Auslieferung steht kurz bevor

Zwei Venezolaner, die wegen der Plünderung der Itaipú Pensionskasse in Großbritannien in Haft sitzen sollen in den nächsten Tagen nach Paraguay ausgeliefert werden, um sich zu verantworten. Der Fall könnte politischen Sprengstoff in sich haben.

Marcelo Barone und Elisabel Vázquez, das venezolanische Paar, das derzeit in Abschiebhaft in London sitzt, soll am 14. Oktober nach Paraguay überstellt werden. Ihnen wird zur Last gelegt, dass sie die Pensionskasse der Itaipú Angestellten (Cajubi) absichtlich geleert haben, erklärte der zuständige Staatsanwalt Aldo Cantero.

Je nach dem wie groß die Mithilfe der wegen Geldwäsche und Betrug angeklagten ist, kann von einer Haftstrafe von bis zu 15 Jahren ausgegangen werden. Die Beiden erhielten aus der Pensionskasse 35 Millionen US-Dollar um dies in Immobilien in Miami zu investieren. Weil die Spekulation mit Rentengeldern nicht erlaubt war, wurden schon mehrere Itaipú Direktoren zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Barone und Vázquez, beide mit britischen Pässen, hatten jedoch niemals vor diese Summe zu investieren. Sie setzten sich sang und klanglos nach Großbritannien ab, wo sie wie Fürsten lebten.

Im vergangenen Juli reiste Staatsanwalt Cantero nach London, um bei der Audienz vor Gericht dabei zu sein. Derzeit ist kein Grund bekannt, warum die Auslieferung sich verzögern sollte.

Insgesamt wurde die Cajubi um 176 Millionen US-Dollar erleichtert. Der ehemalige Minister des Obersten Gerichtshofes, Víctor Núñez, tat alles um das Verfahren, in dem seinen Neffen Víctor Bogado ein Angeklagter war, zu stoppen. Auch wenn ihm das nicht gelang und der Neffe zu 14 Jahren Haft verurteilt wurde, ernannte Horacio Cartes ihn nach seines Rücktritts zu einem Berater beim zweistaatlichen Wasserkraftwerk Yacyretá, was ihm monatlich über 50 Millionen Guaranies einbringt.

Wochenblatt / Abc / Última Hora

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