Autozulieferer in der Krise

Asunción: Die Vorteile des Mercosur und des beschlossenen Freihandelspaktes mit der EU werden viele zu spüren bekommen. Die Fabriken in Paraguay jedoch werden abgestraft und müssen wohl schließen.

In den letzten Jahren siedelten sich viele Betriebe, darunter auch deutsche Unternehmen in Paraguay an, um wegen den geringen Lohnnebenkosten die Mercosurländer versorgen zu können. Dies verlief stetig ohne Ausfuhrgebühren, da man ja Teil des Staatenverbundes ist.

Die brasilianische Regierung möchte der Abwanderung von Prestigeunternehmen jedoch einen Riegel vorschieben und die Autozulieferer abstrafen, die Brasilien bei der Produktion den Rücken gekehrt haben und dennoch fertige Produkte da anbieten wollen. Da es niemals eine interne Übereinkunft der Mitgliedsländer über Automobilteile gab, müssen nun Autozulieferer 16% Einfuhrzoll zahlen, wenn sie ihre in Paraguay hergestellten Bauteile nach Brasilen bringen wollen. Diese Zahlung mache jeden Fortbestand von Fabriken auf paraguayischem Territorium unnütz und wird zur umgehenden Schließung führen. Tausende Arbeitsplätze, die binnen der letzten Jahre entstanden, werden damit wegrationalisiert.

Wie die paraguayische Vereinigung der Autozulieferer (AIAP) mitteilte, wurde schon seit dem jähr 2017 mit der Einführung dieses Zolls gedroht. Neben mehr als 10.000 Arbeitsplätzen die damit wegfallen werden auch mehr als 300 Millionen US-Dollar an Devisen fehlen, die jährlich ins Land kamen. Man bat von Seiten der Vereinigung ein Gespräch von Mario Abdo Benítez mit seinem brasilianischen Kollege Jair Bolsonaro zu führen. Sollte es zu keiner umgehenden Lösung kommen, werden die Fabriken schließen.

Wochenblatt / Hoy

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4 Kommentare zu “Autozulieferer in der Krise

  1. @Heinz
    Ja die Idee ist schon da aber mit einem bedeutenden Schwachpunkt.
    Nehmen wir an du willst dich verheiraten. Da Frau = Frau ist so ists schliesslich egal wer es ist nicht wahr? Du wirfst also das Los und es faellt auf eine Hottentottin wie hier https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Standing_woman,_(Hottentot),_full-length_side_view_Wellcome_V0029704.jpg.
    Na was sagst du dann? Nach deinem Gleichnis gibts ja keinen „Qualitaetsunterschied“ zwischen Miss Hottentott Heinz und zum Beispiel eines keuschen Betschwester im Herrn wie u.a. (je nach Anwallung) hier https://de.123rf.com/photo_62515719_religiöse-nonne-in-der-religion-konzept-vor-einem-dunklen-hintergrund.html?fromid=L0U5dXY3OUJYVjBYNVZ0OWc1TUpWUT09.
    Der Grund warum Geld mal aufkam ist dass man nicht das schwere Gold immer mit sich im Safe oder einer gepanzerten Kutsche bewacht von bewaffneten Soeldnern die staendig mehr Sold wollen: ansonsten was… mit sich schleppen wollte und vor allem um gerade den Tauschhandel zu umgehen.
    Die 200 Zuckerrueben die der deutsche Bauer dem Mennoniten fuer 400 Kg Fleisch geben will nuetzen diesem herzlich wenig da er diese jetzt alle selber aufessen muss – andersrum was will der deutsche Bauer mit 400 Kg Rohfleisch? Da muss er schon 100 Kg Fleisch pro Tag verspeisen bevor das restliche Fleisch anfaengt Maden zu bekommen. Denn einen Kuehlschrank hat ihm bis jetzt noch keiner im Tausch gegeben. Der Mennonit naehmlich produziert keinen so dringend benoetigten Kuehlschrank weil diesem naehmlich niemand das Gas fuer den Kompressor im Tausch gegeben hat und Paraguay hat auch keine Eisenminen wo man das Eisen herbekommt um einen Kuehlschrank zu fabrizieren. Und niemand hat weder dem Deutschen noch den Mennoniten ein Schiff im Tausch angeboten das so dringen benoetigt wird um ueberhaupt das Rindfleisch nach Europa zu liefern und die Zuckerruebe nach Paraguay. Zudem ist das paraguayische Fleisch anderer Qualitaet als das deutsche Fleisch – so dass es sich fuer den deutschen ueberhaupt nicht lohnt ueberhaupt das Rind des Mennoniten zu wollen. Damit hat der Mennonit wieder keinen Zucker aus der Zuckerruebe.
    Um sowas zu entgehen hat man damals das Geld erfunden. Der Tauschhandel ist zu komplex denn Banane ist nicht gleich Banane.

  2. Das Problem ist, das in Geld abgerechnet wird. Dadurch entstehen Handels Ungleichgewichte. Bei sogenannten Kompensations Geschaeften bezahlt jede Partei hingegen nur mit ihren Waren. Das war seinerzeit bei den BRD /DDR Geschaeften teilweise ueblich. Wenn zum Beispiel 2000 Automotoren geliefert werden , die mit 200 Neuwagen bezahlt werden gibt es kein Handels Ungleichgewicht. Die Zoll und Steuer Geier wie auch die Banken sind bei reinen Tauschgeschaeften auch schnell aus dem Rennen.
    Wenn der Paraguayische Autoteile Zulieferer die Brasilianer mit Autos fuer Autoteile bezahlen laest, wird der brasilianische Staat es nicht wagen seinen Autobauern diesen Absatz von Autos zu blockieren, weil dann Brasilianer arbeitslos werden.

  3. Das Freihandelsabkommen zwischen Mercosur und der EU ist noch nicht unter Dach und Fach. Ein paar EU-Mitgliedstaten sehen darin Bedenken im Wettbewerbsvorteil, insbesondere der Agrarsektor.
    Dass Brasilien nun 16% Einfuhrzoll erhebt ist natürlich schlecht. Wie viel war es denn bisher? 0%? Nun, gibt es noch andere Länder als Brasilien? Vielleicht könnten hiesige Automobilzulieferer ihre Strategie überdenken und sich den Rahmenbedingungen anpassen? Einfach alles abzureißen und 10.000 Menschen auf die Straße stellen ist wieder mal die einfachste Lösung.

  4. Ja toll wozu dann das Handelsabkommen? es scheint so als machen handelsabkommen nicht den weg frei sondern beschränken die Ohnmächtigen um den Mächtigen alles zu erlauben? Siehe EU?

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