Bußgeld wegen Großkotzigkeit und Überheblichkeit

Asunción: Eine Ratenkauf-Kundin konnte bei einem Elektrohandel ihre Raten nicht rechtzeitig zahlen bzw. wenn doch, dann wäre ihre der Strom abgestellt worden. Mitleid bekam sie dafür nicht, im Gegenteil sie wurde beleidigt.

Eine Telefon-Geldeintreiberin, die bei Inverfin S.A.E.C.A. angestellt war, wurde nachdem Vorfall Anfang Juni, als sie eine Kundin erklärte, was sie zu tun und zu lassen haben, und dabei keine Rücksicht auf Grundbedürfnisse wie Strom hatte, wurde zeitnah entlassen. Allerdings ist dies oder war dies die gängige Praxis, um an das versprochene Geld zu kommen.

Das staatliche Verbraucherschutzamt (Sedeco) brummte nun dem Unternehmen am 14. Juli 2017 ein Bussgeld von 400 Tagessätzen des aktuellen Mindestlohnes auf, was 30.223.200 Guaranies entspricht. Diese Summe muss binnen 5 Tagen gezahlt werden. Außerdem muss es den Beschluss aus eigener Tasche in der Tageszeitung Abc Color abdrucken lassen, was weitere Kosten verursacht.

Auch wenn die Entscheidung des Verbraucherschutzes nachvollziehbar ist, sollten die Kunden beim Ratenkauf immer beachten, dass sie die Schuldner sind und somit angreifbar. Wenn besagtes Personal sich am Telefon mit voller Nachsicht vom Kunde abwimmeln lässt, steigt der Prozentsatz derer, die nicht zahlen wollen, was jedem Unternehmen dieser Branche wiederum die Liquidität nimmt.

Die Kundin, die per Telefon abgekanzelt wurde, erhält von dem Bußgeld nichts.

Wochenblatt / Abc Color / Hoy / Sedeco

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7 Kommentare zu “Bußgeld wegen Großkotzigkeit und Überheblichkeit

  1. “Die Kundin, die per Telefon abgekanzelt wurde, erhält von dem Bußgeld nichts.”

    War ja klar. Warum ist in dem Fall überhaupt etwas passiert? Weil ein Beamter auch was auf cuotas gekauft hat und ihm sowie den Kollegen darf es ja niemals so gehen. Also werden diese 30m Gs Strafe die Kaffeekasse einiger Beamten befüllen, damit diese dann contado kaufen können und durch solche unangenehmen Anrufe nicht belastet werden, in ihrem schweren Beamtenleben. Paraguay verstehen 101.

    1. Falls die Frage ehrlich gemeint ist – hier die sachliche Analyse.

      Auf Rate gekauft

      Fall 1) ….und kaputt ehe die letzte Rate bezahlt ist. Der Regelfall. Ist der Gegenstand nicht mehr zu gebrauchen, zahlt der Paraguayer auch nichts mehr. Er versteht das auch meist nicht; besonders am Land. Meist wird das abgeschrieben, oder eben der Pfand (etwa sein Landtitel etc) mit der Schuld belastet. Versteht der Paraguayer schon gar nicht, bewirkt erst etwas, wenn es verkauft werden soll. Da kaufst du nämlich die Schulden mit.

      Fall 2) …und niemals zur Verwendung vorgesehen. Wird gekauft und dann über Facebook sofort günstig weiterverkauft. Ist in dem Sinne also nicht gestohlen. Bezahlen der Ware war nie vorgesehen. Dokumente sind all gefälscht. Machen manche 3-4 mal die Woche. Irgendwann gibt es einen Haftbefehl und falls sie zufällig von einer Streife geschnappt werden, landen sie halt vor dem Richter. Da gibt es viele, die davon leben.

      Fall 3) …alles läuft ordentlich. Es wird jede 3. oder 4. Rate nach der 10. Mahnung bezahlt. Dann kommt es zum Fall wie im Artikel beschrieben. Irgendwann ist das Ding bezahlt und gut ist. Oft der doppelte Warenwert. Aber das versteht hier kaum jemand, da Mathe nicht gerade Paraguay-typisch ist.

      Warum funktioniert das trotzdem?

      Grobes Beispiel:
      Handy kostet in CdE U$ 100 (also 625 000GS)
      Handy kostet 3 Autostunden landeinwärts: 1.500.000 GS oder 500 000 Anzahlung mit 12 Raten zu jeweils 150 000Gs.
      Wahlweise geht auch 300 000 Anzahlung und 24 Raten zu 115 000Gs. – Eine große Zahl Paraguayer BETTELT die viel günstiger Variante 2 machen zu dürfen.

      Für die Mitrechner:
      1) Totalpreis 500 000 + 1800 000 = 2.3m (für ein Handy das 625 Wert ist) nach 1 Jahr
      2) Totalpreis 300 000+2760 000 = ~3m (für ein Handy das 625 Wert ist) nach 2 Jahren

      Da die Verkäufer hier tatsächlich solche Spannen haben, können sie so einiges verkraften an Ausfällen.
      Rückläufer in dem Sinn, sind in Paraguay eher unbekannt, da keiner sein Gerät zurück gibt, wenn es noch geht und der Verkäufer es auch nicht zurück haben will.

      ..übrigends auch nicht falls es innerhalb der Garantiezeit auseinanderfällt. Garantie ist wie jedes Versprechen hierzulande mit einem Wert um 0 zu bemessen.

  2. @retto
    Jedes Teil sieht beim Paraguayer nach sechs Monaten so aus, wie bei uns nach sechs Jahren. Es ist somit für den Verkäufer wertlos und er hat noch nichteinmal die Hälfte seiner Quotas erhalten.
    Übrigens ist diese Entscheidung genau das, was noch mehr zum Nichtzahlen der Quotas veranlasst.
    Also kontraproduktiv.

  3. Ich habe wahnsinnig Mitleid mit Leuten, die auf Raten kaufen oder Schulden machen, die sie dann nicht bezahlen können.
    Man könnte sowas auch Diebstahl nennen, denn da ist einer, der Geld verliert. Mit dem hat natürlich die heutige Moral überhaupt kein Mitleid.
    Gutmenschen sind die, die erst böse werden, wenn es an ihr eigenes Geld geht.

    1. „Gutmenschen sind die, die erst böse werden, wenn es an ihr eigenes Geld geht.“…das aber nur unter der Voraussetzung, daß ihnen irgend jemand sagt, daß dies illegal ist. Bei allem was einen legalen Anstrich bekommt, zahlen Gutmenschen…. zwar auch nicht gerne aber sie sehen es als ihre Pflicht und vor allem Schuld-igkeit….und verlangen von anderen sich genau so zu verhalten. Gutmenschen sind im Selbstbetrug verhaftet, halten Steuern für notwendig, Ökonomie für ein Naturgesetz, freuen sich wenn ein Oligarch Präsident wird, teilen die Welt in gut und böse und geben dem Bösen die Schuld am Bösen… Kleinkinder sind wesentlich intelligenter und friedlicher als Gutmenschen.

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