Biodieselanteil soll auf 15 % erhöht werden

Asunción: Nach langer Debatte genehmigte die Abgeordnetenkammer eine Gesetzesvorlage, die die Verwendung von Biodiesel fördert. Dabei soll der Anteil beim Dieselkraftstoff auf 15% erhöht werden.

Die derzeit vom Ministerium für Industrie und Handel genehmigte Kombination beträgt bisher nur 2%. Der Vorschlag geht nun an den Senat zur Abstimmung. Sollte er genehmigt werden, hat die Bestimmung eine Laufzeit von 20 Jahren.

Obwohl das Ministerium für Industrie und Handel eine Mischungsverpflichtung von 2% festgelegt hat, wurde diese nicht umgesetzt. Der im Unterhaus angenommene Vorschlag legt fest, dass der 15% -Mix ab dem Jahr 2021 in Kraft treten wird.

Den Befürwortern zufolge wird die Produktion von Biodiesel die Wirtschaft ankurbeln, dem Land eine Einsparung von 200 Millionen USD pro Jahr ermöglichen und die Abwanderung von Fremdwährungen für den Kauf von Öl verhindern. Darüber hinaus gaben sie an, dass viele Arbeitsplätze geschaffen würden.

Diese Gesetzesvorlage wird nicht von der Privatwirtschaft sowie dem Industrie- und Handelsministerium befürwortet, hauptsächlich aufgrund der möglichen Erhöhung der Kraftstoffkosten.

Die Kongressabgeordnete Celeste Amarilla (PLRA) forderte, dass die Verpflichtung nur für 50% des Dieselkraftstoffs im Lande gelte, sodass kein Monopol und keine Verletzung des freien Wettbewerbs entständen. „Wir stehen vor einem Machtmissbrauch“, sagte er.

Auf der anderen Seite sagte Édgar Acosta, ebenfalls von der PLRA, dass dieses Votum den Endverbraucher beeinflussen werde. „Das wird den Ärmsten schaden. Der Arbeitgeber will gewinnen, aber die Parlamentarier müssen sich im Allgemeinen um die Interessen aller kümmern“, bekräftigte er.

Ein weiterer Liberaler, der sich zu diesem Thema äußerte, war Antonio Buzarquis, der versicherte, dass dieses Gesetz die Schaffung von Arbeitsplätzen bei der Verarbeitung von Biodiesel zum Ziel habe. Er betonte, dass das Land große Mengen Sojabohnen produziere.

Colym Soroka, ein Abgeordneter aus der Colorado Partei, sagte, die Initiative werde es dem kleinen Produzenten ermöglichen, seine Sojaproduktion im Land zu industrialisieren.

Walter Harms (ANR) versicherte, dass es im Land einen neuen Boom der Industrialisierung von Soja geben werde. Er erklärte, dass es bei Biodiesel nicht nur um Soja geht. „Soja ist als Rohstoff für Brennstoff aufgrund seiner Kosten nicht die beste Wahl. Ich hätte gerne einen Biodiesel aus Kokos- oder Palmöl, aber nicht Sojaöl“, sagte er.

Der genehmigte Gesetzentwurf legte schließlich fest, dass die Neuregelung zu 100% auf alle verkauften Dieselkraftstoffe in Paraguay gelte.

Wochenblatt / Ultima Hora

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8 Kommentare zu “Biodieselanteil soll auf 15 % erhöht werden

  1. „Soja ist als Rohstoff für Brennstoff aufgrund seiner Kosten nicht die beste Wahl. Ich hätte gerne einen Biodiesel aus grati Bier- oder Schwefel x 500 orepy, aber nicht Sojaöl“, also bleibt alles wie bisher.

  2. Der Grundgedanke ist der, noch mehr Land zu roden und den Großgrundbesitzern, unter denen viele Politiker und Mennoniten sind, sichere Profite zuzuschachern. Die Vorbereitungen dazu laufen schon, jetzt kommt das begleitende Gesetz.
    Da es mit Fleisch und Soja grad nicht so perfekt läuft, kann man das allgemeine Volk zu Gunsten einiger weniger melken.
    Denn eines ist klar, die Dieselpreise werden steigen, damit die enthaltenen Steuern, während die Qualtität sinken wird, und die Panscherei eine offizielle Basis bekommt.
    Man google mal nach Dieselpest etc., das wird dann noch zunehmen, da das Biodiesel dafür verstärkt anfällig ist. Dazu kommen Probleme bei vielen Motoren, was aber die Industrie nach anfänglichen Bremsen, mittlerweile angeblich in den Griff bekommen hat. Ja, aber zu Lasten der Lebensdauer der Motorentechnik. Könnte aber gewünscht sein, und zur geplanten Obsoleszens dazu gehören. Dann kann man mehr Neuwagen verkaufen, Gebrauchtwagenimportverbot ist ja auch schon im Gespräch.

