Asunción: Eine Mutter, die einen der schwierigsten Momente ihres Lebens durchmacht, steht nun vor einer zweiten Notlage: Während ihres Aufenthalts in der Herberge des Zentralkrankenhauses des Instituto de Previsión Social (IPS) wurden ihr 8 Millionen Guaraníes gestohlen, die sie durch Kredite für die Operation ihres Babys aufgetrieben hatte.
Der kleine Junge ist gerade einmal zwei Monate alt, kam als Frühgeborenes in der 33. Schwangerschaftswoche zur Welt und leidet an einer Herzfehlbildung, die einen Eingriff erfordert. Die Operation war für diese Woche geplant, doch der Diebstahl nahm der Familie die notwendigen Mittel zur Anschaffung der benötigten Materialien, weshalb das Verfahren ausgesetzt werden musste.
Das Geld befand sich nach Angaben der Mutter in ihrer Handtasche. Während sie in der Herberge war, ließ sie ihre Habseligkeiten auf dem Bett liegen, um duschen zu gehen. Bei ihrer Rückkehr fand sie die Tasche geöffnet vor und stellte fest, dass die 8 Millionen G. verschwunden waren. Die Frau erstattete Anzeige bei den Behörden.
Diebstahl in einer Krankenhausherberge: Ein Schlag gegen jene, die ohnehin schon leiden
Der Vorfall sorgt für Empörung, da das Geld weder für Luxus noch für persönliche Einkäufe bestimmt war: Es war die Anstrengung einer Mutter, die versuchte, das Material zu beschaffen, damit ihr Sohn in den Operationssaal gebracht werden konnte.
Die Situation rückt auch die Sicherheitsbedingungen an Orten wieder ins Rampenlicht, an denen sich Angehörige aus allen Teilen des Landes versammeln und oft tagelang Patienten begleiten. Es sind Menschen, die sich in vielen Fällen in Situationen großer Verzweiflung, Erschöpfung und finanzieller Not befinden.
Das IPS selbst legt fest, dass seine Herbergen für Angehörige oder Begleitpersonen bestimmt sind, die aus Gründen wie der Entfernung oder der Unmöglichkeit täglicher Anreisen in der Nähe der Patienten bleiben müssen. Zudem bestimmt die Institution, dass der Zugang genehmigt sein muss und pro Patient nur ein Angehöriger oder eine Begleitperson eintreten darf.
Aus diesem Grund wirft ein Diebstahl in einem Raum, der genau dazu bestimmt ist, die Begleitpersonen von Kranken zu schützen und ihren Aufenthalt zu erleichtern, Fragen über die bestehenden Kontrollen und die Fähigkeit auf, ähnliche Vorfälle zu verhindern.
Eine Operation, die erneut aufgeschoben werden muss
Die Familie benötigte nach Angaben der Mutter etwa 3.280.000 G. für das Operationsmaterial. Der Verlust der durch Kredite beschafften 8 Millionen G. führte dazu, dass der Eingriff nicht zum vorgesehenen Termin durchgeführt werden konnte.
Nun muss Gladys erneut ein Rennen gegen die Zeit beginnen, um das Geld zusammenzubringen. Währenddessen wartet ihr Baby weiter auf die Operation.
Die Mutter bittet die Bevölkerung um Hilfe, um die notwendigen Mittel aufzubringen. Die für Kontaktaufnahmen freigeschaltete Nummer, die auch als Zahlungsempfänger-Alias dient, lautet 0985 815 877.
Über die Ermittlungen zum Diebstahl hinaus hinterlässt der Fall eine Frage, die die Institution direkt herausfordert: Wie kann sich eine Mutter, die in einer Krankenhausherberge bleibt, um für ihr Kind zu sorgen, sicher fühlen, wenn ihre Habseligkeiten verschwinden können, während sie ihren eigenen Grundbedürfnissen nachgeht?
Der Schmerz einer Familie, die um die Gesundheit eines Babys kämpft, sollte nicht auch noch zu einer Gelegenheit für jene werden, die die Verletzlichkeit anderer ausnutzen.
Wochenblatt / El Nacional













