Schutz vor Extremwetter: Forschungsprojekt kombiniert Echtzeit-Daten und KI für präzise Unwetterwarnungen

Asunción: Forschende der Ingenieurfakultät der Nationalen Universität von Asunción (UNA) haben ein System mit künstlicher Intelligenz (KI) entwickelt, um Frühwarnungen vor Sturzbächen und sturzflutartigen Überschwemmungen in Asunción auszugeben.

Die Studierenden nutzen im Rahmen des Projekts Sensoren, Drohnen und ein kostenloses Webportal, um gefährdete Zonen zu überwachen und die Prävention zu stärken. Zudem wollen sie 30 Minuten bis zwei Stunden vor dem Eintreffen möglicher Unwetterereignisse warnen, wie der Sender NPY berichtete.

Das auf künstlicher Intelligenz basierende System wird von Forschenden der Ingenieurfakultät der Nationalen Universität von Asunción (UNA) entwickelt und soll Frühwarnungen bei Sturzbächen und sturzflutartigen Überschwemmungen in Asunción ausgeben.

Die Projektentwickler gaben an, dass das Werkzeug Wasserstands- und Regensensoren nutzt, die von Studierenden der Mechatronik entwickelt wurden, um Daten in Echtzeit zu erheben. Die Informationen werden mithilfe mathematischer Kurzfrist-Prognosemodelle verarbeitet, unterstützt von Spezialisten aus Brasilien.

Das Projekt steht unter der Leitung des Ingenieurs und Dozenten Diego Stalder. Dieser führte aus, dass es sich um ein Forschungsprojekt handelt, das aus mehreren Teilen besteht. Ziel sei eine Kurzfristprognose durch die Messung von Bächen sowie der Informationsaustausch mit Kollegen aus São Paulo, wo ebenfalls Überschwemmungen auftreten und dieselben mathematischen Modelle genutzt werden. Darüber hinaus ist ein Portal geplant, um die Daten bereitzustellen – unter Verwendung der Wasserstands- und Regensensoren.

Die Studierenden des Masterstudiengangs für Künstliche Intelligenz erstellen die Modelle für die Vorhersagen, während die Doktoranden die Simulation mit Drohnen durchführen. Ein weiteres großes Problem sei nämlich die Eindämmung der Fluten, die durch Müll erschwert wird, der weggeworfen wird und Brücken verstopft. „Die Charakterisierung des Einzugsgebiets ist daher wichtig, um bei Bedarf Baumaßnahmen durchzuführen oder das Flussbett zu reinigen“, erläuterte der Ingenieur.

„Es ist bekannt, dass es durch das El-Niño-Phänomen mehr Regenfälle geben wird, weshalb ein Überwachungssystem wichtig ist. Wir entwickeln derzeit diese Prototypen. Die Idee ist, dies auf globaler Ebene mit den Institutionen umzusetzen – etwa mit der Meteorologischen Behörde (Dirección de Meteorología), die über ein Radar verfügt. Die Nutzung dieses Radars würde die Vorhersagen der von uns entwickelten Modelle verbessern“, erklärte Ingenieur Stalder weiter.

Zunächst konzentriert sich das System auf das Einzugsgebiet des Baches Mburicaó. Es ist jedoch vorgesehen, das Sensornetzwerk auf Bereiche wie die Avenida España und das Viertel Villa Morra auszuweiten. Es wird erwartet, dass das Projekt in drei Monaten zu 100 % betriebsbereit und für die Bevölkerung verfügbar sein wird.

Das Projekt wird außerdem über ein kostenloses Webportal verfügen, auf dem Daten, Vorhersagen und Meldungen von Bürgern zu Überschwemmungen veröffentlicht werden. Die Technologie wird es ermöglichen, Schwachstellen zu identifizieren, um präventive Bau- und Reinigungsarbeiten an den Wasserläufen durchzuführen.

Die Initiative wird vom Nationalen Rat für Wissenschaft und Technologie (Conacyt) finanziert und erhält Unterstützung von einem privaten Unternehmen für den Erwerb von Bauteilen.

Wochenblatt / Ultima Hora / X

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