BCP: „Das Finanzsystem ist stabil“

Auf WhatsApp machte in der vergangenen Woche ein Text die Runde, der vor dem Zusammenbruch des paraguayischen Bankensystems warnt. Der Text lautete:

„Die Zentralbank (BCP) und die Bankenaufsicht werden noch vor Monatsende Interventionen bei den fünf Banken, die im Verdacht stehen Geldwäsche betrieben zu haben und mit ARA SA in Verbindung stehen, durchführen. Man gibt den Aktionären und Großkunden Zeit die Konten zu räumen, die Kleinsparer werden dann mit dem, was sich im Garantiefond befindet, abgespeist. Selbstverständlich werden sie das in der Presse dementieren und es gibt Verhandlungen mit der Regierung, damit die Institute nicht zusammenfallen. Sie sind hiermit gebührend gewarnt und rette sich, wer kann. Das Gleiche passiert mit Banco Unión SAECA. Die involvierten Banken sind: BBVA, Sudameris, Continental und Regional“.

Die Nachricht wurde von der Zentralbank dementiert, bei keiner der erwähnten Banken sei ein Intervention geplant. Der Direktor der Zentralbank, Carlos Fernández, erklärte, man sei dabei die juristischen Möglichkeiten gegen diese Meldung abzuklopfen. Technisch werde es wohl möglich sein, den Urheber der Nachricht aufzuspüren, gab er bekannt.

Fernández sagte: „Es scheint, dass irgendjemand der Erfolg Paraguays, der Zentralbank und des Finanzministeriums nicht gefällt“. Paraguay sei sehr solvent mit einer der höchsten Kapitalisierungen in der Region. Er entschärfte nochmals das Thema Ara und wies darauf hin, die Finanziera habe lediglich 0,4% des Gesamtmarktes bewegt.

Die Vereinigung der Banken (Asoban) ging gleich noch einen Schritt weiter und erstattet Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, erklärte deren Präsident, Gustavo Cartes. Später klagte auch die BCP.

Es gab auch Gerüchte, die Schulden eines bestimmten Schlachthofes könnten für das Finanzsystem gefährlich sein. Fernández wies auch dies zurück. Der Schlachthof schulde 34 Millionen US-Dollar, verfüge aber über Aktiva in Höhe von 50 Millionen USD, die Verbindlichkeiten seien also durch ausreichende Garantien gedeckt. Der gesamte Kreditmarkt mache 19 Milliarden USD aus, er vermied allerdings im Hinblick auf die Schuldenhöhe von „Mani“ (Peanuts) zu sprechen.

Quelle: Última Hora

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1 Kommentar zu “BCP: „Das Finanzsystem ist stabil“

  1. Hoffen wir zumindest, dass es so ist. 1995 bis 2002, wo mehr als 50 Banken und Financieras in den Bankrott geführt wurden und Hunderttausende Anleger ihr ganzes Geld verloren, hat es mehrmals von der Zentralbank geheißen, alles in bester Ordnung, es besteht keine Gefahr am Bankensektor und ein paar Tage später krachte es und die Leute standen vor verschlossenen Türen und staatliche Mindestabsicherung gab es keine. Die heutige Führung der Zentralbank ist sicher sehr professionell und niemand möchte deren Kapazität anzweifeln. Aber ein bitterer Nachgeschmack kommt auf, wenn man sich die näheren Umstände der in den bankrott gegangen Financiera ansieht. Die Staatsanwaltschaft ist jetzt gefordert Licht ins Dunkel zu bringen. Ob das gelingt bleibt abzuwarten. Ausserdem hat die BCP bis heute nicht erreichen können, dass ein Gesetz beschlossen wird, damit man die einzelnen Personen physisch kennt, die hinter einem Institut die Fäden ziehen und nicht durch ein Geflecht von Firmen und Gesellschaften anonym bleiben. Warum wohl hat die Politik das bisher nicht getan? Ein Schelm der Böses denkt.

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