Alzheimer: Fälschlicherweise eines Raubes beschuldigt

Ein sehr pittoresker Fall ereignete sich im Departement Central. Die Polizeibehörden und die Staatsanwaltschaft wurden nach dem angeblichen Diebstahl von 84 Millionen Guaranies von einem 90-jährigen Mann mobilisiert.

Das mutmaßliche Opfer gab an, dass sein Sohn derjenige war, der ihn ausgeraubt hatte, und nachdem er gefunden worden war, wurde er mehrere Stunden lang festgehalten. Schließlich stellte seine Familie klar, dass das Geld nicht gestohlen worden war und dass der Denunziant an Alzheimer leidet, so dass sich alles als Verwechslung herausstellte.

Vor einigen Tagen erschien der ältere Mann auf der Polizeiwache, um formell anzuzeigen, dass sein Sohn einen Millionenbetrag aus seinem Besitz gestohlen hatte. Der Fall wurde dann an den Staatsanwalt Marco Amarilla übergeben. Die Akte der Staatsanwaltschaft wurde mobilisiert und ein Haftbefehl gegen den Beschuldigten erlassen.

Laut Polizeibericht sahen sie gestern bei einer Routinekontrolle in der Stadt einen Mann, der nach seinem Ausweis gefragt wurde. Er händigte seinen Ausweis aus, das Computersystem wurde überprüft und es stellte sich heraus, dass gegen ihn ein Haftbefehl vorlag.

Der Beschuldigte wurde auf die Polizeiwache gebracht, festgenommen und der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Nach einigen Stunden erschien die Schwester des Verhafteten vor dem Staatsanwalt Amarilla. Dem Ermittler zufolge erzählte sie uns, dass der Vater oft mit viel Geld unterwegs war und die Familie Angst hatte, dass er überfallen oder sogar getötet werden könnte.

Nach Angaben der Tochter des Denunzianten wurden von den 84 Millionen Guaranies 20 Millionen Guaranies als Honorar an den Anwalt gezahlt, weil er einen Fall zugunsten des 90-jährigen Vaters gewann. Letzterer erhielt eine Entschädigung für seinen Ruhestand. Die Frau erklärte, dass ihr Vater an Alzheimer leide und dass dies der Grund für die Anzeige gegen ihren Sohn sei.

Der Staatsanwalt bemerkte, dass der Denunziant den Betrag angeblich aufbewahrt habe und dass er ihm versichert habe, es handele sich um 84 Millionen Guaranies. Als diese familiäre Realität bekannt wurde, forderte der Staatsanwalt das überschüssige Geld von der Tochter an, etwas mehr als 62 Millionen Guaranies, und übergab das Geld in einem Dokument an den ursprünglichen Eigentümer, in diesem Fall, dem 90-jährigen Mann. Die Tochter gestand auch, dass ein Teil des Geldes für die Medikamente des Vaters verwendet worden war.

Mit dieser Klärung wurde der Mann, der wegen des angeblichen Millionenraubes verhaftet worden war, schließlich freigelassen und der Fall wurde laut Staatsanwalt Amarilla eingestellt. Der Staatsanwalt sagte, der Denunziant sei in einem klaren Zustand, widerspreche sich aber selbst.

Wochenblatt / ABC Color

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4 Kommentare zu “Alzheimer: Fälschlicherweise eines Raubes beschuldigt

  1. Bei solchen Beträgen – was hierzulande richtig viel Heu ist (as bisl mehr als 10 Mil €) – da wird die Staatsanwaltschaft schnell aktiv. Sind wohl alle – außer die Staatsanwaltschaft – froh, dass das Geld nicht gestohlen wurde.

  2. Wenn ich das richtig verstehe, hat der Staatsanwalt anschließend dem Alzheimer-Kranken das Geld in die Hände gedrückt.
    Wie kommt man eigentlich mit dem IQ einer Rennmaus an einen Job als Staatsanwalt?

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