Chaco: Die Augen geöffnet

Loma Plata: Wirtschaftswachstum geht im Chaco meist nur dann, wenn die Umwelt leidet. Als notwendiges Übel geht dieses Resultat aus einer Studie hervor, die aufzeigt, warum Bäume gefällt werden und in welchen Autos paraguayisches Leder endet.

Der erste Satz des Artikels scheint krude und schonungslos und dennoch beinhaltet er viel Wahrheit, da Weideflächen für mehr Rinder erst dann entstehen, wenn Bäume weichen. Unternehmen die sich der Fällung von Bäumen hingeben, gibt es im Chaco genug. Nicht sie sind die Schuldigen, dennoch verrichten sie die Arbeit ihrer Auftraggeber. Schuldig sind eine laxe Gesetzgebung und fehlende Kontrolle.

Wie der Spiegel berichtet, stammt das Leder für europäische Autositze auch von Rinderfarmen in Paraguay. Diese stehen im Verdacht, illegal gerodet zu haben – in Wäldern eines isoliert lebenden Nomadenstamms, der Ayoreo Totobiegosode. Seit 2005 wurden 53.000 Hektar Totobiegosode-Wald gerodet und in Weideland für Rinder umgewandelt. Die schlimmsten Abholzungen gehen auf das Konto eines brasilianischen Unternehmens namens Yaguareté Porá.

Neue Recherchen der Organisation Earthsight haben eine Verbindung zwischen der illegalen Rodung südamerikanischer Wälder, der Heimat eines der weltweit letzten isolierten Stämme, und einigen der größten europäischen Autohersteller hergestellt.  Diese Rodungen fanden im Gran Chaco statt, einer wertvollen Bioregion, die Jaguaren und Großen Ameisenbären einen Lebensraum bietet und deren Wälder inzwischen schneller zerstört werden als irgendwo sonst auf der Welt. Viehzuchtunternehmen treiben die Zerstörung voran, um die internationale Nachfrage nach Rindfleisch und Leder decken.

Earthsight konnte Rinderfarmen ermitteln, die widerrechtlich Wälder roden ließen, die von den Ayoreo Totobiegosode bewohnt werden, dem einzigen indigenen Volk auf dem amerikanischen Kontinent außerhalb des Amazonasgebiets, das in freiwilliger Isolation lebt. Den Earthsight-Rechercheuren gelang es, die Schlachthöfe ausfindig zu machen, die Rinder von diesen Farmen in Paraguay beziehen, und die Lieferkette nachzuverfolgen, über die Rinderhäute an einige der größten europäischen Gerbereien mit Sitz in Italien, dem Hauptabsatzland für Leder aus Paraguay, geliefert werden.

Während unserer verdeckten Besuche in paraguayischen Gerbereien prahlten diese damit, ihr Unternehmen statte mehrere berühmte Autos aus, unter anderem Modelle von BMW und den Range Rover Evoque. BMW verwendet Häute, die von zwei der Schlachthöfe stammen, auf denen Rinder von Farmen verarbeitet werden, die für die illegale Rodung der Wälder der Ayoreo Totobiegosode verantwortlich sind. Jaguar Land Rover hat nicht bestritten, Material aus einer Gerberei in Paraguay zu beziehen, die Häute aus einem anderen Schlachthof verarbeitet, der die gleiche Praxis an den Tag legt. Mehrere weitere Autoriesen beziehen ebenfalls Leder von den italienischen Gerbereien, die wir mit dem Skandal in Verbindung gebracht haben.

Die auf Totobiegosode-Gebiet festgestellten widerrechtlichen Rodungen stellen jedoch nur ein besonders eklatantes Beispiel für die in Paraguay weit verbreitete Umweltzerstörung dar. Der Großteil der Rindfleisch- und Lederexporte des Landes stammen aus Gebieten, die erst vor Kurzem entwaldet wurden, wobei bis zu einem Fünftel der Fläche illegal gerodet wurde. Studien deuten darauf hin, dass diese Exporte für mehr Abholzung pro Gewichtseinheit verantwortlich sind als irgendein anderer Rohstoff auf der Welt. Durch Gespräche mit Whistleblowern von staatlichen Stellen und verdeckte Ermittlungen bei Immobilienhändlern deckte Earthsight auf, wie diese Zerstörung durch Korruption und Einflussnahme überhaupt erst möglich wird.

Den kompletten und weitaus umfangreicheren Bericht der Situation, zu der in gewisser Weise auch die mennonitischen Kooperativen beitragen, finden Sie hier. Dennoch sei gesagt, dass nur wegen der großen Nachfrage von Rindfleisch und Leder der Wirtschaftszweig entstand.

