Durchbruch nach Jahren? Geheimes Erdversteck enthüllt neue Spuren im Entführungsfall Urbieta

Horqueta: Der Fund eines neuen Erddepots auf dem Geländekomplex der Estancia Laguna in Horqueta (Departement Concepción) hat neue Ermittlungsansätze im Fall des entführten Viehzüchters Félix Urbieta eröffnet.

Unter den sichergestellten Gegenständen befindet sich ein Notizbuch mit Aufzeichnungen, das nun einer kriminaltechnischen Überprüfung unterzogen wird. Die Staatsanwaltschaft erhofft sich Hinweise auf den Verbleib des Entführungsopfers.

Wie der zuständige Staatsanwalt Pablo René Zárate erklärte, erfolgte der Zugriff nach Geheimdiensterkenntnissen über frühere Aktivitäten von Mitgliedern der inzwischen zerschlagenen Guerillaorganisation Ejército del Mariscal López (EML). An der Spurensicherung waren Einheiten der Anti-Entführungs-Direktion der Polizei sowie das militärischen Aufklärungsbataillon beteiligt.

Militärische Ausrüstung und persönliche Gegenstände sichergestellt

Das Versteck lag nur wenige Hundert Meter von einem zuvor entdeckten Depot entfernt. In einem im Boden eingelassenen 200-Liter-Fass entdeckten die Einsatzkräfte Tarnkleidung, Dokumente, Batterien, Erste-Hilfe-Material, Stiefel, Propagandamaterial sowie Schulungshandbücher der Terrorgruppen EPP und EML.

Eine aufgefundene Brille nährte zunächst die Hoffnung, es könne sich um ein persönliches Requisit Urbietas handeln. Nach dem Abgleich mit den Datenbanken der Ermittler kamen die Analysten jedoch zu dem Schluss, dass die Brille mutmaßlich dem EML-Gründer Alejandro Ramos zuzuordnen ist.

Die Arbeiten auf der Estancia Laguna sowie in weiteren relevanten Sektoren werden fortgesetzt. Wegen des notwendigen Einsatzes von Boden-Bodenscannern sind die Suchtrupps allerdings stark von den Witterungsverhältnissen abhängig.

Weiterhin Nachforschungen im Fall Óscar Denis

Staatsanwalt Zárate bestätigte zudem, dass auch die Ermittlungen zum Verbleib des ehemaligen Vizepräsidenten Óscar Denis aufrechterhalten werden, dessen Entführung sich am vergangenen Mittwoch zum sechsten Mal jährte. Die Behörden stehen in ständigem Austausch mit den Angehörigen und haben bei einem Treffen mit Denis‘ Töchtern neue Suchzonen festgelegt, die in den kommenden Tagen schrittweise durchkämmt werden sollen.

Wochenblatt / adn digital

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