariat auf, um die Übertragung des Grundstücks mit der Bezeichnung Finca 1851, Kataster-N° 1153 in Presidente Franco zu beantragen. Sie setzten das Verfahren fort, ohne mitzuteilen, dass die Vollmacht durch den Tod erloschen war.
Später sollen sie beim Nationalen Katasteramt Gutachten und Regelungen beantragt und dabei erneut Unterlagen mit Unterschriften eingereicht haben, die der verstorbenen Eigentümerin zugeschrieben wurden.
Nach den Ermittlungen wurde die Vorgehensweise am 25. Oktober 2022 abgeschlossen: An diesem Tag wurde die Übertragung des Grundstücks per öffentlicher Urkunde zugunsten eines der angeklagten Anwälte rechtswirksam. Dies ist der zentrale Punkt des von der Staatsanwaltschaft untersuchten Sachverhalts.
Zudem sollen die gleichen Anwälte in späteren Abschnitten eines Gerichtsverfahrens zur Räumung des Grundstücks erneut Schriftsätze eingereicht haben, die angeblich von der verstorbenen Eigentümerin stammten. Dadurch wurde das Verfahren fortgesetzt und eine Räumungsanordnung erlassen, die zur Vertreibung von Familien führte, die das Grundstück bewohnten.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass diese Handlungen Teil einer abgesprochenen Strategie waren: Das Grundstück sollte ohne die gültige Zustimmung der rechtmäßigen Eigentümerin verfügbar gemacht werden, auf einen der beteiligten Anwälte übertragen und dabei die Rechte von Dritten, die das Grundstück bewohnten, verletzt werden.
Wochenblatt / Última Hora