Wochenblatt / Spiegel / Earthsight

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13 Kommentare zu “Chaco: Die Augen geöffnet

  1. Jeremia Ritter von Ochs vor dem Berg

    Die Tabelle mit dem Vertrieb des Leders stimmt so. Nur Cencoprod, das den Mennoniten gehoert, verkaufte bzw verkauft ueber Jahre schon das Blue Wet Leder nach Ferrari. Und Mercedes Benz oder Audi glaube ich waren auch deren Kunden. Das geht ueber Umwege ueber Italien. Das Rohleder wird zu italienischen Firmen geliefert, die es dann zum Endprodukt fuer die Autositze verarbeitet. Dann bekommt es das Label „Made in Italy“. Damit koennen dann die EU Bestimmungen umgangen bzw „erfuellt“ werden. Z.Z. ist einer aus der Kolonie Menno der Vorsitzender der Lederfabrik Cencoprod, auch im Volksmund als „Zänkoprod“ bekannt, da man sich da lange Zeit zankte und stritt um die Postenverteilung und man am Anfang an den EU Richtlinien scheiterte so dass die Rentabilitaet zu wuenschen uebrig liess. Also mindestens ein weiterer grosser deutscher Automobilhersteller wurde da nicht genannt. Ich glaub es war Audi.
    Earthsight schrieb ich vor Jahren auch mal an und bot ihnen meine Hilfe an. Allerdings wollte sie direkte Beweise sehen die die Verbindung aufdecken aber leider hoeren sie nie Radio ZP 30 ab wo die Betriebsleiter regelmaessig ueber ihre Aktivitaeten informieren. Das duerfte dann als Beweis aus erster Hand gelten, oder? Fremden gegenueber werden sie nie was verlauten lassen. Und wenns um brisante Informationen geht dann wird das Interview schlauerweise von den Verwaltern in Plattdeutscher Sprache gegeben, die der Englaender und Deutsche dann nicht versteht. Und uebersetzen wird ihnen das kein Mennonit (meine nordeutschen-ostpreussischen Vorfahren haben mir das Plattdeutsche noch beigebracht). So dass man dann sogar oeffentlich Beweise bringen kann mittels dem Radiosender aber da niemand die Sprache versteht so gibts wiederum deswegen keine Beweise. Durchaus gewieft.
    Die Kolonie Fernheim sitzt auf dem Ayoreoland, die auch Teil der Cencoprod ist. Das duerfte die groesste Ledergerberei in Paraguay sein. Vor denen sieht man aber kein einziges Lederstueck im Inlandhandel so dass es eine Lederknappheit im Inland gibt die durch austrocknen des lokalen Marktes dann den Lederpreis immer mehr in die Hoehe treibt da alles exportiert wird.
    Das Rindertalg das die Cencoprod produziert (vom Leder abschneidet) wird nach Argentinien teuer verkauft an Seifenfabriken deren hochpreisige Produkte dann wieder nach Paraguay ueberteuert verkauft werden wie Palmolive, etc.
    Das Knochenmehl ist das dritte Produkt das diese Lederfabrik produziert und das geht dann ins Kraftfutter rein – BSE Skandal in Europa laesst gruessen. Wie vermeidet man BSE? Indem man gar nicht erst darauf testet.
    Also das Knochenmehl fressen die Rinder wieder als Kraftfutter ein was ja damals in Europa den BSE Skandal verursachte. Oder man verkauft das Knochenmehl kurzerhand wiederum unter andere Produkte gemischt den locos Europeos unter der Hand zurueck.
    Die Lederei Cencoprode gehoert der Kooperative Neuland Ltda, Fernheim Ltda und Chortitzer Ltda. Ob Friesland und Volendam mitdrinnenhaengen ist mir unbekannt.

  2. Man sagt das in der Nähe von Chama cocó noch wildlebende Indianer leben. Aber keiner weiß wo oder ob es wahr ist, denn gesehen hat sie noch keiner. Oft werden solche Geschichten auch von den Ausländern (meist Europäische Länder) ausgedacht damit Paraguay und besonders der Chaco schlecht dasteht. Da die Entwicklung im Chaco grösser ist als in den anderen teilen Paraguays hat es auch oft mit sehr viel Neid zu tun. Da unsere Regierung auch leicht zu Kaufen ist, ist die Chance hoch dass man hier einen Legalen Rodungsplan bekommt.

    1. Jeremia Ritter von Ochs vor dem Berg

      Wie ueblich ist alles Neid und Missgunst. Was man zumindest nicht bekaufen oder herbeizaubern kann ist die Wolkenbildung durch Wasserdunst mit anschliessender Herabregnung.
      Da helfen auch keine getuerkten Rodungsplaene oder ruebergeschobene Koffer mit Geld.

