Beamte müssen Glühbirnen selber kaufen

Asunción: Auf der einen Seite werden öffentliche Gelder verbrannt, auf der anderen Seite müssen deshalb staatliche Angestellte Glühbirnen selber kaufen. Ob eine Erleuchtung bei den Vorgesetzten erfolgt ist aber nicht sicher.

Beamte vom Gerichtshof und weitere Funktionäre vergeuden Haushaltsmittel in vielerlei Hinsicht. Handykosten, Treibstoff, Zuschüsse für Mittagessen usw. werden in den oberen Etagen als außergewöhnliche Auslagen mit öffentlichen Geldern bezahlt. Nun sollen aber die kleinen Angestellten ihr eigenes Portemonnaie öffnen und Glühbirnen selber kaufen, damit die Flure wieder Licht bekommen.

Für die vier obersten Richter hat der Justizminister ein Monatsgehalt von 37 Millionen Guaranies genehmigt, zusätzlich bekommen sie einen Zuschuss in Höhe von vier Millionen Gs. für Kraftstoffe und Telefonkosten.

„Das Geld wird verschleudert, für irgendetwas. Wenn in den oberen Etagen gesagt wird, das Budget reiche nicht, werde einfach mehr genehmigt“, sagte ein Beamter von dem Gerichtshof.

Es ist üblich, dass die Angestellten Leuchtstofflampen oder Druckerpatronen selber kaufen. „Es fehlt an Leuchtmitteln, Tintenpatronen oder manchmal sogar an Papier. Wenn wir dann bei den Vorgesetzten nachfragen, kommt keine Antwort oder nur ein Schulterzucken. Schließlich kaufen wir die Dinge selber, weil der Betrieb ja weiter gehen muss. Es ist schade, wirklich schade“, sagte ein weiterer Beamter in der öffentlichen Institution.

Kein Einzelfall, denn 2015 wurde ein Faxgerät für ein Büro ebenfalls durch das Zusammenlegen von privaten Gelder der Angestellten im Gerichtshof finanziert.

Quelle: ABC Color

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3 Kommentare zu “Beamte müssen Glühbirnen selber kaufen

  1. Eigentlich erstaunlich, dass die am Gericht das nicht so machen wie die Lehrer an öffentlichen (kostenlosen) Schulen: es wird dauernd bei den Eltern gebettelt für: Neuen Anstrich, Mantenimiento Air Condition, zusätzliche Hemdchen und Kleidchen, eine Limpiadora, neuen Basurero, Día de Maestro. Da kann man wählen zwischen ob die Kinder gute Noten haben werden oder eher mäßige. Zahlen oder nicht, egal, es gibt weder neuen Anstrich, noch Service der Klimaanlage, noch Hemdchen und Kleidchen, noch Reinigunskraft, noch einen neuen Abfalleimer, einzig zum Día de Maestro lässt es sich die Professur sich gut gehen.

  2. Ich habe kuerzlich einen Geldbetrag einer oeffentlichen Schule im Departamento Caazapa gespendet, wo auch deutsch gelehrt wird.
    Deutsche und schweizerische Nachfahren kuemmern sich darum und das Gebaeude macht baulich einen guten Eindruck. Zu einem Grossteil erhaelt sich die Schule durch Spenden, nur die Loehne der Lehrer werden durch das Bildungsministerium gezahlt. Der Lohn der Deutschlehrerin wird sogar nur von Spenden getragen. Frueher gabs dafuer Unterstuetzung aus Deutschland, jetzt nicht mehr.
    Wenn man den sehr einflussreichen Gouvernor, der auch aus dem Ort kommt, um eine Spende bittet, sagt der auch zu – nur gekommen ist bisher nie was. Aber bei der Jahresendfeier, wenn die Abschlussschueler verabschiedet werden, ist der aber dann schon anwesend um die Urkunden zu verteilen.

    Anhand dieses Beispiels will ich nur zeigen, dass man in einer Gemeinschaft schon viel erreichen kann, der Paraguayer denkt aber nur an seine eigenen Taschen.
    Die hohen Beamten dieser Ministerien sind dermassen abgehoben und schieben sich solche Loehne und etliche Zulagen zu – und der kleine Angestellte muss fuer Neonroehren und dergleichen bezahlen, weil kein Budget dafuer da ist.
    Die Moebel unserer Abteilung sind alles Spenden der Weltbank…

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