Alles oder nichts

Paso Yobai: Gibt man den Paraguayern den kleinen Finger wollen sie gleich die ganze Hand und später noch mehr. Das könnte nun fatale Folgen haben. Um 14:00 Uhr am heutigen Tag geht es um alles oder nichts für die Goldgräber in Paso Yobai, Departement Guairá.

Albino Neukirchinger, der deutsche Kolonist aus der Kolonie Sudetia, hat keinen leichten Stand. Er wollte viele in der Zone an seiner Goldmine teilhaben lassen, die sich auf seinem Grundstück befindet. Tausende profitieren davon, aber sie wollen immer mehr und mehr. Nach dazu kommt es in letzter Zeit immer wieder zu Streitigkeiten, weil Anteilsinhaber der rund 80 Goldmühlen beklagen, dass sie weniger bekommen würden als wiederum andere Mühleneigentümer.

Heute nun, um 14:00 Uhr, kommt es zu einer Versammlung der Bergleute. Es geht nur um ein Thema: Die Mine soll geschlossen werden. Somit hätte keiner der Beteiligten mehr etwas von der Goldförderung. Wie es ausgeht ist noch völlig offen, denn eine Schließung könnte zu noch mehr Spannungen führen. Andererseits muss eine Lösung für eine gerechte Verteilung gefunden werden.

„Wir bekommen immer wieder Erde, in der wenig Gold ausgewaschen wird, andere profitieren viel mehr. Es ist sinnvoll, den ganzen Ertrag von allen Mühlen zu ermitteln und dann durch alle Goldschürfer zu teilen“, erklärte Cristaldo Ronaldo, der ebenfalls bei den Schürfern eingetragen ist.

Albino Neukirchinger war für eine Stellungnahme telefonisch nicht zu erreichen, das Handy ist ausgeschaltet.

Wochenblatt

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6 Kommentare zu “Alles oder nichts

  1. Das nicht in allen Gruben das Gold gleichmäßig verteilt ist, dass kann sich doch jeder von seinen 10 Fingern ablesen, fallst Sie soweit zählen können. Der Neid hat hier den Vorrang und läßt Vernunft und Einsicht hinter sich. Die Gier nach mehr steht im Vordergrund und darum wir es auch keine Einigung geben.

    1. Richtig. Die Verteilung von Gold ist regional und in Abhängigkeit von der Tiefe sehr unterschiedlich. Dazu einige Beispiele: Nach den Informationen auf der Webseite der Firma Latin American Minerals findet man in der Gegend von Paso Yobai in einer Tonne Erde meist zwischen 1g und etwa 4 g Gold. Wenige Abschnitte sind ertragreicher mit 17g/t in 66 m Tiefe, in 120 m Tiefe dann aber nur noch 6 g/t. Eine kleine Stelle liefert den Rekord von 107g Gold pro Tonne in 80 m Tiefe, während an der Oberfläche nur 4,3g/t zu finden sind.

  2. Meine Erfahrung nach 13 Jahren in Paraguay: Großzügigkeit und Freigiebigkeit haben sich noch nie ausbezahlt. Im Gegenteil – sie fördern geradezu Maßlosigkeit und Frechheit. Ich kann nur jeden Zugewanderten davor warnen, gegenüber Einheimischen freigiebig und großzügig zu sein. Es wird sich über kurz oder lang gegen einen wenden. Diese Kultur werde ich niemals begreifen! Und wer das als Zugewanderter nicht glauben will, wird eines Tages „teures Lehrgeld“ bezahlen müssen. Nun können die zugewanderten Träumer ruhig einen Proteststurm über mich ergießen. Es wird dennoch nichts an meinen und vieler anderen Erfahrungen ändern!

  3. Da stimm ich dir voll und ganz zu. Auch das Wort “ Kundenbindung “ ist für hier ansässige Händler total unbekannt. Auch wenn man über Jahre treuer Kunde eines mercados oder einer Ferreteria ist, sollte man immer wieder Preise vergleichen. Ansonsten zahlen gerade die treuesten Kunden die höchsten Preise.

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