Argentinien: Beschränkung der Ölexporte könnte schwerwiegende Folgen für Paraguay haben

Buenos Aires: Vergangenen Sonntag machte der argentinische Wirtschaftsminister und Präsidentschaftskandidat Sergio Massa eine Ankündigung, die nicht nur das wirtschaftliche Umfeld seines Landes, sondern auch seiner Nachbarn, darunter Paraguay, erschütterte.

Massa wies nachdrücklich darauf hin, dass die argentinischen Ölproduzenten ihre Produkte nicht exportieren können, bis die Kraftstoffknappheit des Landes behoben sei. Diese Maßnahme, die eine Reaktion auf wachsende Spannungen bei der Versorgung mit Öl und seinen Derivaten zu sein scheint, hat sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene eine Reihe von Fragen und Bedenken aufgeworfen.

„Wenn die Kraftstoffversorgung nicht vor Mitternacht am Dienstag geklärt ist, können Unternehmen ab Mittwoch keine Tanker auslaufen lassen, die für den Export gedacht sind“, erklärte Massa und betonte die Bedeutung des Verbleibs argentinischen Öls im Land zur Deckung des Bedarfs. „Das argentinische Öl gehört zuerst den Argentiniern“, sagte der Präsidentschaftskandidat.

In diesem Fall hat der Ökonom Manuel Alarcón die jüngsten Auswirkungen analysiert, in welchen Maße dieses Szenario Paraguay betreffen würde.

Laut Alarcón sei die Idee, den Export von Benzin nach Paraguay einzuschränken, nicht neu und in Argentinien gängige Praxis, insbesondere unter früheren Regierungen wie bei Kirchner. Dies spiegelt eine Priorisierung der lokalen Versorgung wider, die zu Vertragsbrüchen argentinischer Unternehmen und in der Folge zu Marktverlusten führen könnte. Für Paraguay würde dies zu einer größeren Verknappung von Benzin führen, das etwa ein Drittel des Kraftstoffverbrauchs im Land ausmacht, da die Hauptlieferanten argentinische Unternehmen sind.

„Der Ansatz von Massa, den Export von Benzin nach Paraguay einzuschränken, um lokale Engpässe zu vermeiden, ist in Argentinien eine gängige Praxis, wenn man bedenkt, dass dies das Signal ist, das die Regierung seit der Kirchner-Ära gegeben hat. Es gibt eine Priorisierung der Versorgung der lokalen Bevölkerung. Dies würde zu Vertragsbrüchen seitens argentinischer Unternehmen führen und einen Verlust von Märkten bedeuten. Für Paraguay könnte das Szenario einen Engpass von Benzin bedeuten, das etwa 1/3 des lokalen Kraftstoffverbrauchs ausmacht. Die Hauptlieferanten unseres Landes sind argentinische Unternehmen“, erklärte der Ökonom.

Ein weiterer besorgniserregender Aspekt ist, dass die Kraftstoffpreise in Paraguay nicht kontrolliert werden, was bedeutet, dass mit einem Anstieg zu rechnen ist. Obwohl Vertriebsunternehmen möglicherweise nach Alternativen bei anderen Anbietern suchen, warnt Alarcón, dass die Auswirkungen dieses Übergangs kurzfristig nicht sichtbar sein werden, was zu einem Kostenanstieg für paraguayische Verbraucher führen könnte.

Der Ökonom betont, dass die unmittelbaren Folgen der Einführung restriktiver Maßnahmen Argentiniens auf den Export von Erdölprodukten, insbesondere im Hinblick auf Benzin, zu einer größeren Verknappung des Produkts und damit zu einem Anstieg seines Preises führen werden. Dies ist besonders besorgniserregend, da Paraguay stark von diesen Produkten aus Argentinien abhängig ist.

„Die unmittelbaren Folgen der Anwendung restriktiver Maßnahmen Argentiniens auf den Export von Erdölderivaten, insbesondere Benzin, werden angesichts der hohen Abhängigkeit Argentiniens von diesem Produkt zu einer größeren Verknappung des Produkts und einem Anstieg seines Preises führen“, sagte Alarcón.

Schließlich betont Alarcón die unelastische Natur der Verbrauchernachfrage auf dem Kraftstoffmarkt, was bedeutet, dass, wenn Massas Vorschlag in die Tat umgesetzt wird, das Wohlergehen der Verbraucher aufgrund steigender Preise sinken wird. Diese Maßnahme könnte erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft Paraguays und das tägliche Leben seiner Bürger haben, was es rechtfertigt, den möglichen Auswirkungen der vom argentinischen Präsidentschaftskandidaten angekündigten Maßnahmen besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Wochenblatt / El Nacional

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3 Kommentare zu “Argentinien: Beschränkung der Ölexporte könnte schwerwiegende Folgen für Paraguay haben

  1. Tja, was will Paraguay den argentinischen Maßnahmen entgegen setzen? Paraguay ist weitgehendst vom guten Willen und der Zusammenarbeit mit seinen Nachbarländern angewiesen. Ein politischer, wirtschaftlicher und militärischer (Gott sei dank!) Zwerg, mehr eben nicht. Daher muß man sich stets mit seinen Nachbarn gut stellen, ob einem das gefällt oder nicht.

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    1. Ein !Zwerg! sollte mit dem was er hat protzen, wie wäre es mit Strom? Strom ist doch zunächst für das Land, wo der Strom erzeugt wird, oder? Also wenn kein Brennstoff aus Argentinien geliefert wird, dann kann auch kein Strom geliefert werden. Abgesehen davon ist das der Geist von Mercosur? Ja, wenn Argentinien nicht liefern will, wie wäre es denn dann mit Russland? Ich bin sicher, dass Russland gerne liefern würde und das könnte mit hiesigem Fleisch bezahlt werden! Der wirtschafzliche Verlust könnte sogar auf die argentinischen Wahlen einen nicht unerheblichen Einfluss haben! Übrigens Chile ist auch so ein kleiner Zwerg und macht doch seine eigene Politik! Man vergleiche doch auch mal die Währungen von Argentinien und Paraguay!!!!

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      1. Der Unterschied zu Chile ist der, daß Chile über weniger korrupte Politiker verfügt und außerdem freien Meereszugang hat. Paraguay ist ringsum von anderen Ländern umgeben, auf deren Wohlwollen Paraguay stets angewiesen ist.

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