Cartes‘ Bruder auf der Flucht

Hernandarias: Als Darío Messer, “Bruder“ von Präsident Cartes vom internationalen Haftbefehl erfuhr, verließ er seine luxuriöse Residenz im Paraná Country Club. Die heutige Durchsuchung war umsonst.

Die paraguayischen Behörden hatten Messer ausreichend Zeit gegeben sich unbemerkt aus dem Staub zu machen. Erst erklärte eine Richterin, dass die Festnahme nicht dringlich sei und danach ordnete man zwar die Haftbefehl an, suchte jedoch nicht nach ihm. Heut Morgen wurde endlich sein Haus im Paraná Country Club durchsucht, 48 Stunden nachdem die Medien von dem Haftbefehl erfuhren und dies mitteilten.

Messer agierte bis vor zwei Jahren als Geldwäscher. Er nahm 1,6 Milliarden Dollar an und transferierte sie über Banken in Brasilien und Uruguay sowie über Wechselstuben in Paraguay bis alle Einlagen legal wurden.

Der brasilianische Unternehmer, die auch bei offiziellen Staatsbesucher mit Cartes ins Ausland reiste, wird in Brasilien wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung, aktive und passiver Bestechung sowie Geldwäsche und Devisenschmuggel gesucht.

Er ist ebenso ein Teil des Geldwäscheskandals Lava Jato, der unter anderem Lula da Silva und Dilme Rousseff in die Bredouille brachten. Zusammen mit Vinícius Viera Barreto Claret und Claudio Barbosa arbeitete Messer an seiner ausgefeilten Technik, schmutziges Geld zu waschen.

Wochenblatt / Abc Color / Última Hora

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6 Kommentare zu “Cartes‘ Bruder auf der Flucht

  1. Was für eine Show! Solche Leute und ihre Brüder/Amigos schaden dem Ansehen Paraguays in der Welt. Nicht die Kritiker, die solches und mehr anprangern. Aber hier ticken die Uhren und die Logik eben völlig anders.

  2. Je grösser das Haus, das Schwimmbad, die Autos und der Golfplatz im Country Club, desto eher sind hier kriminelle Machenschaften am Werk, weil wir ein Wirtschaftssystem haben, in dem man mit Arbeit nicht reich wird.
    Für den Normalo ist es fast schon unmöglich Geld zu transferieren oder ein Konto zu eröffnen, bei zu lange parken kommt die Kralle usw.
    Ein Experte wie Messer hat 48 Stunden Zeit seine Millionen abzuheben und alles was irgendwie mobil ist mitzunehmen. Bedenkt man noch, dass solche Typen einen Lebensstil haben, der pro Tag so viel Geld verschlingt, wie andere pro Woche zur Verfügung haben, erkennt man sofort, wie sinnvoll die Flut an Paragraphen ist, welche in den letzten Jahren erlassen wurden und vor allem wie sinnlos das Heer der Angestellten ist, welches diese Paragraphenflut erschaffen hat.
    Rein von der Logik her, wären solche Leute am einfachsten zu schnappen, weil ich den Elefanten auch eher sehe und finde, als die kleine flinke Maus, die jede Deckung ausnutzen kann. Das Heer der Jäger aber, also Polizisten, Behörden, Bankangestellte, Richter, Rechtsanwälte vor allem, findet aber zielsicher die Maus, während der Elefant vorbei geht.

  3. Der Mann hat das Pech, dass er Brasilianer ist. Als paraguayischer und Colorado-Staatsbuerger wuerde ihm nichts passieren bzw. waere wohl nie etwas publik geworden.

    Das Traurige ist aber, dass wenn etwas Gras ueber die Sache gewachsen ist, er weiter ungeniert hier leben kann – und niemanden wird es gross stoeren.
    Die Mehrheit trauemt – ohne es je zuzugeben – von so einem Leben – Reichtum, ohne zu arbeiten und dank Amigos keine Strafen zu fuerchten, und ein kleiner Rest wird Angst haben, diesen Mann irgendwie zu verraten, da fuer ihn selbst Konsequenzen drohen wuerden wenn er so eine „hochrangige Persoenlichkeit“ denunziert.
    Cartes natuerlich ohne Worte dazu. Keine Distanzierung, nichts. Traurig, dass dieser Mann weiterhin im Senat das Sagen haben wird.

  4. Was glaubt Ihr denn? Hierzulande gibt es Gesetzte und Kontrollen. Diese werden nach tagelanger Ankündigung beim Amigo, Hermano, Tio, Padrino, Donator auch immer durchgesetzt.

  5. An Gesetze braucht niemand in Paraguay so Recht zu glauben. Mit der richtigen Protektion passiert nicht viel. Auch große Bäume die in den Himmel wachsen werden ab und zu mal gefällt. Ob das seinen Bruder passt oder nicht ist egal! Auch wenn Gras über die Sache gewachsen ist, seine luxuriöse Zelle in einen brasilieanischen Gefängnis wartet schon. Auch Coloradobürger die den Bogen überspannen, werden geopfert, wie die Bauern im Schachspiel. Alles hat seine Zeit, die Zeit wird kommen!!!

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