Bürgermeisterin will zwei Lehrerinnen im Chaco enteignen

Carmelo Peralta: Zwei Lehrerinnen aus der Stadt im Departement Alto Paraguay sind empört, dass ihr Land enteignet werden soll, auf dem sie ihre Häuser errichteten und schon lange wohnen.

Mirna Orrego (ANR), Bürgermeisterin aus Carmelo Peralta, soll dabei die Finger im Spiel haben.

Mirian Bordón, eine der Betroffenen, sagte, sie unterrichte mehr als 20 Jahre an einer Grundschule in der Chaco Gemeinschaft und habe alle erforderlichen Dokumente für das Grundstück um darauf in ihrem Haus zu wohnen. Eine andere Lehrerin, Elva Bordón Peralta, soll ebenfalls von ihrem Besitz vertrieben werden.

Seit dem vergangenen Wochenende kam es zu Einschüchterungen von Seiten der Gemeinde. Baumaschinen drangen auf die Grundstücke der Pädagogen ein und platzierten Blechdächer, Holz, Zement und weitere Materialien.

Nachdem Privateigentum verletzt wurde intervenierte die Nationalpolizei und stoppte alle weiteren Tätigkeiten. Die Staatsanwaltschaft in Fuerte Olimpo ist eingeschaltet worden.

Orrego wiederum erklärte, dass in der umstrittenen Zone der Bau eines Marktes geplant sei. Die Grundstücke gehören der Gemeinde und nicht dem Indert. Die Lehrerinnen erklärten, es würden Beweise vorgelegt, dass die Grundstückstitel ordnungsgemäß an sie überschrieben worden wären und sie die rechtmäßigen Eigentümer seien.

Wochenblatt / Ultima Hora / ABC Color

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4 Kommentare zu “Bürgermeisterin will zwei Lehrerinnen im Chaco enteignen

  1. Ich bin überzeugt, daß die beiden Lehrerinnen „rechtmäßig“ die Grundstücke erworben hatten. Das bedeutet, es liegen mindestens notariell bestätigte Kaufverträge vor. Doch was bedeutet das schon in Paraguay? Viele wissen nicht einmal, daß ein Kaufvertrag allein, auch von einem Notar bestätigt, absolut wertlos ist! Nur ein Titel ist ein halbwegs rechtlicher Nachweis für eine Grundstücksübertragung. Aber nicht einmal dann, darf man sich sicher sein. Oftmals werden Titel übertragen, ohne daß der Notar Einblick in das Grundbuch genommen hat. Oder der Notar stellt einen Titel aus in Kenntnis, daß eine Grundstücksübertragung eigentlich nicht möglich ist. Oder der Notar stellt einen falschen Titel aus in Übereinkunft mit dem Verkäufer. Alles ist hier schon passiert und möglich! Notare sind, anders als in Deutschland, nicht öffentlich vereidigte Beamte, sondern schlicht Geschäftsleute mit besonderen Vollmachten. Daher ist allergrößte Sorgfalt geboten bei der Auswahl eines Notars!! Man sollte wirklich nur zu einem als seriös bekannten Notar gehen und niemals zu einem Notar den der Verkäufer empfiehlt. Ich habe in PY schon sehr viele Kaufverträge beurkundet und kenne mich mit dieser Materie allerbestens aus, da selbst vom Fach. An dieser Stelle möchte ich (man möge es mir verzeihen) einen ganz hervorragenden, absolut seriösen Notar in ASU empfehlen. Es handelt sich um Notar Canuto Rasmussen (auch dänischer Generalkonsul), der auch perfekt deutsch spricht. Noch niemals hatte ich Probleme bei ihm oder andere Personen. Im Zweifelsfall lehnt dieser Notar eine Beurkundung rigoros ab. Für mich eine der korrektesten Persönlichkeiten in Paraguay! Selbst auf dem Grundbuchamt ist er als eine „Persönlichkeit“ anerkannt, die es gilt zu respektieren.

    1. Frage: Ist ein Notario und ein Escribano in Paraguay eigentlich das Gleiche oder gibt es hier einen Unterschied?

      Wenn man regelmaessig Wochenblatt liest, kriegt man schon eine Vorahnung, dass die Notare aeusserst betrügerisch sein koennen, siehe auch den Fall der Oesterreicherin, die ueber Nacht ein Grundstueck verlor und ein Gerichtsprozess verlor, weil besagte Escribana die Richter bestoch.

      Ich hab einen Nachbarn, der auch Escribano ist. Ich kenne mich zwar nicht genau in dem Betaetigungsfeld aus, aber mir kommt es einfach nur seltsam vor, dass solche Leute doch sehr gut verdienen fuer eine nicht besonders anspruchsvolle Taetigkeit.
      Ich wollte eine ganz simple Bevollmaechtigung fuer eine einmalige Unterschrift als Vertretung meiner Mutter und der wollte fuer diese Bevollmaechtigung satte 250.000 Gs.

      1. Ursprünglich war eine Escribania eine Art Schreibstube und lediglich dazu da, des schreibens und lesens unkundigen Menschen Verträge vorzulesen und zu erklären, Schriftsätze aufzustellen und den Schriftverkehr für Analphabeten zu führen. Dann kamen Beglaubigungen von Dokumenten hinzu. Heute besteht nach meiner Kenntnis in der Praxis kein Unterschied mehr. Lediglich ältere Notare legen noch Wert auf den Titel „Notario“

  2. Seelenloser Lakaie der Orthodoxie

    Reply

    Auch rechtmäßige Eigentümer können und sollen vom Staat enteignet werden können, wenn es im Interesse der Allgemeinheit liegt. Doch dazu gehört ein wenig mehr als ein Vorgehen der Stadtverwaltung, die derjenigen eines europäischen Kindergartens entspricht, doch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung arbeiten stets mit bestem Können, Wissen und Gewissen.

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