  3. Jeremia Ritter von Ochs vor dem Berg

    Diese Daten sind aber teilweise veraltet bzw unvollstaendig. Heute verkauft Cencoprod das Leder nicht nur indirekt nach Italien wo es dann als EU Leder gilt sondern nach Asien. Landrover gehoert den Chinesen. Schwups verkauft man das Leder dann via Hong Kong oder Taiwan nach China. Da ja da die ehemals englischen Landrovers hergestellt werden. So umgeht man die EU ganz und bekommt trotzdem Spitzenpreise da diese schnell zusammenbrechenden Luxuskarren dann als wholly Made in China reexportiert werden in die EU.
    So wie es im langen Artikel von Earthsight steht so passiert es auch unter Mennoniten denjenigen die solcherlei Praktiken anzweifeln. Solche verschwinden nur schnell aus dem System und werden kalt gestellt.
    Jeder der auf irgendeinem Posten in irgendwelchen Systemen ist, der ist fuer solche Praktiken oder foerdert diese aktiv.

    1. Kuno weiß wie immer alles besser. landrover gehört nicht Chinesen sondern Indern. Auch Porsche kauft oder kaufte Leder aus Paraguay.
      Land Rover ist eine Marke des britischen Automobilherstellers Jaguar Land Rover. Sie entstand 1978 aus der ab 1948 gebauten Land-Rover-Geländewagenbaureihe des Herstellers Rover. Das Stammwerk befindet sich im englischen Solihull.

      Rover wurde 1966 Teil des staatlichen Zusammenschlusses der britischen Fahrzeughersteller zu British Leyland. 1978 wurde Land Rover zu einem separaten Unternehmen innerhalb der Firmengruppe Jaguar-Rover-Triumph.

      Im Jahr 1994 wurde es zunächst an den deutschen Automobilhersteller BMW verkauft. Ab 2000 gehörte das Unternehmen (zusammen mit Jaguar und Volvo sowie bis Anfang 2007 Aston Martin) zur Premier Automotive Group des amerikanischen Ford-Konzerns, der es im März 2008 an die indische Tata-Gruppe verkaufte.[2][3]

      Neben der Firma werden auch die Fahrzeuge, insbesondere das Nachfolgemodell der ursprünglichen Serie, der Defender, gelegentlich aber auch die drei weiteren Produktlinien Range Rover, Discovery und Freelander, umgangssprachlich „Landy“ genannt.

      Am 28. Dezember 2012 wurde das Geschäft der Land Rover Private Unlimited Company[4] auf die Jaguar Cars Limited übertragen und im Zuge dessen auf Jaguar Land Rover Limited umfirmiert. Die Land Rover Private Unlimited Company besteht weiterhin, die Markennamen werden weiterhin separat weitergeführt.
      Quelle: Wikipedia
      Also Kuno: besser nachforschen und nicht immer Bibel lesen.

      1. Jeremia Ritter von Ochs vor dem Berg

        Monosapiens.
        Halt dir nur schoen die Cerro Portenho Muetze vorm Gemaecht – ansonsten sind nur noch mehrere Zahnarzttermine angesagt.
        https://amerika21.de/analyse/83165/rinderfarmen-im-pekari-land
        So sahen die Indianer in der tat 1950 alle aus – mit ihrer Standartgarderobe.
        Ob Tata oder Fen Shui, wen juckts. Die Rostlauben sind alle asiatisch.

        1. Typisch Kuno vom Ei und zur Sau. Er will es einfach nicht wahrhaben,dass er nicht selten Mist von sich gibt. Zwischen Indern und Chinesen besteht ein sehr großer Unterschied. Das weiß ich nicht nur aus der Theorie, sondern auch aus der Praxis, schließ´lich habe ich etliche jahre in Asien gelebt.