    1. Wenn die Industrie mitspielt und die Motoren auf Biodiesel optimiert ist das kein Problem noch gibt es erhoehten Verschleiss. Kannst auch Altoel tanken wenn der Motor optimiert wurde wie bei den alten MAN „Allesfressern“ (Vielstoffmotor) wie hier https://de.wikipedia.org/wiki/MAN_630.
      Nur eben die Industrie spielt nicht mit.
      Andererseits ist Biodiesel biodegradable, also es schaedigt nicht die Umwelt wenns verschuettet wird und geht nie in Flammen auf im Falle eines Austritts.
      Nur eben: wenns der Oberschulze macht, ists gut; machts nicht der Oberschulze, dann ists schlecht. Machts die Kooperative: maeh!. Machts nicht die Kooperative: baeh! Solche Dinge sind halt eher eine politische Entscheidung, die technisch sehr wohl moeglich ist und oekonomisch bei gutem Willen und Schwerpunktverlagerung auch (Brennstoffunabhaengigkeit ist mehr Wert als die noetigen Kosten).
      Wie eben bei der Gruenen Energiewende in Deutschland auch: „Gruen“ ist mehr wert als „Abertrilliarden Euro“ die es kostet.

  3. Wenn man bedenkt dass die Sojabohne so in etwa max 20% Oelgehalt hat wovon davon noch so bei 5% als Verlust abgeht, so bleiben noch 15% Oel von 1 Kg, also etwa 0.15 Liter Oel von einem Kg Sojabohnen. Also in etwa 0.15 Liter Brennstoff von 1 Kg Sojabohnen. Also um einmal den Autotank mit 50 Liter Brennstoff zu fuellen braucht es etwa 350 Kg Sojabohnen (das waere dann B100 also 100% Biodiesel). 300 Kg dieser GMO Expeller werden dann zu Kraftfutter fuers Vieh verarbeitet. Wenn jetzt der Sojaertrag bei 2500 Kg pro Hektar liegt so gibt 1 Ha Soja gerademal 357 Tankfuellungen von 50 Liter. Also 1 Ha Soja wuerde in etwa fuer 6 Autos pro Jahr reichen um deren Kraftstoffbedarf zu decken (1 mal pro Woche 50 Liter tanken). https://wochenblatt.cc/rekordernte-bei-der-soja-in-paraguay/
    10.000.000.000 Kg Soja pro Jahr geben dann 1.428.571.428 Liter Biodiesel wenn die ganze paraguayische Sojaernte fuer Biodiesel gehen wuerde. Wenn jedes Auto 50 Liter davon pro Woche braucht also jedes Auto rund 2500 Liter Brennstoff pro Jahr braucht (50 Wochen gerechnet) dann reicht die paraguayische Jahressojaernte fuer 571428 Fahrzeuge pro Jahr. Also der gesamte Dieselbedarf von 571.428 Fahrzeugen in Paraguay wuerde durch die gesamte Sojaernte des Jahres gedeckt werden.
    Also nach diesem https://www.5dias.com.py/2018/04/53-769-vehiculos-ingresaron-en-2018/, hat Paraguay in etwa einen Fahzeugbestand von 2.116.183 Fahrzeugen. Die gesamte Sojaernte des Landes wuerde in etwa 25% des Brennstoffbedarfs Paraguays decken wuerde Biodiesel den „fossilen“ Diesel ersetzen.
    Ich hoffe Adam Riese stand mir bei inmitten der Verzettelungen dieser Rechnung.
    In etwa so sieht die Gruene Energie Rechnung in Deutschland auch aus. Das ganze Land muesste jeden Quadratmeter mit Windraedern und Solarpanele zugedeckt sein um den Gruenen Energiealbtraum zu realisieren.

