Besorgniserregende Zustände

Asunción: Ein großes Grundwasserreservoir, das “Aquifer Patiño“, von dem Millionen Menschen in Paraguay abhängen, ist in großer Gefahr. Massive Extraktion und mangelndes Umweltbewusstsein könnten eine Katastrophe auslösen.

Das Umweltsekretariat Seam machte nun auf die Zustände aufmerksam und alarmierte zugleich die Regierungsstellen. Das Grundwasserbecken umfasst eine Fläche in der Größe von 1.176 km² in der der Ballungsraum Asunción und Paraguarí mit eingeschlossen sind.

„Eigentlich funktioniert das Wasserreservoir ganz einfach. Über Regenfälle wird das Becken immer wieder neu gespeist, aber das macht dieses System aus so anfällig. Es fehlt an der Kanalisation in Asunción und eine große Anzahl von Menschen wohnt auf dem Grundwasserbecken“, erklärte David Fariña, Direktor für Wasserressourcen von der Seam.

Nur 10% der Bevölkerung in dem Bereich haben einen Zugang zur Kanalisation. Das geht aus einem Bericht der Direktion für Wasser- und Abwasserentsorgung (Dapsan) hervor.

Fariña betonte, die Abwässer hätten das Trinkwasserreservoir schon erreicht und mit coliformen Bakterien verschmutzt. Ein weiteres Problem sei der rigorose Abbau des Wasserpegels durch die immer größere Nachfrage. „Der Wasserstand geht nach unten. Mit verantwortlich sind auch immer neue Brunnen der Bewohner in der Zone“, sagte Fariña.

Ein weiteres Problem ist der Eintritt von Brackwasser aus dem Chaco in die Region Oriental, das am meisten die Städte Mariano Roque Alonso und Limpio beeinflusst. Einwohner berichten, das Wasser aus dem Hahn sei nicht trinkbar, weil es viel Salz enthielte und Magenprobleme verursache. Nur eine neue Aufbereitungsanlage am Fluss könnte für Abhilfe schaffen.

Francisco Facetti, von der UNA in Asunción, sagte, dass bei einer Wasseranalyse des Grundwasserreservoirs “Aquifer Patiño“ viele Coliformen und ein hohes Maß an Nitrat gefunden worden wären, die eine krebserregende Wirkung haben könnten.

Quelle: Ultima Hora

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6 Kommentare zu “Besorgniserregende Zustände

  1. Was ist Besorgnis erregender? Die Tatsache, daß das Grundwasserreservoir immer mehr belastet wird, oder die Tatsache, daß die zuständigen Behörden und Politiker seit Jahren sich nicht die geringsten Gedanken darüber machten, wie das Grundwasser geschützt werden kann bzw. muß? Alles wird stur ignoriert. Es wird so kommen, wie das in Paraguay üblich ist. Viele Reden und Ankündigungen aber keine Resultate. Siehe Ypacaray-See! P.S. Man möge mir „verzeihen“, daß ich schon um 5.25 Uhr so fit bin um Kommentare zu schreiben. Aber wer um diese Zeit noch schläft, versäumt viel. Es gibt nichts schöneres als so früh am morgen auf der Terrasse mit einer Tasse Kaffee zu sitzen und die Ruhe und das Erwachen der Natur zu genießen.

  2. Die grosse Nachfrage? Wohl vor allem die grosse Verschwendung duch fehlende Wartung der Wasserunternehmen? Man braucht sich nur all die Leckstellen in den Strassen anschauen!

  3. Nicht neues. Das Problem wird in zahlreichen Estudios, Abschlussarbeiten und Informes seit mindestens 10 Jahren schon „untersucht“.

    Zum Thema Kanalisation: In San Lorenzo und Asuncion (Centro) soll es demnächst losgehen (hoffe ich). In Lambaré, Luque und Mariano Roque Alonso hat eine spanische Firma als einziges ein Angebot vorgelegen um mehr als 2000 km Kanal zu verlegen. Die Anschlussrate soll in den drei Städten fast 100 % betragen – falls die Leute überhaupt anschliessen werden. Hausanschluss wird bis zum Bordstein des Gehweges gehen.
    Das MOPC fordert hierzu 4 Jahre Bauzeit – und Schweine können fliegen. Ich hab meiner Chefin mehrmals gesagt, dass dies mindestens auf 8 Jahre auszuweiten ist, weil die Baufirma sich um ALLES kümmern muss: Topografie, Ausführungplanung, Einholen von Lizenzen und Erstellen dutzender „Pläne“ (Kommunikationsplan, Verkehrssicherheitsplan usw.), an die sich sowieso niemand hält. Bauzeitverlängerung geht nicht – politische Gründe.
    2000 km Kanal zu verlegen wird natürlich das größte Verkehrschaos aller Zeiten verursachen – Das wird lustig werden.

    Lösen wird das das Problem des Grundwasserleiters nicht, es hält lediglich davon ab es zu verschlimmern. Nitrat kriegt man nicht mehr aus dem Grundwasser raus. Nur ganz ganz langsam können die Organismen im Grundwasser das Nitrat abbauen – das dauert Jahrzehnte.

    1. Hallo Philipp, soweit ich weiß, kommt das Nitrat hauptsächlich durch übermässige Düngung ins Trinkwasser. In DE und AUT liegt der max. Wert so bei 50mg/l. Wie hoch ist der Wert aktuell hier in PY und wo wurde das max. festgelegt?

    2. Ohne Zwangsanschluß bzw. Zwangsumlegung der Anschlußgebühren werden wohl viele Grundstückseigentümer nicht freiwillig ihre Abwässer anschließen. Das hat etwas mit dem angeborenen Ignorantentum in PY zu tun.Mit gutem Zureden wird in diesem Land leider nicht viel erreicht.

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