Das “verschenkte“ Geld

Geld zu verdienen ist schwer, es auszugeben umso einfacher. Wenn aber Leute Geld verschenken ist das in Paraguay auch etwas Einzigartiges. Der Event fand natürlich großen Anklang.

Der Hauptgrund für das Ereignis war ein Kirchenfest in der Stadt Guarambaré. Von dem Kirchturm warfen Personen Geldscheine in die unten wartende Menge. Es kam nicht zu größeren Tumulten. Die Polizei öffnete ab und zu die Absperrungen, damit jeder in den Genuss eines Scheines kommen konnte. Wer Glück hatte, der freute sich über 100.000 Guaranies. Meistens waren es aber kleinere Beträge.

Erfunden hat das Ritual der Chaco Veteran José Domingo Medina, der sich trotz seiner 105 Jahre noch bester Gesundheit erfreut. „Meine Mutter brachte mich schon im 7. Monat auf die Welt. Sie ging jeden Tag in die Kirche um zu beten, dass ich überleben soll. Das Versprechen hat sich erfüllt. Nun spende ich jedes Jahr aus Dankbarkeit Geld vom Glockenturm“, sagte Medina.

Er ist nicht der einzige Spender geblieben. Viele Bewohner aus der Gegend folgen seinem Beispiel. Reinaldo Antonio Noguera ist ein erfolgreicher Mechaniker. Er warf dieses Jahr eine Million Guaranies vom Glockenturm der Kirche in die wartende Menge, jeweils nur 100.000 Gs. Scheine.

Der Event fand übrigens vorgestern Nachmittag statt. Gestern zelebrierte der Bischof von San Lorenzo, Joaquin Robledo, den Festgottesdienst in der Kirche von Guarambaré. Danach gab es eine Prozession durch den Ort. Mittag konnten sich alle Besucher und Anwohner auf dem Stadtplatz mit einheimischen Gerichten stärken.

Quelle: ABC Color

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1 Kommentar zu “Das “verschenkte“ Geld

  1. Diese „Tradition“ wäre doch eine schöne Geste für die Politiker des Landes hier? Etwas Geld aus den „eigenen Taschen“ unters arbeitende Volk werfen, wär zumindest eine Geste, und würde diesen Leuten sicher nicht weh tun. Man könnte dies als klugen Schachzug sehen, um zumindest Empathie vorzugaukeln, und das Volk würde dies sicher wohlwollend sehen?