  4. Hier sieht man nur das Geschäft.Ein sparen tun sie so nichts.Allein die Motoren,Leitungen,Dichtungen,Heizungen die umrüsten muss Kosten ein vermögen.Es steigt der Verbrauch, die Leistung sinkt.Wer immer das vorschlägt ist dümmer als die Polizei erlaubt.So Umweltverträglich ist der Biodiesel auch nicht.Man muss mal alles zusammen Zählen, an Emissionen vom Feld bis in den Tag.Bei Stickoxiden ist er noch schlechter als der normale Diesel.Milchmädchenrechnung!Da ist einiges auch an Chemie drin.

  5. @Wolfgang
    Die Leute sind nicht unbedingt „duemmer“ wenn sie Biodiesel vorschlagen sondern es gibt jetzt schon oft erhebliche Schwierigkeiten bei den Ecop Tankstellen dass moderne Pick-Up’s einfach stehenbleiben oder teuren Verschleiss aufweisen wo meist dann ein teures Teil kaputt ist durch konventionellen Diesel.
    Also es liegt nicht so sehr am Brennstoff sondern an die „hochgezuechteten“ Fahrzeuge die viel Power generieren muessen mit Turboaufladung hoch 2 und immer kleineren Motoren die zudem noch so oekonomisch wie moglich (d.i. Qualitaetssenkung) gebaut werden.
    Schuld daran sind vorrangig die Abgasnormen und spritsparende Motoren welches eben auf kosten der Langlebigkeit und preiswerte Reparierbarkeit geht.
    Von ’nem Nissan model 1995 kostet eine Vorheizkerze (Vorkammermotor) rund 50.000 Gs wo bei einem direkteinspritzer Motor (Nissan Frontier) der neuesten Generation diese eine Vorheizkerze rund 2.000.000 Gs kostet. Und beide haben 4 davon.
    Der Vorkammermotor bringt einen genauso von A nach B wie der Teuro Direkteinspritzermotor. Brennstoffverbrauch ist in etwa gleich wo der „Di“ einen leichten Vorteil hat – aber eben fuer welchen Reparaturpreis.
    Also die Automobilindustrie hat ihre Fahrzeuge zu hochgezuechtet so dass Funktionalitaet und Qualitaet darunter leiden. Also die Schuld ganz auf den Biodiesel zu werfen, das ist etwas weit hergeholt.
    Der hohe Biodieselanteil duerfte daher so manchen Amarok und Common Rail Motor zum stehen bringen denn 15% davon (B15) ist fuer solche Autozucht zu viel.
    Ich bin fuer die MAN Allesfresser Motore: haeltst bei der Sojaoelpresse oder bei der Restaurantfritteuse an und schmeisst reines ungefiltertes Sojaoel rein – und ab geht die Post. Aber das ist ja nichts fuer den fetten Ganadero der sein „Heil’ges Blechle“ vorrangig zur Vorzeige seines Reichtums hat – und als Steuersparobjekt. Je mehr Geld man ins Fahrzeug verschleudert, je besser denn die Ausgaben kann man von der Steuer absetzen. Daher ist die „geplante Obsoleszenz“ sehr willkommen fuer den Reichen.

  6. Bitte nicht Biodiesel mit Pflanzenöl verwechseln, vielen ist auch gar nicht bewußt, daß es einen Unterschied gibt. Bio hört sich halt gut an…… . Biodiesel ist ein chemisches Produkt (Stichwort Umesterung), dadurch ist es umweltschädigend. Pflanzenöl wird nur gepresst, und somit wirklich bio. Interessant auch, daß Deutschland damals das Projekt beenden mußte, bevor es recht begonnen hat….. . Dieses wurde dann über die Steuer erreicht….. . So ganz frei ist Deutschland bei seinen Entscheidungen als besetztes Land halt nicht. Wer sich das Thema Biodiesel/Pflanzenöl näher interessiert, anbei zwei Links zum Einlesen ins Thema:

    https://www.energieverbraucher.de/de/site__1107/

    https://www.bussgeldrechner.org/biodiesel.html

    1. Ja, Deutz-Fahr stellte mal einen Pflanzenoeltraktor her. Als ich mal nachfragte, sagten diese dass der letzte 10 Jahre zurueck vom Fliessband gerollt war und sie so quasi das Pflanzenoeltraktorprojekt eingestellt haetten.
      Na ja, gut fuer die Oekofreaks – und Bulldozerunternehmer. Wer haette gedacht dass die beide mal im selben Bett liegen wuerden?!

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