Luque: Ein umstrittener juristischer Vorstoß der Staatsanwaltschaft sorgt in der Bevölkerung für Entrüstung: Nach der Abwehr eines Raubüberfalls, bei dem der Angreifer ums Leben kam, hat die Staatsanwältin Sonnia Spezzini nun Anklage wegen vorsätzlicher Tötung gegen den 28-jährigen App-Fahrer Diego Daniel D. erhoben.
Der Vorfall ereignete sich im Ortsteil Isla Bogado der Stadt Luque. Der Motorrad-Boltfahrer war während seiner Arbeitszeit von dem 21-jährigen Bruno Alfredo A. A. überfallen worden, der dem Fahrer gewaltsam das Mobiltelefon entwendete. Bei dem anschließenden heftigen Gerangel setzte sich der Motorradfahrer zur Wehr. Der Angreifer erlitt dabei einen tödlichen Stich in den Brustbereich.
Die Mutter des Beschuldigten, Yemy F., reagierte mit Fassungslosigkeit und Wut auf das Vorgehen der Staatsanwaltschaft. Sie wirft den Ermittlungsbehörden vor, die eindeutige Notwehrsituation sowie vorliegende Beweise völlig zu ignorieren.
„Nach acht Monaten kommen sie zu dem Schluss, dass es kein Raubüberfall gewesen sei. Ich verstehe nicht, wie die Staatsanwältin übersehen kann, was ganz Paraguay gesehen hat“, erklärte die Mutter empört.
Zudem prangerte die Familie an, dass die entscheidende Aussage des Sozius, der den Überfall als Augenzeuge direkt miterlebt hatte, bei den Ermittlungen unberücksichtigt blieb. Am kommenden 1. Oktober muss sich der junge Mann in einer Vorverhandlung verantworten. Dort wird entschieden, ob das Hauptverfahren eröffnet wird.
Wochenblatt / Cronica















