Kolonie Independencia: Die Schulgemeinschaft der Bildungseinrichtung in San Gervasio im Bezirk der Kolonie Independencia kommt nicht zur Ruhe. Auf einer Dringlichkeitsversammlung stellten sich Eltern und Schüler geschlossen hinter den Schulleiter sowie eine Lehrerin der Einrichtung, gegen die von einem Schüler der Vorwurf der angeblichen “psychischen Misshandlung“ erhoben wurde.
Der Fall sorgt im Ort für Unverständnis und Verwirrung – nicht zuletzt, weil die Mutter des anzeigenden Schülers selbst als Lehrkraft an derselben Schule tätig ist.
Wie die pädagogische Schulaufsicht mitteilte, liegt der Vorgang mittlerweile bei der Kinderschutzbehörde (CODENI) sowie bei der Staatsanwaltschaft. Aufgrund der geltenden Schutzprotokolle mussten der Direktor und die betroffene Lehrerin vorübergehend von ihren Aufgaben entbunden und von der Schule suspendiert werden. Die Eltern gaben den beiden Pädagogen jedoch ihr volles Vertrauen und betonten, dass die Anschuldigungen für sie völlig unbegreiflich seien.
Versprochene Hilfen nach Schock-Verbrechen blieben aus
Neben den Unruhen rund um die Anzeige sieht sich die Schule mit gravierenden baulichen Mängeln konfrontiert. Bei einem Vor-Ort-Besuch in dem eingangs genannten “Colegio Nacional San Gervasio“ traten die prekären Verhältnisse offen zu Tage, unter denen der Schulbetrieb täglich stattfindet.
Als vor einigen Jahren die damalige Schulleiterin einer gewaltsamen Tat zum Opfer fiel, sicherte das Bildungsministerium (MEC) der Einrichtung umfassende Unterstützung zu. Jahrelang geschehen ist jedoch wenig: Die bauliche Situation ist weiterhin kritisch.
Prozess gegen Teenager begann, der seine Lehrerin in Independencia ermordete
Das Grundproblem liegt in der Eigentumsstruktur: Die Schule steht seit jeher auf einem Privatgrundstück. Die Anträge auf Eigentumsübertragung an den Staat ruhen seit Jahren in der Rechtsabteilung des Ministeriums. Solange das Grundstück nicht offiziell auf das MEC übertragen ist, dürfen öffentliche Stellen – wie die Stadtverwaltung von Independencia, die Regierung des Departements Guairá oder das Ministerium selbst – gesetzlich keine öffentlichen Gelder in die Infrastruktur investieren.
Abbruchreife Klassenzimmer und Provisorien im Schulalltag
Die Folgen dieser bürokratischen Blockade sind unübersehbar. Das über 40 Jahre alte Gebäude verfällt zunehmend: Dächer sind undicht und lassen Regenwasser durch, an den Wänden und Böden zeigen sich tiefe Risse und Schäden. Da ein Unterrichtsraum für die Essensausgabe des staatlichen Schulspeisungsprogramms “Hambre Cero“ als Küche umfunktioniert werden musste, weicht eine Schulklasse derzeit in ein einfaches Lagergebäude aus.
Auch der Sportbereich ist marode. Für das anstehende Schulturnier hoffen die Schüler vergeblich auf die überfällige Instandsetzung des Sportplatzes und der Tribünen.
Die Schulgemeinschaft fordert nun ein dringendes Eingreifen der zuständigen Behörden. Als eine der ältesten Schulen der Region benötigt die Schule in San Gervasio eine schnelle rechtliche Klärung der Grundstücksfrage, damit die notwendigen Mittel fließen können und den Jugendlichen endlich eine würdige Lernumgebung geboten wird.
Wochenblatt / Radio Manduara