  4. Jeremia Ritter von Ochs vor dem Berg

    Mittlerweile bekommt der mennonitische Viehbauer nicht einen Cent bezahlt fuer das Leder das ja jedes Tier mitliefert wenns geschlachtet wird – „es is im Fleischpreis miteinbegriffen“, meinen die Bonzen nur.
    Mit anderen Worten, der mennonitische Kleinbauer liefert das Leder ganz umsonst zur Zänkoprod die es dann t€uer und noch t€ur€r an die Luxusautomobilhersteller verscherbeln. Wo bleibt das ueberschuessige Geld? Ich meine das Kg Fleisch kostet in Taiwan 240.000 Gs, wovon der lokale Viehzuechter nur magere 5.000 Gs bekommt – es kann nicht sein dass alles andere nur mark-up der Zwischenhaendler ist. Und man komme mir nicht mit „hohen Transportkosten der tiefgefrorenen Container“.
    So wie im langen Artikel zu sehen waren alle Chacoindianer noch 1950 „angezogen“. Nur ein alter Lappen vorm Gemaecht des Monosapiens.
    Der lange Artikel stimmt genau. Teilweise beschrieb ich vor ein paar Jahren Earthsight genau diese Sachlage. Sie wollten der Sache dann selber nachgehen, meinten sie. Einige Satzstrukturen und Wortwahl kommen mir verdaechtig bekannt vor.
    Da Landrover heute den Chinesen gehoert, exportiert man (Cencoprod) mittlerweile das Leder via Hong Kong und Taiwan nach China. Da gibt es keine Auflagen. Die Chinesen wiederum koennten dann das Leder wieder den Spaghetties zukommen lassen wo es dann als „Made in China“ in den Audis landet.
    Dieser ganze Raubkapitalismus ist auf dem Mist der Fernheimer und Nelaender gewachsen.
    Hier die Lobeshymne ueber Cencoprod der Kooperative Neuland. https://www.neuland.com.py/~wfjcbhkm/de/wirtschaft/frigo/cencoprod
    Hier bei der Cencoprod Webseite koennen sie ein Bild sehen wohin die exportieren. Heute hauptsaechlich Italien und China (Landrover, Schmerzedes made in China, etc).
    Man muss auch sehen dass bei praktisch allen Schlachthoefen dieser 3 Kooperativen die Mennoniten, also die Kooperativsmitglieder, nur 40% der Zulieferer darstellen. 60% der Rinder stammen von Dritten, also nicht Mennoniten.
    Es war mir neu das Chortitzer im Totobiegosode Gebiet Land aufkaufte. Normalerweise kauft die Kooperative ein grosses Landstueck und verkauft es Parzelliert in 500 Ha Tranchen an ihre Jungbauern weiter. Da wird dann natuerlich sofort jeder Baum umgebulldozert.

    1. Kuno, ich muss Dir wiedermal widersprechen, in Italien werden Ferrari, Maserati, Alfa und Fehler in allen Teilen, kurz Fiat, zusammen gebastelt, aber kein Audi., obwohl der auch schon lange nicht mehr nur in DE hergestellt wird. Spüre ich da Neid, bei Dir? Als Christ? Aber schon ok, Du hast eine Lanze für die Mennos gebrochen, wo Du vorher gegen die “ groß“ Viehzüchter gewettert hast. Wie viele Rinder hast Du auf über 50 ha Land? Jetzt sind es nur noch 2 Menno, mit Familie, wo Du ein ausgeprägten Hass empfindest, Fernheimer und Neufeld ( Nelaender), natürlich nicht zu vergessen, die Deutschen allgemein, da Deutschmafia, alles Verbrecher und Halunken, die sich nur dem “ Leben“ frönen mit Weib,Wein, Sex,Gesang und gut essen

      1. Kuno das Universal-Genie und Besserwisser braucht dringend Hilfe. Unter Bezugnahme auf den Heiland und die heilige Schrift wird er diese allerdings, halstarrig, ablehnen!

  5. Jeremia Ritter von Ochs vor dem Berg

    Das Gute an dem Ganzen ist: wenn man den Chaco in etwa 50 Jahre in ruhe lassen wuerde, stuenden all diese Baeume wieder wie eh und je. Ohne menschliches Zutun.
    Na gut Ok, die Nutzhoelzer wie das heilige Triumvirat von Palo Santo (Heilges Holz), roter Quebrahacha (Quebracho) und Lapacho waere eventuell in verminderter Zahl anzutreffen ueberwucherten aber bald die niedrigeren Baumarten. Mit einigen regenreichen Jahrzehnten wie zwischen 1800 und 1990 stuenden dann wieder die Nutzhoelzer.
    Der Naturwuchs wuerde alles korrigieren.
    Carlos Casado war ja derjenige der erste der mit dem Agroexport Business anfing – das gabs bis 1850 noch nicht.
    Allerdings sind die Grossabholzer schon nur Aktiengesellschaften aus Brasilien die wohl Drogengeld als Finanzspritze benutzen – das christliche Gesangbuch zumindest sahen sie wohl nie von nahe.
    Wie will man denn wissen von wo das Geld der brasilianischen AG’s stammt?
    In Italien war es ja die Mafia die in den 90ger Jahren in die Milchindustrie einstieg (Parmalat) und danach die Landwirtschaft uebernahm. Warum denn nicht hier auch?

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