Strahlungs-Angst direkt neben der Schule: Trotz WHO-Entwarnung gehen die Anwohner auf die Barrikaden

Caacupé: Eine Gruppe von Nachbarn hat ihren Widerstand gegen die eventuelle Errichtung eines Mobilfunkmasts in ihrer Gegend geäußert. Grund dafür ist die unmittelbare Nähe des Standorts zu Wohnhäusern und einer Bildungseinrichtung.

Die Bewohner des Viertels Buena Vista in Caacupé (Departement Cordillera) führten am gestrigen Mittwoch seit den frühen Morgenstunden einen friedlichen Protest durch. Auslöser war das Auftauchen von Baumaschinen auf einem Grundstück, auf dem mutmaßlich der Bau der Anlage geplant ist. Wie sie angaben, haben sie bei der örtlichen Stadtverwaltung Informationen angefordert, um zu erfahren, ob ein Verfahren oder eine Genehmigung für dieses Vorhaben vorliegt.

Johana López, eine der Anwohnerinnen, die den Protest unterstützt, erklärte, dass die Besorgnis der Gemeinschaft bis auf den Dezember des vergangenen Jahres zurückgeht, als erste Gerüchte über die mögliche Errichtung eines 5G-Masts in diesem Sektor die Runde machten.

„Wir haben ein Schreiben eingereicht, um Informationen über jegliche Projekte oder Dokumente im Zusammenhang mit diesem Bauwerk anzufordern, da wir bis jetzt keine offizielle Kenntnis über den aktuellen Status haben“, sagte sie.

Die Anwohner betonen, dass sich das Grundstück in nur geringer Entfernung zu einer Schule befindet, die von etwa 200 Schülern besucht wird, und zudem von Familienhäusern umgeben ist.

Während des Protesttages hinterfragten die Demonstranten auch die Durchführung von Arbeiten auf dem Gelände. Nach ihren Aussagen fuhren in der Vergangenheit bereits Maschinen für Arbeiten auf, die angeblich mit der Bohrung eines Brunnens zusammenhängen. Die Anwohner vermuten jedoch, dass diese Arbeiten Teil der Vorbereitungen für die Installation des Mastes sind.

Wilma Ferreira erklärte ihrerseits, dass einer der Hauptkritikpunkte in der für das Projekt gewählten Lage liegt.

„Wir verstehen, dass diese Art von Bauwerken bestimmte Anforderungen erfüllen muss, und wir sind der Ansicht, dass die Nähe zu den Wohnhäusern und zur Schule ein Aspekt ist, der sorgfältig geprüft werden muss“, äußerte sie.

Die Nachbarin fügte hinzu, dass die Bewohner bereits mehr als 100 Unterschriften gesammelt haben, um den eventuellen Bau abzulehnen, und dass für den Monat Juli eine Anhörung zu diesem Fall angesetzt ist.

„Wir haben bereits mehr als 100 Unterschriften von Nachbarn, die formell ihren Widerstand gegen die Installation der Antenne an diesem Ort zum Ausdruck gebracht haben“, bestätigte sie.

Die Bewohner erklärten, dass sie weiterhin Informationen bei den zuständigen Behörden einholen werden, während sie auf eine Entscheidung über das Projekt warten. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden keine offiziellen Dokumente bezüglich einer eventuellen Installation der Anlage in dem Viertel offengelegt.

5G-Technologie und die WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist darauf hin, dass es sich bei der 5G-Technologie (fünfte Generation) um die neueste drahtlose Mobilfunktechnologie handelt, die 2019 erstmals im großen Stil eingeführt wurde.

In diesem Sinne erklärten Experten der WHO, dass bis heute und nach zahlreichen Untersuchungen kein kausaler Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber drahtlosen Technologien und gesundheitsschädlichen Auswirkungen festgestellt werden konnte. Die gesundheitlichen Schlussfolgerungen stützen sich auf Studien, die über das gesamte Funkfrequenzspektrum hinweg durchgeführt wurden.

„Die Erwärmung von Gewebe ist der primäre Interaktionsmechanismus zwischen Hochfrequenzfeldern und dem menschlichen Körper. Die von aktuellen Technologien erzeugten Hochfrequenz-Expositionswerte verursachen einen vernachlässigbaren Temperaturanstieg im menschlichen Körper“, betonten sie.

Gleichzeitig argumentierten sie, dass mit zunehmender Frequenz die Eindringtiefe in das Körpergewebe abnimmt und sich die Energieaufnahme auf die Körperoberfläche (Haut und Augen) beschränkt. „Solange die Gesamtexposition unter den internationalen Richtwerten bleibt, sind keine Folgen für die öffentliche Gesundheit zu erwarten“, hieß es abschließend.

Wochenblatt / Ultima Hora

CC
CC
Werbung

Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Kommentare themenbezogen sind. Die Verantwortung für den Inhalt liegt allein bei den Verfassern, die sachlich und klar formulieren sollten. Kommentare müssen in korrekter und verständlicher deutscher Sprache verfasst werden. Beleidigungen, Schimpfwörter, rassistische Äußerungen sowie Drohungen oder Einschüchterungen werden nicht toleriert und entfernt. Auch unterschwellige Beleidigungen oder übertrieben rohe und geistlose Beiträge sind unzulässig. Externe Links sind unerwüscht und werden gelöscht. Beachten Sie, dass die Kommentarfunktion keine garantierte oder dauerhafte Dienstleistung ist. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung oder Speicherung von Kommentaren. Die Entscheidung über die Löschung oder Sperrung von Beiträgen oder Nutzern die dagegen verstoßen obliegt dem Betreiber.

Kommentar hinzufügen