Bürgermeister zahlt nicht, also beschloss er den Weihnachtsbaum zu stehlen

Puente Kyha: Passend zum heutigen ersten Advent eine Weihnachtsanekdote, die so wirklich passierte. Ein Unternehmer, der Reifen für die Stadtverwaltung instand setzt, bekam das ganze Jahr kein Geld für seine Dienstleistung.

Ein Weihnachtsbaum soll die Schuld nun wert sein.

Francisco Ramos Lopez aus Puente Kyha erschien am Freitag im Rathaus von Francisco Caballero Álvarez, Departement Canindeyú und verlangte die Zahlung von 4,5 Millionen Guaranies., die ihm die örtliche Stadtverwaltung für die Reparatur von Reifen schuldet. Ein Jahr lang wurde keine Rechnung beglichen. Lopez war in den letzten Monaten wiederholt im Gemeindeamt, immer erhielt er die gleiche Antwort: „Es gibt kein Geld“.

Sehr verärgert über die Situation verließ er das Rathaus, als Lopez einen Weihnachtsbaum entdeckte, der von Beamten am Eingang zum Grundstück der Kommune aufgestellt und geschmückt worden war. Er beschloss, ihn mitzunehmen.

Als ihn städtische Angestellte aufhalten wollten, sagte Lopez ihnen, er werde den Baum mitnehmen, weil die Institution und der Bürgermeister sich wiederholt geweigert haben, ihrer Verpflichtung nachzukommen. Lopez band den Baum an sein Motorrad und verließ den Ort.

Nach internen Angaben von Bediensteten der Stadtverwaltung befindet sich die Gemeinde Francisco Caballero Álvarez in Konkurs, aufgrund von Korruptionsvorwürfen gegen den Bürgermeister Ariel Araújo (ANR), die vom Stadtrat und dem General-Kontrolleur der Republik erhoben wurden. Das Finanzministerium setzte aufgrund dessen alle Auszahlungen auf Eis, wie zum Beispiel Gelder für den Fond Fonacide und weitere.

Die Gläubiger der Gemeinde erscheinen täglich im Rathaus, ohne dass sie ihre Schulden einkassieren können und der Bürgermeister tritt überhaupt nicht mehr persönlich in Erscheinung, um zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen.

Die städtischen Angestellten selbst haben, ebenso wie die Mitglieder des Stadtrats, seit mehr als sechs Monaten kein Gehalt erhalten. Bei dem Energieversorger ANDE sind Schulden in Höhe von 55 Millionen Guaranies aufgelaufen, die durch die Stadtverwaltung bezahlt werden müssen. In Kürze soll der Stromzähler entfernt werden, wenn nicht bald ein Teilbetrag bezahlt wird.

Der Stadtrat hat um Intervention in der Abgeordnetenkammer gebeten und eine Anzeige wegen Unterschlagung bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. In den kommenden Tagen sollen Beamte von der Aufsichtsbehörde des General-Kontrolleurs der Republik zum zweiten Mal in diesem Jahr in der Gemeinde intervenieren, um die katastrophale Verwaltung erneut zu überprüfen.

Wochenblatt / Mas Encarnación

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3 Kommentare zu “Bürgermeister zahlt nicht, also beschloss er den Weihnachtsbaum zu stehlen

  1. Wir sind umringt von unfähigem Personal. Und dennoch sitzen genau diese Luschen in wichtigen Funktionen des Staatsapparates. Hauptsache die Krawattenfarbe oder das Halstuch stimmen. Was für ein geduldiges Volk sind doch die Paraguayer! Aber ist es in Deutschland unter Merkels Gesinnungsdiktat besser? Da lob ich mir die Franzosen!

  2. Der Bürgermeister Ariel Araújo (ANR), der mit dem „richtigen“ Parteibuch, der hat doch sicher etwas zu verpfänden. Einfach unglaublich, dass es soweit kommen kann. Da kann jeder Bauer zum Bürgermeister gewählt werden, ok, soweit sogut. Aber vielleicht könnte man erfinden, dass schon vorher etwas kontrolliert wird, nicht erst dann, wenn die Stadt schon Konkurs ist.
    Ich meinte, das ist ja nicht der erst Fall in dem ein Bürgermeister für zwei Wochen in den Hausarrest muss und dann für den Rest seines Lebens ausgesorgt hat. Und was hat man daraus gelernt? Ja, todo tranqui, wir haben das immer so gemacht. Aha Zeit für Teerere.

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