Als störend und überflüssig empfunden

Asunción: Der Urheber der Entscheidung den Stadtverwaltungen Hoheit und Entscheidungsfreiheit über alles zu geben, was den Straßenverkehr betrifft, war sich anscheinend nicht im Klaren, was das bedeutet. Heute sucht man verzweifelt nach Lösungen.

Früher die Kennzeichen und heute noch die Führerscheine und die Steuerkarten sowie städtische Polizisten, das ist ein nicht ganz sinnvoller Überbleibsel eines Straßenverkehrsgesetzes, dass schon zu Stroessner’s Zeiten den Städten Handlungsfreiheit einräumt als in anderen Ländern. Damals eventuell notwenig, ist diese Regelung heute nur noch störend.

Während die Verkehrspolizei landesweit eine Sektion der Nationalpolizei sein könnte, pochen Bürgermeister auf ihre eigene Truppe, die anstatt den Verkehr sinnvoll zu regeln nur die Kasse der Stadt füllen soll. Und obwohl die Absicht irgendwie Sinn macht, verdienen sich die Kontrolleure selbst ne goldene Nase. Auch die Beantragung und Ausgabe der Führerscheine könnte zentral passieren, mit Außenstellen in jeder Departementshauptstadt bzw. größeren Stadt.

Das Problem was in Asuncion vorherrscht ist, dass die städtischen Verkehrspolizisten (PMT) völlig korrupt kaum noch Verkehr regeln und an gewissen Punkten nur noch versuchen Menschen in Fallen zu locken und auszubeuten. Diese mit Sonnenbrillen, Helm und Mundschutz ihr Gesicht verdeckenden Uniformierten, die zudem kein Namensschild tragen sind quasi mit allen Wassern gewaschen und schrecken nicht vor Erpressung zurück.

Asuncións Bürgermeister Óscar Rodríguez (ANR) schlug gestern vor die städtische Verkehrspolizei aufzulösen und gab zu verstehen, dass er sich wegen dieser Initiative schon mit Arnoldo Wiens, dem Minister für öffentliche Bauten und Kommunikation traf, da unter dessen Leitung die Patrulla Caminera agiert, die seines Erachtens zukünftig diese Aufgabe übernehmen sollte. Was einerseits wie eine Lösung zugunsten der Einwohner aussieht, lässt auch durchscheinen, dass diese Truppe keinen finanziellen Gewinn für die Stadt bedeutet. Also kosten diese mehr als sie der Stadt einbringen. Rodríguez will die 362 Mann starke Truppe so oder so auflösen.

Sollte eine juristische Lösung für das Problem gefunden worden sein, wird der Dienst für Regelung und Kontrolle des Verkehrs in Asunción sicherlich ausgelagert.

Wochenblatt

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4 Kommentare zu “Als störend und überflüssig empfunden

  1. Ist ja auch kein Wunder, daß eine städtische Verkehrspolizei keinen Gewinn in die Stadtkasse spülen kann. Denn die Herren Kontrolleure auf den Straßen melden Verstöße gegen die Verkehrsregeln schon gar nicht, sie selbst und ihre Familien müssen ja schließlich auch von etwas leben. Und der Stadt verbleiben dann von dieser hoffnungsvollen Geldbeschaffungsabteilung nur noch die Personalkosten, denn die Verkehrsteilnehmer waren ja angeblich allesamt brav und es gab auch keinerei meldepflichtigen Überretungen. Da gibt es in Paraguay tatsächlich noch sehr viel zu tun, wia auch auf dem Gebiet der Führerscheine. Es spielt ja keine Rolle, wenn man den Führerschein abgenommen bekommt, man kauft sich dann eben wieder einen im Nachbardorf. Noch haben die Paraguayer diese noch schlummernde riesige Geldquelle des Führerschein-Geschäfts nicht entdeckt, sie nehmen dies wohl nicht ernst genug. Sollten sie es aber eines Tages doch noch entdecken, dann werden auch plötzlich Fahrschulen wieder interessant. Und natürlich auch Kfz-Versicherungen, für die bis heute noch keinerlei Pflicht exisitiert. Hat aber einer 5 Autos, so versichert er lediglich eines davon, und bei jedem Unfall mit einem der restlichen 4 Autos muss man dann eben die Fahrgetsell- und die Motor-Nummer fälschen, damit die Versicherung auch Schäden mit einem unversicherten Auto übernimmt. Erzähle mir keiner Gegenteiliges auf diesem Gebiet, ich habe solche Dinge schon mehr als oft selbst mit angesehen. Solange all dies nicht in ordentliche Bahnen gelenkt werden kann, wird man auch den alten Problemen stets treu bleiben und die Probleme der ganzen Wirtschaft des Landes.

  2. Eine Verkehrspolizei ist mehr als überflüssig. Durch den schlechten Strassenzustand und wildes Parken ist eine Geschwindigkeitsbeschraenkung gegeben. Wenn man diese weiter reduzieren will muss konsequent auf eine rechts vor links Vorfahrtregel umgestellt werden. Wer rücksichtslos faehrt zieht sich dann ganz schnell selber aus dem Verkehr, wie heute schon die Motorradfahrer. Einer Verkehrsregelung durch Polizisten bedarf es auch nicht, da jeder Kreisverkehr das besser als Polizisten oder Ampeln und gratis regelt.

  3. Saminathasarma Kanesharajakkurukkal

    Da bin ich mir sicher, dass es da (wo auch immer in Asuncion) kein Parkverbotsschild hatte vor ein paar Jahren. Da standen noch andere Motos, ich weiß wie ein Parkverbotsschild ausschaut, ich fahre lieber 10x um den Block, bis ich eine Parkplatz gefunden habe und kann dazu auch noch für ein paar hundert Meter mit dem Rollator laufen.
    Jedenfalls steht da so ein Sonnenbrilly-Willy in Räuberuniform da und meint hier sei Parkverbot. Ja, in der Tat, da sah ich es auch. Aber weil ich so eine schöne Extranjero-Nase habe, hat er mir extra erklärt, wie im Paragauy so ein Parkverbotsschild ausschaut und mir angeboten die Angelegenheit gleich vor Ort zu bereinigen. Natürlich ohne Quittung. Na, was will ich denn da machen. Hatte ja eine so schöne Sonnenbrilly der Willy. Und kam mir erst noch ein paar Tausend Tagessätze Buße günstiger. Obwohl ich mir sicher bin, dass d kein Parkverbotsschild angebracht war.

  4. der rodríguez droht jetzt erst mal mit der auflösung und die polizisten werden in den nächsten zwei monaten doppelt so viel geld eintreiben das auch für die stadtkasse was rumkommt. dann ist alles wieder gut und geht so weiter wie bisher.

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