Probleme um Yacyretá

Ayolas: Das binationale Wasserkraftwerk Yacyretá könnte sich bald zu einem politischen Brennpunktthema zwischen Paraguay und Argentinien entwickeln. Nicht nur wegen den ausstehenden Zahlungen aus dem Nachbarland.

Die Schulden belaufen sich bis dato, laut dem Generalsekretär des Präsidenten der Republik, Juan Carlos López Moreira, auf insgesamt zwischen 18 und 20 Milliarden US Dollar. „Wir verhandeln weiter, bleiben aber hart, obwohl Argentinien einen Vorschlag unterbreitete, sodass die Zahlung der Schulden erleichtert wird“, sagte Moreira.

Des Weiteren gibt es noch einen anderen Vertragsverstoß durch Argentinien, der für Diskrepanzen sorgt. Im Artikel XIII des Dokuments über die Bedingungen der Energienutzung heißt es, dass “der erzeugte Strom zu gleichen Teilen auf beide Länder aufgeteilt werden soll“.

Im Jahr 2016 produzierte Yacyretá 21.676.669 MWh. Argentinien profitierte davon am meisten, denn es griff 77,3% der Energie ab. Paraguay nutzte nur 22,7%. Die Zahl reduzierte sich gegenüber 2015 sogar deutlich, denn damals flossen noch 26,2% der erzeugten Energie vom binationalen Wasserkraftwerk in das Netz der ANDE.

In dem Vertrag über die Energienutzung hat zwar Argentinien das Vorzugsrecht über den Erwerb von Strom. Der Hintergrund damals war aber der einfache Akt eines Kaufs und Verkaufs von Energie, nun aber sieht es eher nach einem Entzug aus.

Der entscheidende Faktor bleibt aber die Bezahlung. Laut dem Vertrag muss 25% der genutzten Energie sofort bezahlt werden, die restlichen 75% sind erst 2019 fällig. Es müssen aber jährliche Ratenzahlungen der aufgelaufenen Schulden erfolgen, ohne Zinsen.

Seit 1994, als das Wasserkraftwerk in Betrieb ging, flossen 93,3% der erzeugten Energie nach Argentinien, 6,5% in das paraguayische Stromnetz.

Quellen: ABC Color, La Nación

6 Kommentare zu “Probleme um Yacyretá

  1. Hab schonmal gefragt, beim letzen Artikel dieser Art. Kann man Argentinien den Strom nicht abdrehen, bis sie ihre Schulden bezahlt haben?

    1. Das Wasserwerk wird sowohl technisch wie auch personell gemeinsam betrieben. Wie würde sich das argentinische Personal wohl verhalten, wenn die Paraguayer die Stromzufuhr nach Argentinien kappen wollten? Außerdem ist zu bedenken, daß sich Paraguay in einer äußerst ungünstigen geografischen Lage befindet. Argentinien könnte zu jeder Zeit den Grenz-Warenverkehr behindern zum Nachteil von Paraguay. Paraguay ist damit im Härtefall sowohl durch Argentinien wie auch durch Brasilien erpressbar.

  2. Das „rückständige“ Paraguay dreht dem „grossen“ Argentienien den Strom ab?? 🙂 Eigentlich müsste man es wirklich so machen!Unsereiner würde ja auch bei nicht zahlen der Rechnungen,ziehmlich bald den Strom abgedreht bekommen…
    Hat wohl mit politische Zwängen zu tun,dass das noch nicht passiert ist.

  3. Warum wird dieses Thema nicht auf die Tagesordnung der Mercosurstaaten gesetzt? Hier wäre es angebracht und dann entscheiden diese Staaten wie der Ausgleich geschehen sollte. Paraguay könnte u.a. ja mit Waren aus dem Land versorgt werden die dann mit den Schulden gegengerechnet werden können!
    Wir werden hier von der ANDE belogen; bekommen gesagt das die Preise erhöht werden müssen usw. usw. wie überall wird das Volk für Dumm verkauft!
    Aber läuft das in der BRD Gmbh nicht genauso ab? Jetzt verlieren alle Ihr Eigentum und keiner geht auf die STraße! Wir die meinen ge-bildet zu sein, bewegen doch auch den Hintern nicht! Also warum die Aufregung über die paar Dollas!

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