Causa Centenario sucht seinesgleichen

Asunción: Sieben Monate und 26 Tage sind vergangen seit dem ein minderjähriges Mädchen in dem Social Club Centenario vergewaltigt wurde, während sie an einer Geburtstagsfeier teilnahm. Der prestigreiche Klub, dem die ganze Publicity etwas zu viel für den Erhalt des guten Rufes war, erklärte kurz darauf, dass nichts vorgefallen wäre, da Sicherheitspersonal vor Ort war.

Die Vergewaltigung fand statt und der einzige angeklagte Gleichaltrige wurde vor Tagen von seiner Anklage und dem Hausarrest freigesprochen. Im gleichen Moment wurde eine Mitschülerin des Opfers wegen Pornografie angeklagt. Die Tat wurde von einer Gruppe von Mitschülern gefilmt, die Mehrzahl aus einflussreichen Familien mit Beziehungen nach ganz oben.

Am gestrigen Abend kam es zu einem Protest Umzug von Eltern, Mitschülern und Personen, die für die Rechte von Frauen und Mädchen eintreten. Sie baten um Justiz, denn ohne die wäre ein friedvolles Zusammenleben nicht möglich. Eine Sprecherin las ebenso einen Brief der Eltern des missbrauchten Mädchens vor, die sich darin vielmals für die spontane Hilfe bedankt und die Integrität der Justiz in Frage stellt.

Der Ausgang der Untersuchung, der sich nun auf das Aufnehmen einer strafbaren Handlung konzentriert weicht vom eigentlichen Ziel ab, da dies anscheinend nicht greifbar ist. Wenn der erste Preis nicht zu haben ist soll der Bevölkerung der Trostpreis als dieser verkauft werden.

Der gestrige Marsch zeigte eindrucksvoll, dass die Wunden noch lange nicht verheilt sind und dass die über 600 Demonstranten das Hinauszögern der Untersuchung nicht mehr ertragen können. Die Abschlusskundgebung der Manifestation fand vor der Kathedrale im Zentrum Asuncións statt.

(Wochenblatt / Ultima Hora)

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7 Kommentare zu “Causa Centenario sucht seinesgleichen

  1. Ich las einmal einen „Witz“:
    In Südafrika wird ein schwarzer Mann und seine Frau von einem Auto mit einem Weißen als Fahrer angefahren. Die weiße Polizei kommt und stellt fest:
    Der Mann, der da blutend auf der Strasse liegt, kommt wegen rumlungern und Sachbeschädigung in den Knast. Die Frau, die durch die Scheibe ins Auto geflogen ist, nehmen wir wegen Einbruch fest.

    Offensichtlich war es doch kein Witz, sondern Realität. So ist es eben wenn alle Gleich sind vor dem Gesetz, aber manche gleicher als Andere.

  2. Na na, wir werden doch hier immer wieder aufgefordert alles positv in diesem Land zu sehen.
    Es ist doch toll, das es solche Clubanlagen gibt, in denen die gehobene Mittelschicht auch unter sich sein kann.
    Ausserdem kann ja für diese Menschen eine Vergewaltigung auch einen gewissen Unterhaltungswert darstellen. Also sollte man doch zumindest für diese Clubmitglieder Vergewaltigung prinzipiell legalisieren. Dann gäbs auch keine solch albernen Strafanzeigen………Euch Allen noch ein schönes Wochenende.

  3. Wenn jemand in Paraguay eine funktionierende und gerechte Justiz sucht dann sucht er wohl vergebens. Leichter wäre es in der Sahara einen Teich anzulegen. Solange die Justiz politisiert ist, solange wird sich nichts dabei ändern. Es kommt einzig und alleine darauf an wer die besseren Beziehungen zu einflussreichen Persönlichkeiten hat. Alles andere ist Nebensache.

    Wenn ich den momentanen Präsidenten eines der erfolgreichsten Fußballclubs des Landes sehe muss ich immer daran denken wie er vor Jahren seine eigene Bank geplündert hat und das Geld von zigtausenden Paraguayern und Ausländern eingesackt hat. Die Justiz blind und taub obwohl die Betrogenen jahrelang um ihr Erspartes gekämpft haben. Aber vergeblich. Viele sind daran zerbrochen und auch gestorben, aber das interessiert keinen mehr. Und einer seiner damaligen Anwälte ist jetzt sogar ins Parlament eingezogen und spielt sich gegen die Justiz auf, die seinem Klienten den großen Cup ermöglicht hat.

    Nur soviel zu Justiz im Land.

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